Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

10.5.12

Wir sind die Bürger

Die ZEIT veröffentlicht in ihrer heutigen Printausgabe den Aufruf “Wir sind die Urheber” und merkt in ihrem redaktionellen Begleittext ergänzend an, dass man damit die bislang größte Aktion von Schriftstellern und Künstlern dokumentieren würde, die sich gegen den Diebstahl des geistigen Eigentums zur Wehr setzen. Der Appell selbst ist im Netz bereits seit einigen Tagen abrufbar.

Erschreckend ist für mich zunächst, dass sich intelligente Menschen wie Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Martin Walser oder Charlotte Roche – um nur einige der Erstunterzeichner zu nennen – in einer derart plumpen und ideologisierten Art und Weise in die Urheberrechtsdebatte einmischen. Erstaunlich ist ferner, dass der Aufruf vorwiegend von Schriftstellern und Autoren unterzeichnet worden ist und damit von einer Gruppe, die von Urheberrechtsverletzungen im Internet im Vergleich zu Musikern eher wenig betroffen ist.

Wer vom Diebstahl geistigen Eigentums spricht, macht damit deutlich, dass er nicht ansatzweise gewillt ist, eine Sachdebatte differenziert zu führen. Während man  über die juristische Fiktion vom geistigen Eigentum durchaus noch kontrovers diskutieren kann, ist die mantraartig bemühte Analogie zum Diebstahl und zum Raub schon auf den ersten Blick verfehlt. Denn das zentrale Tatbestandsmerkmal von Diebstahl und Raub ist die Wegnahme (einer Sache). Bei einer Urheberrechtsverletzung wird aber nichts weggenommen, sondern es wird ganz im Gegenteil etwas kopiert und dadurch vermehrt. Die Urheberrechtsverletzung im Internet, deren “Tathandlung” in einer Vervielfältigung und öffentlichen Zugänglichmachung eines Geisteswerks besteht, ist das exakte Gegenteil einer Wegnahme.

Der erste Schritt hin zu einer Entideologisierung der Debatte muss in einer sprachlichen Abrüstung bestehen. Neutrale Begriffe wie Immaterialgüterrecht und Rechtsverletzung sind ausreichend, um den Standpunkt der Urheber deutlich zu machen.

Aber selbst dann, wenn man für sich ein Eigentum an Geisteswerken reklamiert, ist damit noch nichts über die Grenzen und Einschränkungen denen dieses Recht unterliegt, ausgesagt. Und darin scheint mir eines der wesentlichen Missverständnisse der Debatte zu bestehen. Denn wer sich auf Eigentumsrechte beruft, muss auch anerkennen, dass das Eigentum der Sozialbindung unterliegt (Art. 14 Abs. 2 GG). Weil die Schaffung eines Geisteswerkes auch einen sozialen Prozess darstellt – und hier unterscheidet sie sich nochmals grundlegend vom Sacheigentum – ist die Sozialpflichtigkeit des “geistigen Eigentums” sogar besonders stark ausgeprägt, nicht zuletzt auch wegen ihrer enormen Bedeutung für den Bereich der Bildung und der Kultur.

Der Gesetzgeber verfügt deshalb bei der Ausgestaltung der Grenzen und Schranken des Urheberrechts über einen erheblichen Bewertungsspielraum – worauf auch in der Rechtsprechung des BVerfG mehrfach hingewiesen wurde – den er bislang nicht annähernd ausgeschöpft hat. Es ist also verfassungsrechtlich keineswegs geboten, dass das Urheberrecht so rechteinhaberfreundlich bleibt wie bisher, sondern es erscheint durchaus denkbar, dass man künftig die Interessen der Allgemeinheit, gerade auch zu Lasten der Urheber, stärker gewichten wird. Das ist vor allen Dingen in Bereichen wie Unterricht und Bildung geboten, in denen das geltende Urheberrecht sich derzeit hemmend auswirkt.

Die Frage, wie das Urheberrecht modernisiert und künftig ausgestaltet werden soll, erfordert eine breite gesellschaftliche Diskussion, denn anders als noch in den 80’er Jahren ist das Urheberrecht heute keine Spezialmaterie mehr, die nur wenige betrifft.  In dieser Diskussion ist die Position von Urhebern, wie sie in dem Appell zum Ausdruck gebracht wird, nur ein Aspekt unter vielen.

Vielleicht sollte man aber einfach ebenso plakativ antworten: Wir sind die Bürger und wir teilen Eure Einschätzung nicht (uneingeschränkt). Möglicherweise können wir aber auch irgendwann damit beginnen, eine sachliche Debatte zu führen.

 

posted by Stadler at 14:30  

286 Kommentare »

  1. Man darf vielleicht noch anmerken, dass viele der sich zu Wort meldenden Autoren ihren wirtschaftlichen Erfolg nicht der Kraft ihrer schöpferischen Leistung sondern vielmehr der Aufmerksamkeit oder Vorkarriere in den Medien verdanken. Das ist ein, wenn man so will, wettbewerbsverzerrender und sich selbst perpetuierender Effekt, der mindestens ebenso scharf in den pekuniären Niederschlag eingeht wie eine Missachtung ihres Urheberrechts – allein, man scheint sich darüber (natürlich) nicht zu beklagen.

    Comment by Kaboom — 10.05, 2012 @ 14:51

  2. Charlotte Roche ist intelligent…?

    Comment by Hermann — 10.05, 2012 @ 15:02

  3. Das Urheberrecht war auch in den 80ern alles andere als eine “Spezialmaterie”, man bedenke nur den heftigen Streit um Musikcassetten oder die Problematik bei Photokopien in Schulen.

    Da die Diskussion von interessierten Kreisen wie Raubkopierern und Piraten völlig einseitig geführt wird seit nunmehr fast 6 Jahren und letztere sogar Wahlerfolge einfahren mit dem einzigen transparenten Programmpunkt, mp3s zu stehlen, ist es nicht nur legitim, sondern allerhöchste Zeit, dass sich gesellschaftlicher Widerstand regt.

    Betroffen sind Autoren noch weniger als Musiker, das ändert sich aber gerade mit dem Erfolg der ebooks.

    Am meisten betroffen sind allerdings die Bürger dieses Landes und weltweit. Denn niemand kann bei etwas Nachdenken sich eine Welt wünschen, in der das Kapital zunehmend sich auf Hardwareproduzenten und Banken etc. konzentriert und kreative Leistungen überhaupt nicht mehr honoriert werden.

    Eine Welt, in der letztendlich Musiker und Autoren gesellschaftlich immer mehr bedeutungslos werden.

    Comment by Glamypunk — 10.05, 2012 @ 15:03

  4. Ihre große Verwunderung darüber, dass gerade Autoren sich besonders Sorge machen über die Art und Weise der Debatte, zeigt sehr deutlich, dass Sie bei aller immer wieder selbst betonter und gefordert Sachlichkeit und Kenntnis der Materie doch ein beachtliches Unverständnis gegenüber der Arbeitsleistung und Verwertungssituation von Künstlern haben. Aber bitte. Bei der Selbstgefälligkeit und Selbstsicherheit und so wie sie hier sogar drohend formulieren können, müssen Sie mit diesen Unwissenden ja gar nicht debattieren. Ihre Vorstellungen werden sich sowieso durchsetzen, denn sie sind ja allumfänglich richtig und alle anderen zu blöd. Weiterhin viel Erfolg bei der Durchsetzung ihres Geschäftsmodells.

    Comment by UH — 10.05, 2012 @ 15:34

  5. Wenn man mit dem Argument, Kopieren sei keine Wegnahme, sondern eine Vervielfältigung zum Zwecke allgemeiner Zugänglichmachung dem Begriff des geistigen Eigentums und der daraus resultierenden Raub- und Diebstahlsmetaphorik zu Leibe rücken will, könnte man beim Patentrecht ja schon mal üben – wozu Lizenzen eines Patents verkaufen, wenn man es doch einfach direkt an den Endnutzer verschenken kann? – Laienhaften Sarkasmus beiseite: Hier scheint tatsächlich ein Missverständnis vorzuliegen, oder besser ein Missverhältnis, nämlich das zwischen den an anderer Stelle in diesem Blog dargelegten Problemen, die etwa Lehrer mit Kopien aus literarischen, urheberrechtlich geschützten Texten bekommen können, und der Angst vor “global agierenden Internet-Konzernen” (Google-Books? Bücher.to? Propeller Island?), die in diesem Autoren-Manifest angeführt werden, das ja in seiner Urheberschaft ein Literatur-Agenten-Manifest und in seiner Argumentation ein Börsenvereins-Manifest ist. Vielleicht müsste man hier mal ein bisschen aufklären (ich wäre z.B. dankbar dafür), ob die Gefahr für das Geschäftsmodell Verlag (von dem Schriftsteller halt nach wie vor abhängig sind, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen streben) durch “dieses Internet” wirklich so groß ist.

    Comment by Julia Schröder — 10.05, 2012 @ 15:34

  6. Wenn es an die berufliche Existenz geht, werden Debatten häufig mit Zuspitzungen geführt. Das ist legitim.
    Mit juristischer Spiegelfechterei allein ist das Problem nicht zu lösen. Ich schlage zwei Fragen vor:
    1) Wollen wir Werke (Romane, Erzählungen, Reportagen, Fotos, Kompositionen, Filme), die mit professionellem Anspruch entstehen oder reicht der Gesellschaft das, was Amateure unentgeltlich in ihrer Freizeit nur „für den Ruhm“ auf eigene Kosten schaffen?
    2) Wenn wir 1) mit professionellem Anspruch beantworten, stellt sich die Frage: Wie misst man den Erfolg eines Werkes anders als über das Interesse, dieses Werk zu verbreiten? Sicher können Zahlungspflichten diese Werkverbreitung dämpfen, aber sie ändern nichts am Grundprinzip.
    Die Piratenpartei wird sich daran messen lassen müssen, ob sie in der Lage ist, dieses Problem zu lösen. Mäzenatentum, Spenden oder von allen aufzubringende Pauschalgelder sind entweder eine zu unsichere Basis oder führen bei entsprechender Höhe zu Verwaltungsaufwand und Verschwendung und wären das Ende der Kunstfreiheit. Ein Schöpfer kann immer mit seinem Werk scheitern. Aber er muss auch die Chance auf einen großen Erfolg haben.

    Comment by Peter (auch ein Urheber) — 10.05, 2012 @ 15:45

  7. Ein Text muss entwickelt werden. Das kostet Arbeit. Nun soll also ein Text ohne Honorierung vervielfältigt werden können? Das heisst, jemand schreibt ein Buch über ein halbes Jahr und verkauft es einmal für 18.90 €. Alle anderen können dann das Buch vom Käufer über seine Website kostenlos downloaden? Das war es dann? Ich verstehe die Logik gar nicht.
    Was, wenn man das mit mit einem Schrank oder einer Rasierklinge machen könnte? Also rein theoretisch. Dann würden ja die Wirtschaft zusammen brechen. Bin ich zu doof? Ich versteh die Diskussion nicht.

    Comment by Max — 10.05, 2012 @ 15:50

  8. schon interessant, wie Rechtsverletzungen hier mit Hinweis auf die Notwendigkeit sprachlicher Abrüstung legitimiert werden sollen. Als Urheber möchte ich gerne darauf hinweisen, dass die Vervielfältigung (illegales Kopieren) noch keinen Mehrwert schafft, sondern einfach zulasten des kreativen Urhebers geht…

    Comment by Jeff — 10.05, 2012 @ 16:02

  9. mir kam der folgende Gedanke zum Thema (und kann nun wegen dieses Blogs meinen begonnenen Artikel löschen – aus “Rache” einen Rest hier ;)

    Der ganz interessante Wikipedia-Artikel über geistiges Eigentum nennt einen Unterschied zum Sacheigentum:

    “Immaterialgüter können nicht-rivalisierend, von beliebig vielen Personen gleichzeitig, genutzt werden.”

    Logisch? Dazu folgende Gegenüberstellung:

    1) ich verkaufe eine selbst “geschaffene” CD. Die können viele hören. Damit ich zu meinem Geld komme, schränkt der Gesetzgeber die Privatkopie ein. Die Produktionskosten sind schließlich erheblich. Eine kommerzielle Verwendung ist noch stärker reglementiert. Denn sonst profitieren Dritte von meiner Arbeit ohne mich zu vergüten. Es gibt z.B. Urheberrechtsabgaben auf Leer-CDs und Laufwerke.

    2) Ich verkaufe einen Bus. Damit können immer wieder sehr viele Menschen fahren. Der Busbetreiber kann Fahrkarten verkaufen. Er muss mich nicht fragen. Er kann sogar seine Plätze kostenlos anbieten, etwa um die Luft in seiner Stadt sauberer zu halten.

    Wäre ein Bus keine Sache, dann müssten Gebühren für jede Fahrkarte an den Hersteller des Busses gezahlt werden. Wegen des zunehmenden Individualverkehrs wären Bushersteller in ihrer Existenz bedroht und fordern eine pauschale Abgabe auf jedes privat verkaufte Neufahrzeug. Denn das Fahrzeug wäre geistigem Eigentum und die Entwicklungskosten seien außerordentlich. Die Entwickler müssten schließlich leben und sich auch mal einen Milchkaffee gönnen können.

    Beispiele hinken. Das ist klar. Ich bin auch wirklich für weitgehende Rechte von Urhebern.

    Doch der Begriff des geistigen Eigentums macht höchstens als juristischer und damit willkürlich(!) definierter Oberbegriff einen Sinn. Man könnte die vielen Teilaspekte bis hin zum Wettbewerbsrecht oder Firmengeheimnissen auch unter XYZ zusammen fassen. Damit ist der Begriff “geistiges Eigentum” selbst nicht geeignet irgend etwas zu begründen. Busfahren, sogar kostenlos (je nach Stadt) ist kein Diebstahl.

    Bitte bitte liebe Urheber: begründet richtig und unterlasst so einen Quatsch wie in
    “Wir sind die Urheber!”. Das bringt uns wirklich nicht weiter.

    Sonst sagen wir: In Ordnung. Ihr macht Euch zwar seltsam unkreativ lächerlich – ernsthaft, der Text ist kein Meisterwerk – doch wir sind die Kunden. Behalte Deinen Kram.

    Comment by Joachim — 10.05, 2012 @ 16:02

  10. “In dieser Diskussion ist die Position von Urhebern, wie sie in dem Appell zum Ausdruck gebracht wird, nur ein Aspekt unter vielen.”
    Da es ohne Urheber nichts gäbe, dass die Allgemeinheit umsonst/gegen Entlohnung rezipieren könnte, scheint mir deren Perspektive doch die Entscheidende.

    Comment by Dirk — 10.05, 2012 @ 16:03

  11. „(…) ist die mantraartig bemühte Analogie zum Diebstahl und zum Raub schon auf den ersten Blick verfehlt. Denn das zentrale Tatbestandsmerkmal von Diebstahl und Raub ist die Wegnahme (einer Sache). Bei einer Urheberrechtsverletzung wird aber nichts weggenommen, sondern es wird ganz im Gegenteil etwas kopiert und dadurch vermehrt.”

    Dem widerspreche ich an dieser Stelle mal. Die Schaffung eines Werkes ist mit einer Leistung verbunden, die je nach Werk klar benannt werden kann: Tonstudio, Musiker, Grafiker, Lektoren, Druckerei, PR, Hardware und vieles anderes, nicht zuletzt die Zeit des Urhebers, der auch nicht von Luft und Liebe leben kann. Kopiert man diese Werke nun ohne Entgelt, eignet man sich das Ergebnis dieser ganzen Leistungen einfach an — und das ist eben Diebstahl.

    Comment by Kai — 10.05, 2012 @ 16:08

  12. der aufruf ist ein miserabler text, von solchen spitzenkräften erwarte ich mehr. und die website ist in fast nichts zu unterbieten, für leute, die was-mit-medien machen, ist das zu wenig. sieht alles nach schlecht gemachter und verzweifelter pr-aktion aus.

    ich habe den eindruck, dass die meisten dieser etablierten künstler, die sich in den letzten wochen an dem thema abarbeiten, nur wenig ahnung vom netz haben. sie beten einfach die gängigsten killerargumente runter. dass sie die diskussion erst jetzt aufnehmen und dies mit wenig innovativen ansätzen, ist ja eigentlich ein armutszeugnis für die ganze zunft. schliesslich ist seit vielen jahren absehbar, dass mit dem netz für das urheberrecht ein gigantischer erneuerungsbedarf anrollt.

    Comment by bugsierer — 10.05, 2012 @ 16:32

  13. Ich finde es interessant und erschütternd zugleich, dass die plumpe Tatsache, dass Urheberrechtsverletzungen im digitalen Zeitalter so einfach zu begehen sind, was dann dazu führt, dass nahezu jeder welche begeht, als Haupt-Reaktion hervorruft, dann könne wohl etwas mit dem Recht nicht stimmen und man müsse es daher unbedingt reformieren. Eine Reform übrigens, die ausschließich zu Lasten der Kreativen gehen wird (und wohl auch soll).

    Wie wäre es mit der These, dass vielleicht etwas mit dem Umgang der Menschen mit urheberrechtlich geschützten Inhalten nicht stimmt und wir zunächst einmal den Umgang mit kreativen Inhalten in unserer Gesellschaft reformieren sollten?

    Ich kann den Aufruf nur unterstützen und hoffe, dass es weitere vergleichbare Aktionen geben wird.

    Comment by Timo — 10.05, 2012 @ 17:22

  14. @bugsierer – aber die, die Autoren etc. kritisieren, können es scheinbar selber nicht erklären. Die Piraten brabbeln sich ja auch nur von einer Talkshow zu anderen. Lächerlich.

    Comment by Max — 10.05, 2012 @ 17:22

  15. Wir können uns auf die Schulter klopfen, dass wir es soweit gebracht haben, dass ein Lehrer nicht mal einen Text für den Unterricht kopieren darf, die Schulrechner überwacht werden sollen, Kindergärten ohne Gebühren nicht singen dürfen.

    Danke an die Urheber und Verwerter, Danke

    Wo steht eigentlich geschrieben, dass jemand der mal irgendwas geträllert hat, davon sein Leben lang leben kann? Wenn es nun mal nicht geht ohne den gesamten Datenverkehr zu überwachen, dann geht es eben nicht mehr. Es gibt dann halt keine “Künstler” mehr, keine Vermarkter u.a. Dann werden wir eben mit dem auskommen, was “Hobby”-Artisten in ihrer Freizeit machen.

    Seltsam, dass das offenbar bei Software funktioniert. Jeder benutzt direkt oder indirekt Software, die von Hobbyisten erstellt wurde. Seltsam auch, dass dort kommerz. und freie Software nebeneinanfer existieren können.

    Comment by Christian — 10.05, 2012 @ 18:01

  16. Unsere Lehrer am Gymnasium haben alle schwarz Aufgaben und Texte aus anderen Büchern kopiert. Als wir mal nach dem Grund gefragt haben, bekamen wir zur Antwort dass man ja schon für ein Schulbuch zahle und sich das andere nicht auch noch leisten könne. Gerade im Bildungsbereich sollten die Bücher vom Staat herausgegeben werden und zwar gemeinfrei, denn es hemmt doch die Ausbildung wenn man eine Lerneinheit aus dem einen gekauften Buch unterrichten muss, wenn diese in einem anderen Buch (das vllt in anderen Bereichen schlechter ist) viel besser erklärt ist.

    Comment by EinLeser — 10.05, 2012 @ 18:02

  17. bitte auch nicht vergessen: kreative werke werden sehr, sehr selten in isolation geschaffen, sondern bedienen sich ebenfalls an vorangegangenen werken – beispielsweise durch (mehr oder weniger direktes) zitat, abwandlung, oder inspiration. urheber profitieren demnach erheblich von anderen urhebern.

    spannende kurzserie dazu, die die darin versteckten, nicht trivialen probleme (und zwar pro und contra schutz von IPRs) sehr schön aufzeigt: http://www.everythingisaremix.info/

    Comment by stephan mantler — 10.05, 2012 @ 18:07

  18. Ok, Kai @ 11 und Max @ 14, stellvertretend für viele hier und für die, die für sich Proklamieren *die* Urheber zu sein:

    Nehmen wir einmal an, eine Urheberrechtsverletzung wäre jetzt Diebstahl.

    – Was tun wir mit den “Dieben”, mit diesen Räuberkindern? Taschengeld pfänden?

    – Was tun wir mit dem Internet dessen grundsätzliches Prinzip die Kopie der Daten von A nach B ist?

    – Was machen wir mit den Herstellern von “Kopiergeräten”? Mit Firmen, die Infrastruktur zur Verfügung stellen? Störerhaftung? DPI aufzwingen? Jedem unter den Rock schauen?

    – Was ist von der Lex-Disney zu halten (rechtzeitig die Urheberrechtsfristen vor Ablauf gegen Unendlich zu erhöhen).

    – Wie steht die Praxis der Rechteverwerter zur EU-Forderung nach liberalisierten Märkten?

    – Was tun wir mit Künstlern, die unter anderen Lizenzen (als sie die GEMA vorschreibt) arbeiten wollen?

    – Was machen wir mit Bildung und Bibliotheken, Museen und Kunstsammlungen?

    – Was ist mit dem Erschöpfungsgrundsatz?

    – was mit den Rechten von Kunden, die nur noch Lizenzen statt Eigentum erwerben sollen – und dann fällt der DRM-Server aus?

    – Was ist, wenn Oma ihren Notgroschen in geschützte DRM-“Kunst” statt dem Van Gogh investierte und wir das geerbt haben? Ach Quatsch, ich will doch nur meine Apps oder mein Computerspiel verkaufen.

    – was mit Buy-Out-Verträgen und der daraus resultierenden Enteignung von Künstlern und Kreativen?

    – … mehr? Wäre kein Problem…

    Ich möchte eine Antwort! Ich möchte wissen, welche Verantwortung daraus folgt, wenn eine Medienindustrie ihre “Produkte” mit einer solchen Macht in den “Markt” drängt, dass man sich dem nicht mehr entziehen kann.

    Art. 14 GG ist nur Blödsinn, ja? Und ich dachte, mit Enteignung in Abs 3 sei etwas Anderes gemeint.

    Immer wieder wird mit Kreativen und Kunst argumentiert. Doch in Wirklichkeit meint man 95% Billigproduktion und Gewinnmaximierung, höchstens unterbrochen von Werbesendungen – die man möglichst nicht mehr abschalten können soll. In wessen Interesse wird da gehandelt?

    Kunst geht im Rauschen des Mülls unter. Das macht echte Werke wertlos. Oder man sucht danach und ist natürlich bereit zu zahlen. Wer außer armen Kindern tut sich schon den Pseudo-Umsonst-Schrott an?

    Kreative Urheber könnten langsam einmal das Hirn einschalten statt sich mühsam ein Tränchen abzudrücken und mich dann einen Dieb zu schimpfen. Das ist ganz großes Theater, “geistiges” ist offensichtlich ihre Domäne.

    Vielleicht kommen wir (mit Hirn) endlich weiter. Vielleicht verdienen Kreative dann wieder. Alternativ wird der letzte Fan vergrätzt und dann geht Sony eben pleite.

    Comment by Joachim — 10.05, 2012 @ 18:07

  19. @UH: drohen, selbstgefälliges Auftreten und Unwissenheit kann man vor allem den weitgehend nicht betroffenen Unterzeichnern des Aufrufs attestieren. Wer andere der Rechtsverletzung zeiht, noch dazu ein Kampfvokabular nutzt, potentielle Kunden kriminalisiert und beschimpft, der will nicht den sachlichen Disput sondern die Keule. Folgerichtig werden Kritiker von Inhalt und Stil diffamiert. Da muss man dann wohl einen erheblichen Mangel an Sachargumenten vermuten.

    @Max: wo wird verlangt, dass Urhebern die Entlohnung für ihre Arbeit verweigert wird? Wenn man von den Total-Buyout Knebelverträgen der Verlage einmal absieht, von der Seite droht die eigentliche Gefahr für Kreative, so wollen die meisten Konsumenten durchaus die Leistungen von Urhebern bezahlen. Eine vom Urheber nicht genehmigte Kopie eines Werkes ist eine Rechtsverletzung, die Sanktionsmöglichkeiten nach sich zieht.

    @Kai: “Kopiert man diese Werke nun ohne Entgelt, eignet man sich das Ergebnis dieser ganzen Leistungen einfach an — und das ist eben Diebstahl.” Nein, Diebstahl ist die Wegnahme einer beweglichen Sache (§242 StGB). Diebstahl ist eine Rechtsverletzung, aber nicht jede Rechtsverletzung ist Diebstahl. Wenn man sich mit Rechtsverletzungen und ihren Folgen auseinandersetzt, sollte man die Tat schon korrekt bezeichnen können.

    Das Urheberrecht in dem Text als “historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit” zu preisen, das “die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen” garantiert, ist eine ziemliche Dummheit, wenn man sich dabei mit den Verlagen und Verwertern gemein macht. Verlage zwingen Autoren nicht nur eine geringe Entlohnung zu akzeptieren, sondern auch alle Rechte an ihren Texten an die Verlage abzutreten. Die Kreativen lassen sich alle Rechte an ihren Produktionen abknöpfen, betrachten das dann aber als “bürgerlicher Freiheit”. Damit kann nur die Freiheit von Sklaven gemeint sein, denn der Respekt, den Verlage und Verwertungsgesellschaften den Urhebern entgegen bringen, gleicht in etwa dem, den man auch Fussabtretern zubilligt. Ob man den Dünnschiss von Charlotte Roche mag, ist Geschmacksache. Das zu den Unterzeichnern des Textes auch einige von mir geschätzte Kreative stehen, macht den Unsinn, den diese verbreiten, allerdings nicht besser. Denn das von den “Künstlern” reklamierte “geistige Eigentum” existiert nicht. Ein Urheber besitzt selbstverständlich Rechte, die aber nicht denen entsprechen, die einen Eigentümer auszeichnen. Über Eigentum kann man weitgehend frei verfügen, es z. B. veräußern oder vererben. Diese Rechte gibt es für Immaterialgüter nur auf Zeit. Spätestens nach 70 Jahren erlischt es, Texte, Lieder, Noten etc. gehören dann der Allgemeinheit und sind dem Veräußerungsrecht des Urhebers und/oder seiner Rechtsnachfolger entzogen. Gleiches sollte man einmal mit Grundstücken, Häusern oder dem Schmuck meiner Urgroßmutter versuchen. Was die Kreativen reitet sich für Verlage und Verwerter auf die Schienen zu werfen, verschließt sich mir. Zumal sich vor allem die äußern, die alles andere als am Hungertuch nagen.

    Comment by M. Boettcher — 10.05, 2012 @ 18:27

  20. Leute wie Glamypunk, UH, Julia Schröder und Max zeigen mit ihren Kommentaren eines: Sie haben die technischen Grundlagen nicht verstanden, die dazu führen, dass die Methoden zum Schutz der Rechte von Urhebern völlig anders werden _müssen_ als sie es bisher waren. Weil das technische Modell grundlegend anders wurde, muss sich auch das Schutzmodell grundlegend ändern. Es ist schlicht unmöglich, das Urheber- und Verwertungsrecht einfach “anzupassen”. Deshalb sind hier vor allem die Urheber selbst gefordert, tragfähige Schutzmechanismen zu entwickeln. Der Gesetzgeber ist nicht dazu da, Pfründe zu sichern, in dem er Gesetze zugunsten der Kulturschaffenden ändert und dabei wesentlich in Grundrechte anderer, größerer Bevölkerungsgruppen eingreift. Der Gesetzgeber muss den neuen Rahmenbedingungen für alle gerecht werden, das kann nur durch ein wesentlich geändertes Urheberrecht geschehen, da das bisherige unter Zugrundelegung veralteter technischer Annahmen die Nutzer unverhältnismäßig kriminalisiert, denn selbst ein Streaming eines Musiktitels stellt technisch schon den Kopiervorgang dar, den die Verwerter unter allen Umständen unterbinden möchten.

    Ich wünsche mir wirklich, dass diese Debatte endlich weniger mit Kampfbegiffen wie “Raubkopie” und “Kostenloskultur” geführt würde und vor allem die Urheber – an die Verwerter scheint diese Forderung sinnlos – weniger von Profitgier, als vielmehr von einem am Normalmaß ausgerichteten Einkommensbedürfnis geleitet, ihre Verwertungsstrategien neu entwickeln und ausrichten, damit sie den gewandelten Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Der Gesetzgeber und natürlich auch die Konsumenten müssen diesen Prozess begleiten, um für alle tragfähige Modelle zu erarbeiten.

    Comment by Nicole — 10.05, 2012 @ 18:33

  21. @19 M. Boettcher: “Was die Kreativen reitet sich für Verlage und Verwerter auf die Schienen zu werfen, verschließt sich mir.”

    Aufmerksamkeit. Das ist das Kapital erfolgreicher “Kreativer”. Inhalte sind da sekundär. Das belegt schon der diskutierte Text. Zudem reißen die das Maul auf, die gut gefüttert werden. Konditionierung nennt man das.

    Das mit dem Vernetzen haben erfolgreiche “Künstler” schon begriffen. Warum die das Internet nicht verstehen, darüber habe ich so meine eigene Theorie…

    Comment by Joachim — 10.05, 2012 @ 18:55

  22. Ich bin keine Anhängerin des Begriffs Raubkopie, aber bei Büchern gab es umgangssprachlich diesen Begriff auch.
    Bei dem Buchdruck werden auch viele Kopien hergestellt, aber natürlich muss man für die einzelne Kopie bezahlen, auch wenn es eine Vermehrung ist.
    Warum sollte das bei den digitalen Kopien grundsaetzlich anders sein. Die Gesellschaft hat ein Interesse an Zugang zu Bildung, Wissen, Kultur, trotzdem muss der Verbraucher bezahlen oder die Allgemeinheit über Steuern. Ihre Argumentation, warum das bei der digitalen Kopie anders sein sollte, ist nicht überzeugend. Dann müssten die Buchkopien auch umsonst sein.

    Comment by Helga Truepel — 10.05, 2012 @ 18:57

  23. Vorab: ich habe auch keine Lösung für das Problem, Urheber “gerecht” zu entlohnen.

    Als Nutzer fällt mir jedoch auf, das digital “erworbene” Inhalte nicht soviel Wert haben wie Bücher oder Cds: die konnte ich verleihen oder in analogen Zeiten (mit akzeptablem Qualitätsverlust) kopieren.Ich musste nicht jedesmal einen DRM-Server fragen, ob ich das Lied auch hören darf und der Verlag hat nicht registriert wie oft, wo, wann und und auf welchem Gerät ich mein Recht wahrnehme. Bücher auf einem Reader kann ich nicht verleihen, ohne meine ganze Reader-Bibliothek wegzugeben und wie bei Amazone mit dem Roman “1984” geschehen, kann der Verlag mir das Leserecht wieder entziehen – ein unhaltbarer Zustand bei politisch und gesellschaftlich kontroversen Inhalten!
    All diese Einschränkungen soll ich einfach hinnehmen, ohne dass die Preise für Inhalte die reduzierten Nutzungsrechte widerspiegeln noch dazu in der Gewissheit, dass Vertrieb und Reproduktion digitaler Inhalte weitaus billiger sind als bei Papierbüchern und Plastikscheiben und nicht nur im Bereich von Musik durch ein weltweites Kartell von wenigen Unternehmen beherrscht werden.
    Die Balance im Contentmarkt wurde durch die Digitalisierung massiv zugunsten der Urheber und Verwerter verschoben. Wenn diese weiter anstreben, Ihre Rechte und Einfluss noch massiv auszudehnen und ihre Kunden rundum zu kontrollieren und den Kunden die (Kosten-)Vorteile der Digitalisierung weiterhin vorenthalten, so sind gewisse Streuverluste durch Kopieren nicht nur akzeptabel sondern leider wohl auch die einzige wirkungsvolle Möglichkeit der Kunden, Ihren Unmut über die eigene Entrechtung und Ausbeutung zu artikulieren.
    Persönlich würde ich dem ungebremsten Kopieren jedoch eine sachliche Diskussion vorziehen, in der Urheber und Verwerter Ihre Kunden wieder ernstnehmen anstatt sie zu marginalisieren.

    Comment by Fritz B. — 10.05, 2012 @ 18:59

  24. Wer illegal kopiert, nimmt dem Kreativen selbstverständlich etwas weg, nämlich die ihm hierfür gesetzlich zustehende Vergütung. Diese Rechtsverletzung damit legitimieren zu wollen, dass angeblich ein Mehrwert durch die illegale Kopie geschaffen werde, ist nun wirklich deutlich plumper und weniger intelligent als der kritisierte Aufruf der Urheber.

    Im Übrigen wird ja in der Regel gerade nicht nur etwas für eigene Zwecke weggenommen, sondern eben vielfach auch noch umsonst an andere verteilt; Tathandlung ist deswegen ja meist die öffentliche Zugänglichmachung. Niemand geht gegen einen “Bürger” vor, der nur für sich eine einzige Kopie anfertigt (Dies ist ja als Privatkopie auch meist gar nicht verboten, was gerne unter den Tisch gekehrt wird). Der romantische Vergleich mit dem Mitschneiden oder Kopieren von Musik auf Musikkassetten in den 80ern geht völlig daneben; niemand hat schließlich damals seine Musikkassetten hundertfach kopiert und umsonst verteilt.

    Eine sachliche Diskussion ist solange nicht möglich, wie die geforderte “Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter” nichts anderes heißen soll als die Legalisierung von Urheberrechtsverletzungen. Leider lässt sich hierunter so gut wie alles subsumieren, was bisher gefordert wurde.

    Und dies letztendlich mit dem einzigen Rechtfertigungsgrund, dass diese Urheberrechtsverletzungen heute eben 1000fach passieren, weil es technisch immer einfacher und unkomplizierter wird. Die Argumentation ist mehr als gefährlich. Das Eigentum (und zwar Sach- und geistiges Eigentum) war und ist bisher grundgesetzlich geschützt, weil dies unserem Werteverständnis entspricht und nicht deshalb, weil es bisher zu umständlich war, Eigentumsverletzungen zu begehen.

    Comment by String — 10.05, 2012 @ 19:13

  25. Niemand geht gegen einen “Bürger” vor, der nur für sich eine einzige Kopie anfertigt (Dies ist ja als Privatkopie auch meist gar nicht verboten, was gerne unter den Tisch gekehrt wird).

    Leider komplett falsch. Es wird sehr wohl gegen Bürger vorgegangen, die nur 1 Kopie angeboten haben -> Rentnerin mit Router u.a.

    Weiterhin nützt mit das Recht auf eine Privatkopie nicht, wenn ich es nicht legal umsetzen darf, weil ich den überall vorhandenen Kopierschutz nicht umgehen darf. Also ein sehr merkwürdiges Recht, welches man zwar angeblich hat, aber nicht wahrnehmen kann, zumal man gerade dafür Abgaben auf CD, Festplatten Drucker usw. zahlt

    Comment by Christian — 10.05, 2012 @ 19:19

  26. „Erstaunlich ist ferner, dass der Aufruf vorwiegend von Schriftstellern und Autoren unterzeichnet worden ist“

    Vielleicht auch nicht. Vielleicht sehen gerade die bisher verschonten bei einer Reform des UrhrG Ihre sorgsam gehüteten Felle wegschwimmen und wollen im Vorfeld den Status Quo untermauern.

    Comment by nk — 10.05, 2012 @ 19:29

  27. Ach, Künstlerhass, Du große deutsche Tradition. Nie warst Du ganz verschwunden.

    Comment by UH — 10.05, 2012 @ 19:31

  28. Danke Herr Stadler, dass sie auf das Grundgesetz und die Sozialpflicht von echtem Eigentum hingewiesen haben. Mir scheint, dass die Rabulisten in der Zeit mit unserer freiheitlich-demokratischen auf Kriegsfuß stehen und zwar in schlimmeren Maße als damals zu Zeiten der Radikalenerlasse.

    Aber ich finde es gut, dass diese “Künstler” sich prostituiv für ihre Verlage an den Pranger stellen. Interessant dabei ist, dass kein einziger selbständiger “Künstler” dabei ist, der mit Durschnittseinkommnen von 15.000 € bei der Künstlersozialkasse versichert ist, denen die Steuerzahler die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge subventioniert werden. Alles nur Spitzenverdiener, die mit dem künstlerischen Prekariat nichts gemein hat., Ich werde, deren Produkte nicht mehr kaufen, weder im Buchhandel, noch als CD. Mir sind diese prostituiven Damgaogen widerlich. Ich werden mir nicht mal ansehen, wenn sie über RTL oder Kostenlos unters Volk gestreut werden. Ich werde mir deren Hetze auch nicht kostenlos von der Springer AG in den Briefkasten legen lassen, sondern die Müllabfuhr mit Sondermüllentsorgung beauftragen und Springer den Mist in Rechnung stellen.

    Um die Künstler in echter prekärer Notlage (Musiker mit 12.000 € Jahreseinkommen z.B.) werden wir uns kümmern müssen. Dazu habe ich ein paar funktionierende und bewährte Geschäftsmodelle aufgeschrieben:
    http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2012/05/04/wo-kommt-die-kostenlos-kultur-her/

    Aber diese andauernde Hetze für nicht funktionierende Geschäftsmodelle, die geht mir langsam auf den Senkel. Sollen wir jetzt eine Gegeniniatiative aufmachen?
    “Wir sind die Bürger”

    Kommen die erst zur Vernunft wenn 150.000 den paar gesponserten Hetzern der Verlage gegenüber stehen? So wie Ursula von der Leyen, die den Kinderpornodreck partout nicht im Internet löschen wollte udn nur rote Vorhänge vorhängen wollte, damit die Kinderficker aus dem katholischen Klerus den Dreck mit Hilfe der CDU leichter finden, deren Opfer großzügig von den Damen Schröder , Schavan, Leutheusser-Schnarrenberger, von der Leyen aus der Staatskasse entschädigt werden, satt die perversen Täter aus dem katholischen Klerus selber zahlen zu lassen? Schon diese Nummer hat doch nicht geklappt. Verfolgen denn unsere Spitzenverdiener unter den Autoren die Tagespolitik nicht sondern nur die “Spenden” ihrer Verleger? Widerlich.

    BTW: Ich bin auch Autor.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 10.05, 2012 @ 20:01

  29. @ string: selbstverständlich wurden Kassetten mehrfach kopiert und kostenlos verteilt. Es hat den Künstlern nicht geschadet und wer Urheberrechtsabgaben auf Leermedien entrichtet, hat die Kopie auch bezahlt. Ein Umstand den Urheber und Verwerter in dieser Diskussion nur allzu gern verschweigen so wie sie seit der Digitalisirung den früher unbestrittenen Unterschied zwischen Urheberrecht und Eigentum leugnen!Ich habe in meinem Kommentar unter lfd.nr.23 einige Umstände genannt, die einen geringeren Preis für digitalisierbare Inhalte durchaus rechtfertigen. Wer sich dieser Diskussion verweigert und jede Kritik von Konsumenten an der aktuellen Diskussion als Ruf nach grenzen- und kostenlosem Kopieren diffamiert, wird seine Gründe haben. Allerdings scheinen die Argumente zu fehlen…

    Comment by Fritz B. — 10.05, 2012 @ 20:06

  30. @ Christian: Auch die Rentnerin wurde abgemahnt, weil die Tonaufnahme über ihren Anschluss zum vielfachen Download ANGEBOTEN worden sein soll, nicht weil nur für eigene Zwecke eine Kopie angefertigt worden sein soll.

    Und wenn Sie auf einen Kopierschutz stoßen (wo eigentlich?) und deshalb keine legale Privatkopie anfertigen dürfen, dann liegt das daran, dass der Urheber eben in diesem Fall nicht möchte, dass jemand privaten Kopien angefertigt.

    Jetzt kann man ihm vorwerfen, dass das uncool, unzeitgemäß oder geschäftschädigend ist (weil Filesharing ja eine so tolle Promotionmaßnahme ist) oder dass er die “Digitalsierung verschlafen” oder gar “das Internet nicht verstanden hat.” Nur: es steht dem Urheber zu, das Internet nicht verstanden zu haben oder nicht verstehen zu wollen. Jedem anderen steht es auch zu, doof zu finden, dass der Urheber das Internet nicht verstehen will. Was jedem anderen aber eben nicht zusteht ist, mit dieser Begründung dann die Rechte des Urhebers zu verletzen. Dann hat derjenige nämlich das Gesetz nicht verstanden.

    Comment by String — 10.05, 2012 @ 20:07

  31. Es stimmt, niemand nimmt durch eine Kopie dem Künstler etwas weg. Er enthält ihm allerdings seine zustehende Entlohnung vor.

    Wieso wird eigentlich nur den Kreativen Gier vorgeworfen? Leute, die sich 40.000 Lieder runterladen, sind auch gierig. Und Menschen die für ein Kunstwerk nicht zahlen wollen sind auch gierig.

    Es zwingt einen doch niemand die Kunst zu konsumieren. Man hat also die Wahl. Und wenn man sich für die Kunst entscheidet kann man ja auch dafür zahlen. Wenn nicht kann man offenbar gut ohne Kunst leben.

    Comment by Mike — 10.05, 2012 @ 20:08

  32. @Fritz, Nr. 23: „(…) so sind gewisse Streuverluste durch Kopieren nicht nur akzeptabel sondern leider wohl auch die einzige wirkungsvolle Möglichkeit der Kunden, Ihren Unmut über die eigene Entrechtung und Ausbeutung zu artikulieren.”

    Mit Verlaub: wenn einem das Produkt oder Preis des Produkts nicht gefällt, kauft man es nicht, sondern boykottiert es. Sich das Werk dann einfach illegal anzueignen, weil einem der Preis nicht passt, ist schlicht daneben. Mit dem Argument kann ich auch beim Mercedes Autohaus den 500er klauen und mich beim rausfahren noch über den Preis beschweren, der mir viel zu hoch ist.

    Comment by Kai — 10.05, 2012 @ 20:09

  33. Ach und “Filesharing ist Promotion” Als ob auch nur 1% der Filesharer ansschließend Geld ausgeben für den den Künstler. Die werden sich höchstens die nächste Serie oder den nächsten Song auch wieder runterladen.

    Comment by Mike — 10.05, 2012 @ 20:09

  34. Herr Stadler irrt, wenn er den Vergleich einer Kopie mit dem Raub zieht. Es geht nicht um den Kopiervorgang, der ist nicht das Problem. Die nicht gezahlten Entgelte für die Dienstleistung sind es. Und der Volksmund würde das Vorenthalten derselben durchaus als “Raub” bezeichnen, auch wenn man es juristisch sicher auseinanderdifferenzieren kann.

    Ich glaube auch nicht, dass Herr Stadler so glücklich wäre, wenn ihm in Zukunft seine Mandanten die Bezahlung verweigern, mit der Begründung, sie hätten zwar seine Erfahrung, sein Wissen und sein Handeln in Anspruch genommen, aber ihm nicht weggenommen. Denn das hätte er ja immer noch, insofern sei ihm kein Schaden entstanden wie bei einem Raub …

    Comment by Jonas, der letzte Defekt — 10.05, 2012 @ 20:10

  35. @UH (27): kannst Du außer rumtrollen auch argumentieren?

    Comment by M. Boettcher — 10.05, 2012 @ 20:14

  36. @Kai in nr. 32:

    “Mit Verlaub: wenn einem das Produkt oder Preis des Produkts nicht gefällt, kauft man es nicht, sondern boykottiert es.”

    Da bin ich ganz nahe bei Ihnen – ich ziehe einen breiten Boykott vor, weil ehrlicher und auch sehr viel wirkungsvoller.

    Allerdings habe ich per Leermedien- und Geräteabgaben den “500er Mercedes” bereits angezahlt oder gemietet. Wollen Sie mir jetzt eine Probefahrt verweigern?

    Comment by Fritz B. — 10.05, 2012 @ 20:20

  37. Der “natürliche” Markt für Werke ist eigentlich der Verkauf der Werke an die Allgemeinheit.

    Vielleicht sollte es einfach ein Portal geben, auf dem man seine fertigen Projekte einstellt. Wer will, wirft Geld in den Topf als Angebot. Ist die Summe dem Urheber hoch genug, verkauft er es für den Topf an die Allgemeinheit und muss es dann veröffentlichen.
    Und jeglicher Schutz veröffentlichter Werke entfällt. Nur unveröffentlichte Werke sind geschützt.

    Comment by AndreasM — 10.05, 2012 @ 20:27

  38. @Fritz Nr. 36: Nein, Sie haben für die Straße gezahlt, nicht für den 500’er.

    Comment by Kai — 10.05, 2012 @ 20:33

  39. @Kai:
    für “die(se) Straße” bezahle ich meinen Provider und nicht irgendwelche Halunken, die mir auf der Tasche liegen und sich um ihre Leistungspflicht mit hinkenden Vergleichen drücken wollen.

    Da finde ich das unter nr.37 beschriebene Modell weit realistischer als das, was Sie hier zu verteidigen suchen.

    Comment by Fritz B. — 10.05, 2012 @ 20:45

  40. @Fritz: Ich verteidige nur und ausschließlich ein Modell: Dass der Urheber alleine und uneingeschränkt bestimmen kann, was mit seinem Werk geschieht. Ob er es verschenkt, verleiht oder für 1 Million Euro verkauft, ist alleine seine Entscheidung. Es kann keinen Rechtsanspruch auf Chartmusik geben.

    Comment by Kai — 10.05, 2012 @ 20:52

  41. Interessant wie sich hier wieder Autoren zu Wort melden und Zeter und Mordio schreien, weil jemand die Urheberrechtsdebatte zur Sachlichkeit zurückbringen möchte. Und dann wird auch gleich vermutet, die Befürworter einer Reform wollen doch eh nur kopieren und alles umsonst, während man sich momentan auf z.B. einer Schutzfrist ausruht. die noch den Urenkeln Einnahmen verspricht für ein Buch das dann vielleicht vor 100 Jahren geschrieben wurde. Wie absurd ist das bitte?!

    Comment by Sven — 10.05, 2012 @ 21:00

  42. Mike:

    Ach und “Filesharing ist Promotion” Als ob auch nur 1% der Filesharer ansschließend Geld ausgeben für den den Künstler.

    Kannst Du das auch untermauern oder ist das einer der üblichen Beweis-durch-Behauptungsversuche?

    Mike:

    Wieso wird eigentlich nur den Kreativen Gier vorgeworfen? Leute, die sich 40.000 Lieder runterladen, sind auch gierig.

    Hast Du Dir jemals ausgerechnet, wie lange es dauern würde, bis dieser jemand 40.000 Lieder hat angehört?
    Bei nur 3 Minuten pro Stück müsste er mehr als 80 Tage ununterbrochen hören.

    Aber ich kann Dir sagen, was das ist. Das ist nichts weiter als der Sammlertrieb, sofern er dieses behält. Und der würde das mitnichten kaufen auch wenn es dieses nur über den Weg des Kaufens gäbe.

    Und dann gibt es noch diejenigen, die P2P tatsächlich als Radio nutzen und entsprechend Probehören und bei Gefallen dann das entsprechende auch kaufen.

    Comment by Phil — 10.05, 2012 @ 21:03

  43. These: Wenn materielle Güter die gleichen Eigenschaften hätten wie immaterielle (Stichwort #wieeinfahrrad), gäbe es gar keine Gesetze, die so etwas wie Diebstahl sanktionierten. Wohl aber welche, die es fallweise unter Strafe stellen würden, jemanden sein Recht auf Duplikation streitig zu machen.

    Das Diebstahl verboten ist und zwar schon wesentlich länger, als jedwedes Immaterialgüterrecht existiert, hat elementar mit der Begrenztheit materieller Ressourcen zu tun.

    Und heute? Die rhetorische Gleichsetzung materieller und immaterieller Güter und deren kontinuierliche Festschreibung im juristischen Regelwerk treibt gar wundersame Blüten, z.B. die der “elektronischen Bibliothek”, wie ich neulich zur Kenntnis nehmen musste.

    Einst war die Bibliothek eine findige Lösung für das Problem, dass Informationen nur mündlich oder gebunden an einen materiellen Träger (mit-)geteilt werden konnten. Es war unmöglich, genug Papyri (später Bücher) für alle Interessenten zur Verfügung zu stellen. Aber wenn man einen möglichst vollständigen Schatz an Informationsträgern zentral vorhält und diese zeitlich begrenzt verleiht, kann man sie sehr vielen Menschen mehr zugänglich machen, als wenn jeder eine eigene Ausgabe in Besitz nehmen müsste.

    Die “elektronische Bibliothek” versucht nun so etwas im Netz zu simulieren, indem man einerseits die Anzahl gleichzeitig auszuleihender, elektronischer Bücher (resp. zu verteilende Kopien) global begrenzt (obwohl dafür kein rationaler Grund existiert) und andererseits gibt man diesen “ausgeliehenen Kopien” natürlich ein Ablaufdatum, nach welchem sie nicht mehr lesbar – dafür aber wieder in der “Bibliothek” verfügbar – sind.

    Die Beweggründe für diesen Schildbürgerstreich sind unter der Ägide des Verwerterrechtes betrachtet so verständlich, wie unsinnig. Was einst ein “workaround” zur quasi Verflüssigung fester Ressourcen zum Zwecke der stärkeren Mehrung und Verbreitung wissenschaftlicher und kultureller Informationen war, wird heute zum Diktum einer Kaste von vermeintlichen “Informationsbesitzern”.

    Das Beispiel allein verdeutlicht die Absurdität, die sich in diesem Problemfeld abzeichnet: Statt neue Probleme zu lösen, konserviert man heute die längst gelösten Probleme der Vergangenheit, zum Zwecke der weiteren Ausbeutung einst lukrativer Geschäftsmodelle.

    Ich fürchte, wer seine Berufung darin sieht, die Probleme der Vergangenheit zu konservieren, wird selbst zum Problem – schliesslich zur Vergangenheit.

    Comment by Dominic — 10.05, 2012 @ 21:03

  44. @Kai:
    “Ich verteidige nur und ausschließlich ein Modell: Dass der Urheber alleine und uneingeschränkt bestimmen kann, was mit seinem Werk geschieht”

    Das nehme ich Ihnen nicht ab: was Sie damit beschreiben hat mit den Marktverhältnissen rein garnichts zu tun. Denn darüber bestimmt im Wesentlichen der Verwerter und nicht der Urheber.

    Und für beide gilt: wenn sie ihre Produkte nicht selbst vermarkten, sondern sich von iMusic oder Amazone über den Tisch ziehen lassen und auch noch von der GEMA, die sogar für jedes Abspielen eines Teasers kassiert, dann sollten sie nicht über zuwenig Profit beschweren, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen – in einem den Wettbewerbsregeln unterworfenen, offenen Markt, wie viele andere Anbieter auch.

    Wenn ich Radio höre, plädiere ich eher auf einen Rechtsanspruch, von Chartmusik verschont zu werden…

    Comment by Fritz B. — 10.05, 2012 @ 21:05

  45. Und wenn Sie auf einen Kopierschutz stoßen (wo eigentlich?)

    eBooks DRM, gebunden an Geräte, keine Kopie
    DVD mindestens CSS
    Bluray/HD verschiedene Verfahren
    WMA DRM
    Welches Medium wird ohne verkauft? Ev. CD

    dann liegt das daran, dass der Urheber eben in diesem Fall nicht möchte, dass jemand privaten Kopien angefertigt.

    Und? Was ändert das daran, dass man für ein Recht zahlt, welches man nicht in Anspruch nehmen kann

    Dann hat derjenige nämlich das Gesetz nicht verstanden.

    Tja, wenn man sich alles von Lobbisten zu Recht erklären lässt ist das auch ganz einfach. Was ist dem Urheberrecht schon alles geopfert worden?

    Richtervorbehalt bei mehreren TSD Anfrag in einem Rutsch? Einzelfallprüfung? Abmahnwahn… Geschäftsmodelle die weniger die soganennte Künstlerische Arbeit würdigen, sondern einig der Abmahnung dienen

    Was steht noch an?

    Internetsperren weil Provider Meldung bekommen ohne Nachprüfungsmöglichkeit u.v.m

    Comment by Christian — 10.05, 2012 @ 21:09

  46. Meine Frau hat neulich ein Buch von Roger Willemsen geschenkt gekriegt. In dem Buch lässt er den Leser an seinen Reisenbeobachtungen an den exotischsten und abgelegensten Stelle der Welt teilhaben. Der Autor sonnt sich bei seinen Erzählungen dabei so in seiner Eloquenz und intelektuellen Superiorität, dass meine Frau das Buch nach drei Kapiteln zur Seite gelegt hat. Dass der veehrte Herr sich jetzt auch noch zum Urheberrecht äußert, wundert mich nicht…

    Comment by Anonymous — 10.05, 2012 @ 21:17

  47. Diese ganze gesabbel vonwegen “Waeh, wenn kopiert wird koennen die Urheber nicht mehr davon leben und wir haben gar keine Kultur mehr” geht mir sowas von auf den Geist. Was viele nicht zu begreifen scheinen: der direkte Verkauf eines Werkes ist EINER von vielen Revenue Streams! Sicherlich der bequemste, aber das kann doch nicht das Problem der Konsumenten sein! Ich bin selber Urheber. Meine Firma entwickeln Spiele und Apps fuer Smartphones etc. Wenn wir sehen eine App verkauft sich nicht, wird sie eben Free2Play mit Werbung released. Oder Freemium mit item store. Oder komplett frei in der Hoffnung ein potentieller Auftraggeber sieht sie und wir bekommen einen bezahlten Auftrag rein. Und das geht analog auch mit Musik (Konzerte, Merchandise etc.), und anderen Werken. Hoert auf zu jammern und passt euch dem Kunden an verdammt noch mal -.-

    PS: Was natuerlich auch meiner Ueberzeugung nach garnicht geht ist Geld mit den Kopien machen, aber da gehts auch nicht mehr um den Konsumenten.

    PPS: Ja, ich bezahle fuer Musik, Filme, Spiele, Buecher etc.

    Comment by Alex — 10.05, 2012 @ 21:17

  48. @UH 27.: Das ist ein weiterer Baustein in dieser jämmerlichen Auseinandersetzung. Anstatt sich mit dem Problem zu befassen, dass etablierte Geschäftsmodelle offenbar nicht mehr funktionieren, wird die Opferplatte aufgelegt.
    Am besten noch mit einem Hinweis garniert, dass Künstler ja auch im Dritten Reich verachtet und verfolgt wurden.

    Anstatt sich mit Problemen auseinanderzusetzen ist es in Deutschland in den letzten Jahren in Mode gekommen, sich als Angehöriger einer diskriminierten Minderheit zu gerieren. Ich kann das inzwischen echt nicht mehr hören.

    Das es mit dem Urheberrecht Probleme gibt, sollte inzwischen jeder gemerkt haben. Also sollten wir uns an die Arbeit machen, das heißt eine Gesamtgesellschaftliche Debatte führen. Und das fäng damit an, dass beide Seiten mal das Gejammer einstellen, und die Ärmel hochkrempeln.

    Comment by jali — 10.05, 2012 @ 21:21

  49. Ich bin ein langjähriger Kunde von Urhebern und ich bin es leid. Ich bin es leid, daß mir als Nutzer des Internets von Autoren alle Nase lang unterstellt wird, daß ich deren Rechte verletzen würde und sie bestehlen würde. Meine letzte Urheberrechtsverletzung ist 25 Jahre her. Damals habe ich Disketten für C64 und Amiga kopiert. (Ich hoffe, das ist verjährt.) Seit 1990 benutze ich das Internet regelmäßig. Und ich kaufe Software, Bücher, Filme und Musik. Mittlerweile auch über das Netz. Über legale Vertriebswege wie z.B. iTunes oder Amazon.

    Ich bin es auch leid, daß ich als Kunde, der “alles richtig macht” trotzdem dafür von den Rechteverwertern gegängelt werde, bis es mir zu den Ohren wieder herauskommt. Kopierschutz, Regionaleinschränkungen in Form von Ländercodes, Einfuhrbeschränkungen, und Digitales Rights Management verleiden es mir als zahlenden Kunden. Ich bin dann zeitweise dazu übergegangen, einfach zu verzichten. Ja, ich kaufe nichts, aber ich kopiere, streame, oder wasauchimmer dann auch nicht. Deren Verlust, nicht meiner. Und ich habe dennoch viel Geld in digitale Güter gesteckt. Auch in “analoge” wie Bücher und Schallplatten oder Videokasseten (VHS).

    Ein Beispiel: ich habe DOS 5.5, das Upgrade auf DOS 6.2, Windows 3.1, Windows 95, Windows 95a & 95b, Windows 98, Windows 98SE, Windows XP Home, und zuletzt Windows Vista gekauft! Das ist alles allein für meinen Privatgebrauch. Die ausgelassenen Versionen dazwischen habe ich NICHT kopiert oder anderweitig “benutzt”! Ich habe sie einfach nicht verwendet. Oder gebraucht. Sicher reicht der Erlös davon nicht, um einen Microsoft-Mitarbeiter für einem Monat sein Gehalt auszuzahlen, aber für mich ist das eine ordentliche Stange Geld. Zumal ich viel davon noch als Student erworben habe. Mit einem Gehalt als Studentischer Mitarbeiter.

    Aber diese Einseitigkeit von den Urhebern und den Rechteverwertern geht mir langsam auf den Senkel. Eines kann ich diesen Leuten sagen: Ihr macht Eure Situation dadurch nicht besser. Jedes Wohlwollen meinerseits Euch gegenüber verspielt ihr mehr und mehr mit Stellungnahmen dieser Art. Ich schaue mich immer häufiger nach Alternativen um. Und damit meine ich nicht illegale oder halblegale Kopien, sondern Lizenzmodelle, die mir als Kunden entgegenkommen. Wenn Euch dadurch Geld verloren geht, kratzt mich das nicht (mehr).

    Comment by Arnulf — 10.05, 2012 @ 22:00

  50. So gesehen entstehen Gedanken und Phantasien und damit Werke ja nicht im luftleeren Raum sondern sind immer Folge eines sozialen Prozesses, sie werden also aus der Masse des Vorhandenen gebildet oder unter den Umständen der Gegebenheiten. Es ist also ein gesellschaftlicher Prozess den man auch nicht in Teilen urheberrechtlich schützen kann, nur weil jemand diese Gegebenheiten zuerst vermarktet hat. (Diese Leute setzen anscheinend Ihre “Außergewöhnlichkeit” voraus) Außerdem… wie weit soll das denn gehen, wenn man`s weiterführt, wie beim Patentrecht, wo versucht wird alles zu kontrolieren ?

    Comment by Michael Willers — 10.05, 2012 @ 22:43

  51. Die Sache ist doch ganz einfach:
    Niemand wird dazu gezwungen, Musik zu hören oder Bücher zu lesen. Warum also an den Rechten derer rütteln, die sie brauchen, um zu überleben?
    Verdienen Musiker denn so viel Geld? Und lassen wir doch mal die oberen 100 weg…
    Was mein Vorredner Arnulf erzählt, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, aber mit derlei Praktiken hantieren Verwerter, nicht Urheber. Und ohne die Verwertung von derlei Gütern – ob Materiell oder nicht – würde es eine Menge davon gar nicht geben. Und gerade bei uns Musikern wäre das doch schade, oder?!

    Comment by Nils Patrick — 10.05, 2012 @ 22:55

  52. Liebe “Urheberrechtsverteidiger”,
    niemand, der je Musik hörte oder ein Buch las will Künstlern etwas wegnehmen. Künstler werden bewundert. Kein einziger der Künstler, der unterschrieben hat, kennt persönlich ein echtes Problem mit Raubkopierern. Der Begriff Raubkopierer ist ein Kampfbegriff einer knallharten Industrie. Die Realität sieht so aus:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Filesharing-foerdert-Gemeinwohl-202690.html

    Ich gebe ja gerne zu, dass die Unterzeichner hart gearbeitet haben, dass der Erfolg meist nicht einfach von selbst kam. Ich gönnen ihnen jeden Cent. Man kann es ihnen nicht verdenken, sich heute in einem System bequem gemacht zu haben.

    Ihr “Schrieb” ist tatsächlich Ausdruck der Angst, dieses System könnte platzen. Doch es platzt auch deshalb, weil es ihnen an Kreativität mangelt.

    Heute gehen Künstler andere Wege, nutzen das Netz kreativ, betrachten Fans aus Rückkoppelung, als Bestätigung und nicht als Feinde. Wenn ein Künstler tatsächlich unter Raubkopien leidet, folglich sein Manager aus nachgewiesenem Interesse kein Kapital schlagen kann, dann ist dem nicht mehr zu helfen. Der Manager gehört gefeuert.

    Die Zeiten ändern sich. Das Netz hat gerade erst begonnen und schon geht für alternde Damen und Herren die Welt wieder einmal unter. Wenn die dabei das Netz mitreißen wollen, dann geht das nicht mit mir.

    Comment by Joachim — 10.05, 2012 @ 23:55

  53. Eine sachliche Debatte führen? Das versuchen wir: mit Grünen, Piraten, einem Tatort-Autor und einem Verwerter: http://www.twittwoch.de/urheberrecht/

    Comment by Thomas Pfeiffer — 11.05, 2012 @ 00:22

  54. Die Produkte Elke Heidenreich, Roger Willemsen und Charlotte Roche wurden zum Teil mehrere Jahre lang kostenlos an Mediennutzer verteilt (durch WDR, Premiere, Viva etc. bzw. durch deren Werbekunden). Ihre späteren Karrieren als Buchautoren wären sonst weniger spektakulär verlaufen.

    Comment by Zumi — 11.05, 2012 @ 00:32

  55. Nun ja…wie man sieht gehen hier nur die Subjekte der Massenkultur scheinbar auf die Barikaden und sind dabei die alleinigen Nutzniesser einer zugespitzten Medienindustrie – die ohne das Internet gerne noch engere Fesseln um die Kultur (und das was diese Industrie als Kultur zulässt)gelegt hätte.

    Das alles unter dem Deckmäntelchen Urheberrecht.

    Man erinnere sich vielleicht nur noch an die Breite des Angebots im früheren öffentlichen Rundfunk & Fernsehen…wo heute nur noch Musik gesendet wird wenn sie halbwegs genehm ist.
    Selber Musiker erlebe ich immer wieder das, wenn tatsächlich mal Features über meine Musik (Nischenmusik) gesendet wird krampfhaft immer nur die ‘schönen eingeängigen’ Ausschnitte herhalten müssen.
    Undenkbar ist Heute ein WDR Fernsehen, das am Heiligabend um 20:15 sich erdreistet ein Konzert des deutschen FreeJazz-Berserkers Peter Brötzmann auszustrahlen…So geschehen allerdings noch in meiner Jugend.

    Stattdessen ist die Welt zugehauen mit Tonnen von CD’s und Aufnahmen von Künstler und verschiedensten Musiken und Filmen soweit das Auge nur sehen kann….Ein Angebot von dem nur Bruchteile das Licht der medialen Öffentlichkeit erblickt.
    Unmöglich dieses Angebot überhaupt annähernd zu überblicken und darin auch noch auszuwählen und….dann auch noch zu kaufen.

    Andererseits wurde eine Vinylproduktion früher nur produziert wenn es man es sich reiflich überlegt hatte, da die damals noch ernormen Kosten dafür einfach zur Selbstreduktion zwang.

    Man schien damals tatsächlich auch einen gewissen Überblick zu haben was da so als Vinyl in den Läden und auf den Markt kam.
    Man glaubte sogar zu wissen was der jerweilige Künstler da so alles geschaffen hat.
    Und – man hatte dementsprechend große Plattensammlungen.

    Nur – was alleine in den letzten 10 Jahren da aus verstaubten Truhen, Kammern und Schubladen hervorgezaubert wurde an mitgeschnittenen Konzerten und unveröffentlichten Abfallprodukten – lässt einen erschauern über die gewonnene Freiheit des Internets.
    Vieles entdeckt man neu und hört man zum ersten Mal nach Jahrzehnten in der Versenkung…hervordigitalisiert in unzähligen Download-foren und Portalen entsprechender sogenannter Nischen-kunst.
    Selbst eigene Produktionen – scheinbar für immer verloren – tauchen plötzlich aus den Schubladen von Usern auf….zur Freude vom Urheber und finden ihren Platz endlich auf Vinyl….die man höre und staune auch gekauft werden mit wachsenden Bedarf.

    Wenn also diese Freiheit – eine neue Freiheit wieder eingestampft wird unter dem Deckmantel Urheberrecht dann würde das einer Bücherverbrennung gleichkommen – im warsten Sinne des Wortes, da im Augenblick kein digitales Medium existiert das gesichert länger als 10 Jahre Daten speichert. Ich erinnere nur an all die verlorenen Einspielungen auf Dat, A-Dat, CD’s usw…….

    gute nacht auch

    Comment by thomas — 11.05, 2012 @ 00:49

  56. interessant, dass “jeder” glaubt, eine kopie sei in jedem falle ein ersatz für einmal kaufen. studien widerlegen das aus 2 richtungen, zum einen fehlt einigen schlicht das geld, sich die beispielsweise cd zu kaufen, ergo führt die kopie zu keinem schaden für den urheber, im besten fall ist es aber werbung. die 2. geschichte ist jene, die durchaus häufig passiert: jemand schaut sich bei youtube etwas an oder lädt sich ohne zu bezahlen etwas aus dem netz auf den rechner, um dann bei gefallen die bspw. cd zu kaufen.
    ich mag es, eine cd zu haben mit cover und booklet. ich lese bücher in bibliotheken und kaufe mir anschliessend jene, die mir besonders gut gefallen haben. ich kaufe filme auf dvd um sie nach dem ansehen dann wieder zu verkaufen. wobei letzteres ja ganz bestimmt schon wieder die geschäftsmodelle anderer leute bedroht.
    das ganze gejammer und gezeter ist doch banane, es gibt keinen beleg dafür, dass ein urheber weniger verdient weil irgendwo kopien entstehen.
    letztendlich müssen die produkte der urheber so attraktiv sein, dass andere sie kaufen möchten. und dies über vertriebswege, deren hürden niedrig sind und zu bedingungen, die es mir ermöglichen das gekaufte egal wie verwenden zu können, ohne einschränkung, schutz, restriktion. wenn ich etwas kaufe habe ich genau diesen anspruch. wenn der nicht erfüllt wird, bleibt das produkt eben im regal.

    Comment by lotta — 11.05, 2012 @ 00:54

  57. @Lotta: Genau, man entscheidet einfach selber, ob man für ein Produkt bezahlen möchte oder eben auch nicht. Habe ich das richtig verstanden?

    Comment by Kai — 11.05, 2012 @ 01:07

  58. @57 ist doch de facto heute schon so (wenn auch nicht de jure). Trotzdem ist unsere Zivilisation noch nicht den Bach runter gegangen und die die am lautesten Jammern haben soweit ich mich erinnern kann trotzdem noch ganz ordentliche Zahlen in der Bilanz stehen. Also wo ist das Problem?

    Comment by Alex — 11.05, 2012 @ 01:56

  59. Ok. Ich werde versuchen als Musiker und Urheber “kurz” dazu Stellung zu nehmen.
    Ich kann mich nach ca. 25 Jahren Erfahrung durchaus als “Profi”-Musiker nennen. Mit meiner ehemaligen Band haben wir eine CD veröffentlicht, die über ein Verlag verlief.Ich habe nahezu alle Titel mitgeschrieben, grösstenteils davon alleine, aber Geld von unseren Verkäufen habe ich bisher noch nie gesehen!Klar, man stellt sich sicher die Frage, warum geht man so einen Deal ein, warum unterschreibt man so einen Vertrag?
    Ganz einfach, als Musiker willst Du doch “die Bühne rocken” und Deinen Namen verbreiten. Was blieb uns anderes damals übrig.Was hat uns aber dieser Deal gebracht?Nun, wir haben die Produktionskosten (da schliesse ich Aufnahmen und CD-Produktion mit ein) und die Promotion nicht zahlen müssen.Also, ist das doch ok.
    Aber, muss ich dafür wirklich Jahrzehnte lang meine Rechte an einen Verleger abgeben?

    Denke ich nochmal an die Zeiten zurück, wo es noch Kassetten gab, muss ich feststellen, dass ich sehr wohl viele Sachen kopiert habe, sogar “gesammelt” habe.Ich hatte doch als Schüler nicht genug Geld mir das alles zu kaufen! Also, machte ich meine eigene kopierten Tapes.
    Und jetzt kommt der wichtigste Punkt der Debatte: all diese Musikstücke und Songs haben mich in irgendeiner Art und Weise als Musiker geprägt, weiterentwickelt und wurde Fan von den Bands. Ich hörte ihre Musik raus, lernte dabei jede Menge! Wäre mir all das verwehrt geblieben, würde ich musikalisch heute nicht so da stehen, da bin ich mir ganz sicher.Deshalb kann ich diese Forderung absolut nachvollziehen, dass Kinder und Jugendliche einfach nicht kriminalisiert werden dürfen. Diese Werke sollten tatsächlich als Kulturgut betrachtet werden. Zur Ergänzung: Zu den Konzerten dieser Bands gehe ich noch heute! Und kaufe Merch-Artikel!

    Nun, aber zurück zu meinem Verdienst.
    Klar, als Musiker will ich gerecht entlohnt werden für meine kreative Arbeit.Aber die Zeiten haben sich wirklich geändert. Der CD-Verkauf geht stetig zurück und man braucht neue Konzepte und Ideen, auch was die Vermarktung der Bands angeht. Heute haben wir die technischen Möglichkeiten mit einer “Low Budget”-Produktion ebenfalls sehr gute Ergebnisse zu erzielen.Die Aufnahmetechnik hat sich durch die Jahrzehnte rasant entwickelt. Und eine Selbstvermarktung ist heute schon viel einfacher als früher. Dafür gibt es sehr gute digitale Vertriebswege.Und genau dies gilt es zu verbessern und zu entwickeln. In die richtige Richtung gehen die Download-Portale (iTunes, Musicload und Co.), aber auch die “Flatrate”-Angebote von Spotify, Simfy und Napster.Besonders hier bedarf es aber noch einiger Veränderungen, was die Tarifsruktur angeht, denn das was Spotify anbietet, davon können wir Musiker nicht leben, nicht mal eine Lady Gaga.
    Aber letztendlich entscheidet doch immer der Markt und die Zuhörer. Wollen sie diese Musik hören, was ich mache? Finden es die Jugendlichen “cool”? Fahren sie darauf ab?Animiert sie das zum Konzert zu kommen?
    Ich denke, wenn das “Produkt” (damit einbeschlossen Musik, Auftreten der Band, Design, Vermarktung usw.) stimmt und ansprechend ist, werden die Leute meine Songs downloaden und mir viele Klicks verschaffen.
    Und wenn sie davon total überzeugt sind, kommen sie auch zum nächsten Konzert und begeistern vielleicht ihre Freunde (und jetzt kommts: dann ist es mir ehrlich gesagt erstmal scheissegal, ob diese Freunde dann eine Kopie haben!)

    Gute Musik, gutes Produkt wird immer unterstützt oder “gekauft”! Der Markt bzw. die Zuhörer werden schon selbt entscheiden und darüber ihre Urteil fällen. Wir sollten die Konsumenten nicht bevormunden.

    …jetzt wurds doch sehr lang. ;)

    Comment by Gordon — 11.05, 2012 @ 01:56

  60. Der “Appell” der Urheber mag etwas zu reißerisch sein. Man kann die Sorgen den Künstlern aber dennoch nicht verdenken.

    Ich kann bereits den Ansatz der Urheberrechtsgegner nicht verstehen. Wenn ich für Bücher oder Musik nicht bezahlen möchte, zwingt mich doch dazu keiner. Ich muss dann nur selbst musizieren oder meine Bücher selbst schreiben.

    Sich die begehrten Dinge aber einfach trotzdem zu nehmen, ist, unabhängig von der Terminologie (Diebstahl, o.ä.) und das müsste auch dem Laien einleuchten, nicht in Ordnung.

    Mit dieser Grundprämisse könnte man nämlich auch das körperliche Eigentum abschaffen.

    Comment by Arno Lampmann — 11.05, 2012 @ 05:31

  61. “Sich die begehrten Dinge aber einfach trotzdem zu nehmen, ist, unabhängig von der Terminologie (Diebstahl, o.ä.) und das müsste auch dem Laien einleuchten, nicht in Ordnung.”

    Bleiben Sie sachlich. Niemand bricht in die Wohnungen der Urheber ein und eignet sich klandestin Dinge an. In der öffentlichen Urheberrechtsdiskussion geht es nur um Dinge, die Urheber mit freiem Willen veröffentlicht haben. Und es geht nur darum, dass sie für die Konsequenzen ihrer Veröffentlichung Geld haben wollen, ohne dass es sich mit marktwirtschaftlichen Gesetzen zur Deckung bringt.

    Nehmen wir zum Beispiel Fernsehen: Man hat mindestens drei Möglichkeiten, seine veröffentlichten Leistungen zu verbreiten: a) über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann werden die Künstler über Steuern bezahlt (auch die Hungerleider vom ARD-Tatort, die offenbar von der ARD enteignet worden sind, so wie sie jammern, b) man kann es über das offene Privatfernsehen machen. Das haben die Konservativen eingeführt, die Künstler werden von Werbung bezahlt, der Konsument zahlt nichts, c) es gibt die 1:1-Finanzierung: verschlüsselter Content im Pay-TV wie bei Skype

    Wer seine Dinge unverschlüsselt veröffentlicht, gibt zu erkennen, dass er keine exakte Konsumentensteuerung haben will. Frau Heydenreich z.B. hat viel Geld über ARD verdient, also unverschlüsselt veröffentlicht.

    Wenn die Unterzeichner Kopien ihrer Werke kontrollieren wollen, sollen sie sich gefälligst ein wirksames Digital Right Management besorgen und dann managen. Aber mit dem Müll die Landschaft verseuchen und dann nachträglich Geld dafür fordern ist unterste Schuhkiste.

    Es ist nicht Aufgabe des Staates, für Künstler tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln und per Staatsmacht durchzusetzen, wenn der Markt es nicht hergibt.

    Wer seine Inhalte nicht kopiert sehen will, soll einen Kopierschutz dran tun. Bei Sky im Fernsehen funktioniert das seit Jahren. Mir geht das unqualifizierte Gejammer der faulen Urheber, die den Schutz ihrer Werke den Konsumenten leistungslos aufhalsen wollen, auf die Eier. Es ist unsachlich, nicht zukunftsweisend und im Kern gegen die Freiheit, antiamerikanisch und wirtschaftsfeindlich: altbackene, urdeutsche Verhinderungslaberei.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 07:36

  62. @Arno Lampmann – 60

    “Ich kann bereits den Ansatz der Urheberrechtsgegner nicht verstehen.”

    Dann versuche ich, das nochmal auf eine andere Weise zu verdeutlichen:

    Mit dem “Internet für alle” (PC aus dem Supermarkt und dazu eine Billigflatrate vom Reseller) hat sich die Welt verändert – der Amerikaner würde sagen “big time”.

    Seit dem läuft mit “Raubkopierer sind Verbrecher” die Fortsetzungsfolge der beliebten 80er-Jahre Sendung “Home-taping is killing Music” (s.Wikipedia).
    Stichwort: Kriminalisierung der Schulhöfe.

    Von Seiten der Urheber / Verwerter hat sich seit aufkommen der Musikkassette / VHS / CD nichts an ihrem Argumentationsmuster verändert.
    “Wir sind im Recht, der Kopierer im Unrecht”.

    Es gab nichts, was die Urheber zu den “big time” veränderten Voraussetzungen zu sagen haben!
    Alles was von Urheberseite kommt ist als Protektorat zu bezeichnen und gipfelt in der Unterstützung von ACTA, Internetüberwachung und Zensurmaßnahmen.

    Sorry, man muss den Ansatz der Urhebberrechtsgegner gar nicht verstehen, wenn man die Folgen dessen betrachtet, was die Urheber auf dem Wunschzettel haben.

    Comment by Gast — 11.05, 2012 @ 08:03

  63. @Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Martin Walser oder Charlotte Roche
    Sollen sie doch ihr geistiges Eigentum bei sich behalten. Wer sagt den das die Welt das ganze Geblubbere braucht oder uns weiter bringt?

    Comment by Geheimrat — 11.05, 2012 @ 08:35

  64. Ich kann beide Welten verstehen. Auf der einen Seite habe ich ein (recht erfolgreiches) Sachbuch geschrieben, wofür ich auch bezahlt werden will. Auf der anderen Seite habe ich auch in einer IT-Firma gearbeitet, die Open Source verfolgt. Daher ist mir auch der Gedanke des “Mehrwerts durch Teilen” nicht fremd.

    Viele Diskutanten wollen eine sachlcihe Diskussion. Warum fällt das so schwer? Ein Grund dürfte sein, dass sich Anerkennung im Geschäftsbereich immer noch in Geld bemisst. Likes und Shares – ganz nett, aber am Ende des Tages zählt das Geld bzw. das Brot, das man sich damit kaufen kann. Damit verbunden ist ein tief verankertes Gerechtigkeitsgefühl. Das reagiert eben sensibel, wenn man im Bereich seiner Arbeit “bestohlen” wird. Dieses Gefühl muss man kennen und respektieren, sonst wird das mit der Diskussion nichts.

    Auch die Urheber müssen sich öffnen und akzeptieren, dass sie neue Geschäftsmodelle suchen müssen. Aber die “totale Enteignung” und Kopien für alle kann auch meiner Meinung nach nicht die Lösung sein.

    Comment by Markus Väth — 11.05, 2012 @ 09:19

  65. Mich hat vor Allem überrascht und enttäuscht, dass solche Ikonen der Kultur sich vor solch ein populistisches Vorhaben einspannen lassen. :-( Willemsen und Co. müssen wohl wirklich wahnsinnige Zukunftsängste plagen, wenn sie da einfach mitziehen, statt sich in eine Debatte zur medialen Zukunft einzuklinken. Spieleentwickler Marcel-André Casasola Merkle hats azf der re:publica richtig gesagt: DRM (und damit jegliche User-Unterdrückung, sag ich) straft nur die Fairen, während sich die Unfairen den Aufwand und Mühren sparen können, irgendwelchen Kopierschutz zu berücksichtigen. Als Spotlight auf die Urheberrechts-Debatte, wie sie im Moment läuft, sagt das für mich: Einmauern ist OUT, gegen die Bedürfnisse einer modernen Userschaft wird auf Dauer nur ein Konsens beider Seiten stehen können.

    Comment by Majo — 11.05, 2012 @ 09:26

  66. @string
    Und wenn Sie auf einen Kopierschutz stoßen (wo eigentlich?)
    DVDs, Blu-Rays, Enooks. Schon mal vön gehört?

    Was jedem anderen aber eben nicht zusteht ist, mit dieser Begründung dann die Rechte des Urhebers zu verletzen.
    Es steht dem Urheber aber zu, durch Leermedien etc. Geld dafür zu kassieren? Daraus wird nichts.

    Comment by Moon — 11.05, 2012 @ 09:56

  67. Ich finde es erstaunlich, daß die Debatte seit Jahren keinen Deut klüger wird. Das liest man 63 Kommentare, davon 50 von den Gegnern des Urheber-, bzw. Verwertungsrechts in heutiger Form, und keine Argumente, nur Forderungen…
    Am relevantesten scheint mir die Frage der Sozialpflichtigkeit des (geistigen) Eigentums bzw. der Sozialbindung (Artikel 14 GG). Diese könnte man jetzt noch mal differenzieren bzw. ausweiten. Sie gilt für alle Dinge, Güter unserer Erde und nach Auffassung des Kommentators, Stadler, besonders für geistige Dinge, also die Produkte, an denen man “geistiges Eigentum” haben könnte (er begründet dies, wenn man genau hinsieht, nur für die Wissenschaft mit dem Umstand, daß zum einen jeder, der neues Wissen produziert, bereits vorhandenes Wissen weiterverarbeitet, und damit, daß, kurz gesagt, jeder, der Wissen produziert, ja schon durch Ämter, Pensionen, Preise oder Prestige[gewinn] bezahlt ist). Letzteren Gedanken kann ich in soweit verstehen, daß man sagen könnte, wenn eine Universität Geld für Forschung aufwendet, will sie auch die Ergebnisse verwerten können – warum sollte es dann der Prof sein müssen, der mit seiner Arbeit verdient. Ob das nicht sowiso so ist, und warum nicht, weiß ich nicht und halte es auch für einen, wenn auch auf jeden Fall nicht unerheblichen, Teilaspekt.
    Vermutlich wäre schon mal ein Schritt getan (und scheint mir juristisch auch schon so zu sein), daß man diese Frage aber nicht vermengen sollte mit den Ansinnen freier, nicht institutioneller Künstler und deren Verwerter.
    Hier leuchtet mit weiterhin nicht ein, warum die ihr Werk jetzt sozialgebunden denen frei zur Verfügung stellen sollen, die sie sich dann auf ihre schicken Tablets ziehen, die sie sich mit dem Geld gekauft haben, daß sie als Versicherungsvertreter durch Wissensaufbereitung und Vermittlung rund um das Versicherungswesen, als Lehrer für die Vermittlung von schulischem Wissen, als Webseiten-Programmierer für ihre Programmierungsarbeit usw. verdient haben.

    Comment by René Kohl — 11.05, 2012 @ 10:04

  68. Ich lese immer nur, dass die Piraten sich gegen den Vorwurf wehren, das Urheberrecht abzuschaffen. Was ich nie lese, ist ein Vorschlag der Piraten, wie es den so reformiert werden kann, dass die Interessen der Urheber gewahrt bleiben. Da heißt es dann immer, es sei Sache der Urheber selbst, sich taugliche Geschäftsmodelle zu überlegen.
    Das ist zu wenig.

    Comment by Michi — 11.05, 2012 @ 10:06

  69. “Denn wer sich auf Eigentumsrechte beruft, muss auch anerkennen, dass das Eigentum der Sozialbindung unterliegt (Art. 14 Abs. 2 GG). Weil die Schaffung eines Geisteswerkes auch einen sozialen Prozess darstellt – und hier unterscheidet sie sich nochmals grundlegend vom Sacheigentum – ist die Sozialpflichtigkeit des “geistigen Eigentums” sogar besonders stark ausgeprägt, nicht zuletzt auch wegen ihrer enormen Bedeutung für den Bereich der Bildung und der Kultur.”

    Uiiii,damit hat Herr RA Stadler hier die geistige Grasnarbe intellektuell glatt unterflogen: die Sozialpflichtigkeit des Eigentums wurde seinerzeit ins GG unternommen, damit man die Instrumentalisierung von Vermögen gegen GG und Demokratie notfalls unterbinden kann – also wie etwa nach 1945 die Verstaatlichung des Citroen-Konzerns in Frankreich wegen Kolaboration mit der NS-Besatzung.

    Die Sozialpflichtigkeit des Eigentums im GG ist kein “Wünsch-Dir-was” und dient weder dazu, die Aneignungsbedürfnisse irgendwelcher Minderheiten (nicht einmal: Mehrheiten) zu befriedigen noch kriminelle Filesharer zu entkriminalisieren.

    Insofern ist das Zitieren der Sozialpflichtigkeit des Eigentums in diesem Zusammenhang rechtsphilosophischer/-historischer Unfug.

    Comment by BöserKritiker — 11.05, 2012 @ 10:15

  70. Ich verstehe nicht wie die Urheber darauf kommen, dass ich (und die Mehrheit der User) nix für Ihre Werke bezahlen will. Ich will den Preis für ein Werk bezahlen (ich will die Preise auch nicht senken oder erhöhen). Wenn ich mir allerdings ein Werk kaufe, möchte ich auch Rechte daran haben. Ich möchte die CD auf meiner Anlage hören, ich möchte eine MP3 Kopie auch in meinem Auto hören. Und da liebe Urheber habt Ihr recht, ich möchte diese Stücke dann nicht 2mal kaufen müssen. Es ist doch jetzt schon geradezu grotesk, was dem ehrlichen Käufer aufgebürdet wird:
    DVD´s: nicht überspringbare Copyright Hinweise
    (glaubt Ihr allen ernstes, das würden die Kopierer nicht wissen?). Beim ehrlichen Käufer wird also der Zeigefinger gehoben und der Kopierer freut sich über ungestörten Filmgenuss.
    CD´s: Der ehrliche Käufer kann teilweise die CD´s nicht abspielen, weil die Kopierschutzmechanismen ein Abspielen auf einigen CD-Player verhindern. Der Urheberrechtsverletzer hat keine Probleme die CD ohne Kopierschutzmechanismen abzuspielen.
    Computerspiele: Was da momentan abgeht ist das Grauen. Ich kaufe mir ein Spiel, muss es im Internet registrieren, muss mir 2 bis 3 Accounts bei dubiosen Unternehmen anlegen, muss wenn ich das Spiel spielen möchte die ganze Zeit online sein, etc… Der Kopierer freut sich er kann das Spiel einfach installieren und spielen.

    Bei all diesen Kopierschutzmechanismen: Was hat es geholfen??
    Richtig nix, diese Mechanismen gängeln die ehrlichen Käufer und die Werke werden trotzdem kopiert (Bei Spielen ist der erste Crack meist vor dem eigentlichen Spiel draussen….)

    All diese Mechanismen habe ich ertragen und die Werke, die mich interressierten GEKAUFT

    Aber was die Verwertungsindustrie nun vorhat, geht einfach zu weit.

    Ich bin nicht gewillt auch nur im Ansatz eine Vorratsdatenspeicherung zu akzeptieren um den Urhebern noch mehr Eingriff in meine ganz persönlichen Rechte einzuräumen.

    Und noch einmal: ich bin ein Konsument EURER Werke, also behandelt mich nicht wie einen Verbrecher.

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 10:16

  71. Vielen Dank für diesen Artikel. Man kann nur zustimmen und wünschen, ein solcher Artikel und eine wirklicher Fachdiskurs würden es einmal in unsere Printmedienhäuser schaffen.

    Aber das Interesse der Mehrheit der Bevölkerung scheint gering, und das Interesse der Verwerter scheint übermächtig.

    Danke!

    Comment by J. Schneider — 11.05, 2012 @ 10:36

  72. Zu einer sachlichen Diskussion würde auch gehören, dass die Verwerter und Urheber (zu denen ich mich auch noch selbst zähle), aufhören mich als Verbrecher und Dieb zu beschimpfen. Ich verweigere seit mehr als einem Jahrzehnt konsequent den Kauf von Musik, egal ob als CD, DVD oder Download. Ich übe also genau die Zurückhaltung aus, die von mir gefordert wird, wenn mir das Produkt nicht gefällt. Ich habe mir diese Produkt auch nicht anderweitig illegal besorgt. Trotzdem habe ich in der Zeit einen mehr als dreistelligen Betrag an Verwerter und Urheber im Audio-Bereich zahlen dürfen (über Leerkopieabgaben, Abgaben auf Kopiergeräte usw.).

    Wenn wir also die Diskussion auf diesem Niveau führen wollten, lautete die Frage also vielmehr: Wer bestiehlt hier wen? Spätestens als man sich das Recht auf Kriminalisierung der Umgehung eines Kopierschutzes beim Gesetzgeber erschlichen hatte, hätte man konsequenterweise auch auf die Leerkopieabgabe verzichten müssen. Zumindest aber müsste bei der Aufteilung dieser Abgabe jeder Verwerter der einen Kopierschutz angebracht hat mit der Summe 0 bedacht werden.

    Hier wird mit einer Doppelmoral an das Thema herangegangen, die nicht mehr feierlich ist.

    Die eigentlichen Betrüger (anders kann man das Verlangen von Geld für das Nichterbringen einer Leistung nicht nennen) stellen sich als die Opfer hin und zeihen jeden einen Dieb, der es wagt ihre Produkte nicht zu kaufen. Mein Recht auf Nichtkonsum wurde schon vor einer halben Ewigkeit beschnitten. Im Gegenteil darf ich noch nicht mal bestimmen, wer meine Zwangsabgabe erhält, sondern diese wird nach Popularitätsschlüssel verteilt, womit ich ironischerweise ausgerechnet die Leute am Meisten sponsere, die ich bewusst nicht finanzieren wollte.

    An Dämlichkeit nicht zu überbieten ist btw. das weiter oben gebrachte Argument: ohne Urheber gäbe es nichts zu kopieren, also ist deren Sichtweise die einzig relevante. Umgekehrt gäbe es ohne Publikum nichts zu verteilen, also ist die Sicht des potentiellen Publikums die relevante? Hier hat jemand nicht verstanden, was Interessenausgleich eigentlich bedeutet. Der Künstler hat so lange jedes Recht an seinem Werk, wie er dieses für sich behält. Sobald er es veröffentlicht, muss er mit Einschränkungen seiner Rechte leben, so wie jeder andere Mensch in jedem anderen Feld des Rechts auch.

    Kommen wir noch mal auf den Boden der Realität zurück. Ein modernes Urheberrecht sollte ein Interessenausgleich sein.
    1) Interessenausgleich heißt, dass die Kultur zuvorderst der Gesellschaft dienen soll und nicht dem Portemonnaie einzelner. Schutzfristen von 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers vertragen sich damit ebensowenig, wie die Einschränkung der Nutzung durch Lehre und Forschung.
    2) Interessenausgleich heißt weiterhin, dass ein Geschäftsmodell welches die Totalüberwachung aller Bürger erfordert einfach kein tragfähiges Geschäftsmodell sein kann. Hier haben einzig und allein die Verwerter versagt mit der Zeit zu gehen, da können weder Gesellschaft noch Konsumenten helfen.
    3) Interessenausgleich heißt schließlich, dass ein Künstler das Recht haben muss eine gewissen Zeit sein Werk zu monetarisieren und zu lizenzieren wie er möchte. In dieser Zeit muss es selbstverständlich illegal sein, gegen diese Lizenzen zu verstoßen, und seien die Forderungen noch so unangenehm.

    Das aktuelle Urheberrecht geht gemessen an dieser meiner Ansicht eines Interessenausgleichs bereits viel zu weit. Man muss also nicht gleich jede MP3 gratis haben können wollen, um sich am Status Quo zu stoßen.

    Statt sich also auf irrealistische Forderungen zu versteifen, die irgendwann nur dazu führen, dass das Pendel zurückschwingt und dabei alle die erschlägt, die es heute kräftig in die falsche Richtung drücken, sollten wir also anfangen uns darüber Gedanken zu machen, welche Rechte und Nutzungsformen gesamtgesellschaftlich fair wären.

    Ich persönlich halte 3-10 Jahre Nutzungsmonopol ab Veröffentlichung für den Urheber gefolgt von weiteren 1-3 Jahrzehnten eingeschränktem Monopol während denen nur die kommerzielle Nutzung durch den Urheber gesteuert werden kann für eine durchaus realistische Größe, die man als Diskussionsstart nehmen könnte.

    Die Leerkopienabgabe gehört ersatzlos gestrichen, sollten die Urheber und Verwerter weiter auf das Recht bestehen, das Brechen von Kopierschützen zu kriminalisieren. Die Alternative dazu ist das Recht auf Privatkopie als solches zu stärken, indem DRM schlicht verboten wird. Das Problem an der zweiten Lösung ist, dass man sich hier schlicht Geschäftsmodelle verbaut.

    Für den Software- und den Patentbereich sind weitere Änderungen notwendig. MMn gehören Patente ersatzlos gestrichen, Software sollte normal dem Urheberrecht unterstellt bleiben, allerdings müssten die Schutzfristen deutlich verkürzt werden (und das schreibe ich als Software-Entwickler). Alternativ müsste das Recht auf Interoperabilitätsherstellung, Reverseengineering und verwandtem massiv gestärkt werden.

    Comment by Kommentator — 11.05, 2012 @ 10:56

  73. Eine Frage drängt sich mir bei den ganzen Urheberrechtsdebatten ständig auf. Liegt evtl daran dass ich zu unwissend bin, oder mir die Gängelung dadurch immer mehr auf den Nerv geht:

    Auf alle möglichen Dinge, die zum Vervielfältigen von urheberrechtlich geschützten Werken genutzt werden können (Fax, Drucker, Speichermedien) muss ich Abgaben zahlen, auch wenn ich noch kein Werk Vervielfältigt habe und das evtl nicht vorhabe.

    Da ich nun aber bereits eine solche Abgabe getätigt habe, warum sollte ich dann nicht urheberrechtlich geschützte Werke kopieren dürfen? Diese Bigotterie hab ich nie verstanden. Auf der einen Seite eine Pauschalabgabe fordern weil es sein könnte, dass ich etwas kopiere, auf der anderen Seite diese Kopie aber für illegal halten… ALso, entweder keine Abgabe weil’s an und für sich illegal ist, oder aber Abgabe und einfach mal gepflegt die Fresse halten wenn jemand was kopiert.

    Comment by unwissender — 11.05, 2012 @ 11:13

  74. @Böser Kritiker:
    Vielleicht befassen sie sich einfach mal mit der Rechtsprechung des BVerfG. Danach gibt es keinen vorgegebenen und absoluten Begriff des geistigen/urheberrechtlichen Eigentums. Es ist vielmehr Sache des Gesetzgebers, im Rahmen von Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG Inhalt und Schranken der vermögensrechtlichen Befugnisse des Urhebers zu definieren.

    Was die Sozialpflichtigkeit angeht, so umfasst diese das Gebot der Rücksichtnahme auf die Belange der Allgemeinheit und anderer Grundrechtsträger. Das Maß und der Umfang der verfassungsrechtlich zulässigen Sozialbindung wird vom Gesetzgeber gem. Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG bestimmt. Siehe: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv056249.html

    Das ist exakt der verfassungsrechtliche Zusammenhang, den ich hier dargestellt habe.

    Mit Verlaub: Ihre Ausführungen sind auch in rechtsphilosophischer Hinsicht falsch. Hier hilft bereits die Lektüre von Wikipedia weiter.

    Comment by Stadler — 11.05, 2012 @ 11:20

  75. Auf der einen Seite eine Pauschalabgabe fordern weil es sein könnte, dass ich etwas kopiere, auf der anderen Seite diese Kopie aber für illegal halten…

    Nein, so ist es nicht, das Recht zur Privatkopie steht dir zu. Die Kopie ist dann nicht illegal. Du kannst es allerdings nur ausüben, wenn du Kopierschutzmaßnahmen nicht umgehen musst. Also nie.

    Leider wollen das einige hier so gar nicht verstehen. #30 “Und wenn Sie auf einen Kopierschutz stoßen (wo eigentlich?)”

    Also zahle ich für ein Recht Abgane auf alles mögliche, kann es nie ausüben.

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 11:26

  76. @Christian

    “Also zahle ich für ein Recht Abgane auf alles mögliche, kann es nie ausüben.”

    Das ist ja genau mein Problem, hatte nur leider den Kopierschutz vergessen zu erwähnen.

    Comment by unwissender — 11.05, 2012 @ 11:29

  77. Ich bin 735, heute abend sind wir weit über 2.000
    http://wir-sind-die-buerger.de/

    @Stadler: Die Ausführungen von @BöserKritiker sind nicht nur rechtsphilosophisch sondern auch politisch falsch.

    Die Enteignung ist normaler Bestandteil unserer Gesellschaftsordnung. Die CDU hatte sie 1947 explizit in Ahlener Programm gehoben.
    http://www.kas.de/upload/themen/programmatik_der_cdu/programme/1947_Ahlener-Programm.pdf
    “Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. ”

    “Bleibende wirtschafts- und rechtshistorische Wirkung hat das Ahlener Programm auf die später im Grundgesetz aufgenommene Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 Grundgesetz) ”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ahlener_Programm

    (Wir sehen, wie schön es ist, wenn Parteien umfassende Programme haben, die sie kostenlos veröffentlichen. Da weiß man dann, wo es lang geht.)
    Bei der Rettung der entarteten Finanzmärkte haben wir sie bei der HRE auch diskutiert:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/verstaatlichung-wann-der-staat-enteignen-darf-1774945.html
    Beim Squeeze Out haben wir die Enteignung auch im Aktienrecht verinnerlicht.

    Der Artikel 14 GG ist also bei Säulen der Gesellschaft Alltagsgeschäft, nur unsere Autoren und Verwerter hadern noch mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

    Es wäre also gut, damit diese Menschen auch näher an unser Gemeinwesen herangeführt werden könnten, dass von ihnen selbst ein Vorschlag kommt, wie sie der Sozialbindung gerecht werden wollen. Auch wenn die CDU es immer wieder ins Gespräch bringt, ist auch für Autoren und Verleger das Internet kein rechtsfreier Raum.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 11:41

  78. Gerade entdeckt und gelesen:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/aus-dem-maschinenraum/aus-dem-maschinenraum-die-neuen-hilfssheriffs-des-internets-11746770.html

    Comment by Gordon — 11.05, 2012 @ 11:41

  79. Kann mich nur wiederholen: eine Gesellschaft wo Kindergärten GRMA zahlen müssen, Lehrer nicht kopieren können hat es weit gebracht.

    Und sich hier hinzustellen, dass das alles RECHT ist, ist wohl nachdem die Lobbisten das erst zu RECHT gemacht haben, ziemlich unverfroren.

    Was, wenn das tragen von blauen Shirts verboten wird und es RECHT ist, das Träger mit Geldbuße belegt werden?

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 11:43

  80. @ 75, 76:

    Wenn Ihr aufgrund des Kopierschutzes nie Privatkopien anfertigen könnt, dann braucht Ihr auch keine Leermedien, ergo zahlt Ihr auch keine Leermedienabgabe, ergo verdienen auch die Urheber nichts an der Leermedienabgabe. Ganz einfach, oder?

    Umgekehrt: wenn kein Kopierschutz-Privatkopie möglich-dann Leermedium kaufen-dann Leermedienabgabe zahlen.

    Niemand zahlt also für etwas, was er nicht “ausüben” kann.

    Comment by String — 11.05, 2012 @ 11:47

  81. LEISTUNG-GEGENLEISTUNG. Das ist das relevante Prinzip, dass seit JEHER funktioniert und immer detaillierter ausgearbeitet zumindest als sehr wichtige Säule einer zivilisatorischen Evolution anzusehen ist.
    Die Argumentation:” Kopie ist kein Raub” ist kindisch und zeigt, dass Zusammenhaenge nicht begriffen werden. Solange Urheber Geld für Miete,Nahrung,Kleidung usw ausgeben müssen, sind sie auf den Verkauf ihrer Leistungen angewiesen. In diesem Sektor ein einseitig funktionierendes Paradies (alles für lau bzw. 4,36 Euro Kulturflatrate) schaffen zu wollen ist Spinnerei. Das kann niemals ein gerechtes,kostendeckendes Modell ergeben. Scheinbar verwechseln Befürworter dieser aktuellen Missstände die Werke von Urhebern mit Werbeprospekten in Gratiszeitungen. Wertschätzung äussert sich jedenfalls anders……

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 11:50

  82. dann braucht Ihr auch keine Leermedien, ergo zahlt Ihr auch keine Leermedienabgabe

    Was für eine völlig absurde Argumanetation

    Vielleicht braucht man Leermedien für eigene Datensicherungen (bsp. Urlaubsfotos usw.)
    Abgaben werden auch auf Drucker, Scanner, CD/DVD-Drives, Festplatten u.v.m. erhoben. Diese Geräte dienen ebe nicht primär der KOPIE.

    Vielleicht vor dem posten mal informieren

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 11:54

  83. Muss mich korrigieren:
    http://wir-sind-die-buerger.de/

    Es sind jetzt gerade 1.112 Unterzeichner. Das heisst, dass es bis heute abend wesentlich mehr als 2.000 sein werden. Ich glaube die hochbezahlten Autoren, die sich vor den Karren der Verwerter haben spannen lassen, ahnen nicht was in der Büchse der Pandorra drin ist und welchen Schaden sie für die Autoren anrichten. Mich erinnert das hysterische Gegackere der von den Verwertern bezahlten immer mehr an Honecker und seine Bande. Zum Schluss wollten sie den versagenden Sozialismus mit dem Gewehr an der Grenze durchsetzen. #fail

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 11:57

  84. @string: Was ist mit den Leerabgaben auf CD´s und DVD´s auf die ich meine eigenen Bilder brenne??
    Was ist mit den selbstgeschriebenen Dokumenten, die ich auf meinem Kopierer kopieren möchte??
    Nicht auf alles was man kopiert ist auch ein Urheberrecht drauf.

    Also in Deinem Falle: ERST überlegen und DANN schreiben.

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 11:57

  85. Volker Kauder verrät im Spiegel Helmut Kohl und Franz-Josef Strauss:
    Kostenloses Fernsehen bei RTL und SAT1 soll es wegen des Urheberrechtsschutzes für Künstler nach Kauders Meinung nicht mehr geben:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/volker-kauder-verteidigt-das-urheberrecht-a-832262.html

    “Kultur gratis kann es auch im Internet nicht geben.”

    Der Tod von RTL und SAT1, wenn sich Kauder und seine Wirtschaftsfeinde durchsetzen. Widerlich.

    Antiamerikanisch, wirtschaftsfeindlich, tödliche Bedrohung für RTL und SAT1: CDU heute.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 12:06

  86. Die Gegenaktion von uns den Bürgern:

    http://wir-sind-die-buerger.de/

    Gleich unterzeichnen.

    Grüße

    Comment by Martin — 11.05, 2012 @ 12:06

  87. @80 Keiner von den hier diskutierenden will eine Flatrate für 4,86 Eur.
    Noch einmal die Mehrheit der Gesellschaft ist bereit Geld zu zahlen für Eure Werke. Wir wollen auch nicht weniger zahlen, wir haben nur die Gängeleien der Verwerter mehr als satt. Und die Voratsdatenspeicherung bringt das Fass nun endgültig zum Überlaufen…

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 12:08

  88. “Die Politik muss die Grundlagen erhalten, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können ”

    Warum?

    Warum schafft die Politik dieses Recht nicht für alle? -> Geringverdiener

    Warum kann es keine Musik, Bücher u.a. von Freewareautoren geben?

    Comment by Jochen — 11.05, 2012 @ 12:10

  89. @ 81,82:

    Leute, das sind Pauschalabgaben. Da ist bereits mit einkalkuliert, dass nicht jedes Leermedium zur Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke dient.

    Aber für mich ist das nicht das Kernproblem: wenn Ihr Euch dafür einsetzen wollt, dass die Anfertigung einer Privatkopie von rechtmäßig erlangten Produkten (also Euren gekauften DVDs, CDs etc) unbegrenzt technisch möglich sein soll, alles klar.

    Leider geht es den meisten hier aber doch um etwas ganz anderes, nämlich darum

    – sich schon die Vorlage umsonst und illegal besorgen zu können

    – und das betreffende Werk dann auch noch frei weiter verteilen zu dürfen bzw. es öffentlich zugänglich zu machen.

    Comment by String — 11.05, 2012 @ 12:12

  90. @string
    genau das ist der Irrglaube, den Euch (Urhebern) die Verwerter versuchen zu verkaufen. Den meisten hier geht es um die Kontrolle und die Gängelung der ehrlichen Kunden. Es gibt vermutlich nicht wirklich viele (Raub)Kopierer, die sich an so einer Diskussion beteiligen.

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 12:21

  91. Leute, das sind Pauschalabgaben. Da ist bereits mit einkalkuliert, dass nicht jedes Leermedium zur Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke dient.

    Die Argumentation wird immer krauser. Sicherlich sind das Pauschabgaben. Was hat das damit zu tun,
    – dass diese erhoben werden, auch wenn keine Kopie gefertigt wird

    – dass ich eben mit das dafür eingeräumte Recht nicht ausüben kann

    Leider geht es den meisten hier aber doch um etwas ganz anderes, nämlich darum

    – sich schon die Vorlage umsonst und illegal besorgen zu können

    – und das betreffende Werk dann auch noch frei weiter verteilen zu dürfen bzw. es öffentlich zugänglich zu machen.

    Nein, das ist deine merkwürdige Sicht auf die Dinge

    Es geht dem meisten darum, dass

    – ihre Kinder nicht kriminalisert werden
    – sie selbst nicht kriminalisert werden, weil sie ein Frühstückstellerbild kopiert haben
    – sie schnell und unkomliziert an Inhalte kommen
    – sie an diesem Eigentum erwerben, dass sie verschenken, verleihen, überall nutzen usw. können
    – und das ohne, das man komplett überwacht wird

    und staun, man wäre ja auch bereit zu bezahlen -> siehe iTunes

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 12:21

  92. ZITAT__@80 Keiner von den hier diskutierenden will eine Flatrate für 4,86 Eur.
    Noch einmal die Mehrheit der Gesellschaft ist bereit Geld zu zahlen für Eure Werke. Wir wollen auch nicht weniger zahlen, wir haben nur die Gängeleien der Verwerter mehr als satt. Und die Voratsdatenspeicherung bringt das Fass nun endgültig zum Überlaufen…___ZITATENDE

    Was die hier teilnehmenden Saugerei-Befürworter im Detail so machen, bleibt nicht unbegründetet Spekulation. Fakt ist, es wird zig-millionenfach gesaugt. Fakt ist, diese Situation setzt geltendes Urheberrecht außer Kraft. Fakt ist, keinen der Sauger kümmert es, dass aktuell NULL Ausgleich für diese Handlungen besteht.
    Worüber reden wir hier also? Zahlt gefälligst, solange bis das biherige Modell durch ein neues, für alle Seiten akzeptiertes Modell ersetzt wird. Alles andere ist ungerecht und ganz schlicht asozialer Egoismus.

    es geht den Konsumenten im Übrigen auch nicht an, ob und wie der Künstler Vermarktungs- und Verwertungsrechte in Anspruch nimmt. Deine Reaktion hierauf kann lediglich sein ” Kauf ich oder kauf ich nicht (was natürlich nicht bedeutet …… aber saugen tu ich es).
    Du kannst auch nicht an der Tankstelle den Sprit für lau mitnehmen, weil Du viele “Unbeteiligte” mitverdienen. Auch dem Handwerker kann man nicht prellen, weil sein Chef ihm zu wenig bezahlt oder er “nur” Leiharbeiter ist. Hier wird lediglich versucht, einen zufällig entstandenen Mißstand zu legitimieren. KEIN Argument hat wirklich Hand und Fuß!

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 12:24

  93. @ 89: Es geht hier also allen nur um die Rechte der ehrlichen Kunden? Das unberechtigte Herunterladen und Verteilen urheberrechtlich geschützter Werke im Internet (Filesharing) soll also z.B. gesetzlich verboten bleiben? DEAL!

    Und das ist die allgemeine Meinung hier, ja? Hätte ich nicht gedacht.

    Comment by String — 11.05, 2012 @ 12:39

  94. @91
    aber es ist in Deinen Augen legal, alle erstmal unter Generalverdacht zu stellen und auszuhorchen? Nee is klar.

    Und vollkommen richtig es interressiert mich nicht im geringsten, welche Verträge zwischen Verwerter und Urheber ausgehandelt werden.

    Und natürlich hat ein Argument Hand und Fuss: Was gibt den Verwertern das Recht die Grundgesetzte so stark zu beschneiden, das alle (mit einem Internetanschluss) ausgehorcht werden?
    Da kommt dann wieder die Verhältnissmässigkeit an den Tag. Das allerdings kümmert die Verwerter einen Sch…

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 12:43

  95. “Du kannst auch nicht an der Tankstelle den Sprit für lau mitnehmen, weil Du viele “Unbeteiligte” mitverdienen. ”

    Ich würde gerne die zweite Staffel von “Sherlock” sehen, die die BBC von Steuern produziert hat (in UK sind die Licence fees eine Steuer und das Nichtbezahlen eine Straftat), kaufen, so wie ich die erste Staffel auf DVD gekauft habe. Die letztes Jahr in UK ausgestrahlte Staffel gibt es aber gar nicht zu kaufen. Weder in Englisch, noch die Deutsch.
    Die ARD, die sich die Rechte für die Ausstrahlung in Deutsch gekauft hat, will ab 17.5. Sherlock Staffel 2 senden. Episode 2 und 3 zu absurden Sendezeiten um 21:45 Uhr, wo rechtschaffene Bürger ins Bett gehen oder sich voon ihren Steuern belanglose Diskussionen zum Einschlafen ansehen (Stadler berichtet regelmäßig auf twitter davon).

    Hier findet ein eklatantes Marktversagen statt: Das Geschwafel von der Tankstelle ist Unsinn. Das Enteignungs-Geschwafel ist Unsinn. Der Markt versagt, die Verwerter weigern sich zu liefern für brillante Kunst. Wir werden darüber reden müssen, ob wir solches vorsätzliches Marktversagen der Verwerter weiter dulden müssen. Wir werden darüber reden müssen, warum die Verwerter aktiv die Verbreitung von Kunst straflos verhindern. Es ist nicht im Interesse der Künstler, dass der Sherlock von unfähigen Dilettanten vom deutschen Markt ferngehalten wird zum Schaden der Künstler.

    Ich habe die Mitschnitte der BBC in Englisch dann irgendwo bei kinox.to oder Kinokiste oder movie2k.to gefunden. Wir werden darüber reden müssen, wie wir die Marktzersetzer und Schädlinge des kulturindustriellen Komplexes in der Verwerterindustrie unschädlich machen können, damit die Künstler zu ihrem Geld kommen. Derzeit bricht die Marktversorgung zusammen und die Verwerter hetzen die Urheber zu blödem Gelaber auf, statt die Märkte zu versorgen und die Künstler reich zu machen.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 12:43

  96. Stadler: Ein Beitrag für kleine Scholasten!
    Der Anwalt Stadler tritt hier als Parteivertreter der Piraten auf.
    Piraten? Martialisch!!! Das waren doch die, die das Diebesgut, ihre Konterbande, (gestohlene Sachen) verprasst, versoffen und im Freudenhaus gelassen haben…und der Herr Piratenanwalt spricht in diesem kleinen Text von “verbaler Abrüstung”?
    Das Urheberrecht muss nicht verwässert werden, wie es Herr Stadler ganz schön ideologisch letzten Endes durchpressen will.
    Das Urheberrecht muss auf eine moderne Art gestärkt werden!
    Dafür habe ich schon vorgeschlagen eine neue Partei namens “Piraten” zu gründen, eine Partei, die für die Stärkung des Urheberrechts und gegen die Selbstbedienungsmentalität mancher Internetnutzer eintritt.
    Namensrechte werden mindestens die alten Piraten ihrem allgemeinen Ethos entsprechend nicht reklamieren. Sie wollen sich ja nicht unglaubwürdig machen.

    http://www.facebook.com/?ref=tn_tnmn#!/notes/bettina-r%C3%B6hl/aufruf-zum-mitmachen-bei-der-gr%C3%BCndung-einer-neuen-partei/2118161331444

    Comment by Bettina Röhl — 11.05, 2012 @ 12:47

  97. @string

    ja genau, das ist es. Natürlich muss es verboten sein und auch bleiben, Urheberrechtlich geschütztes Material zu saugen oder sich sonstwie zu beschaffen.

    Was meiner Meinung weiterhin erlaubt sein sollte, ist die Privatkopie meinetwegen nur auf meine Familie beschränkt und nicht auf Freunde oder Bekannte. Würde mir persönlich vollkommen ausreichen. Im Gegenzug möchte ich aber auch nicht bei einer gekauften DVD den ganzen Copyrightsch… über mich ergehen lassen müssen. Oder ein Computerspiel einfach nur durch einen Key aktivieren (Ein Key gilt auch schon als Kopierschutzmechanismus und wäre somit auch eine Strafe diesen Schlüssel ins Internet zu stellen)

    Comment by Michael — 11.05, 2012 @ 12:49

  98. @79: Du erklärst mir sicher noch schlüssig, warum Dieter Bohlen x€ Anteil daran zusteht, dass ich ein Leermedium benötige, um Backups meiner selbstgeschaffenen Werke anzufertigen, um meine selbstgeschaffenen Werke überhaupt erst mal zu speichern oder um meine selbstgeschaffenen Werke an Kunden, Freunde, Bekannte und Verwandte weiterzugeben.

    Comment by Kommentator — 11.05, 2012 @ 12:50

  99. . Natürlich muss es verboten sein und auch bleiben, Urheberrechtlich geschütztes Material zu saugen oder sich sonstwie zu beschaffen.

    Wer hat da was im Grunde genommen dagegen?

    Ich habe allerdings die Anmerkung, dass dieses eben nicht aufgrund von Einschränkungen des Grundrechtes, Bürgerrechte usw. geschehen kann. Es kann doch kein Ziel der Gesellschaft sein um ein paar Urheber zu befriedigen ganze Generationen zu kriminalisieren, Datenverkehr zu prüfen.

    Es ist ebenso nur erlaubt innerorst 50 kmh zu fahren. Das wird ständig verletzt, dieses RECHT. Dafür finden Stichprobenkontrollen statt. Wenn man damit im privaten Bereich ordentlich Kohle machen könnte, würde jeder Autofahrer wahrschienlich mittels GPS ständig überwacht werden und Strafen würden abgebucht werden.

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 12:55

  100. @96 Bettina Röhl
    Piratenbashing ist unhistorisch. Sir Francis Drake, Pirat im Auftrag der englischen Königin Elisabeth I. wurde von dieser geadelt und in den Staatsdients berufen. Heldenhaft hat er England gegen den Angriff der katholischen Fundamentalisten aus Spanien mit gekämpft, die England unter das Joch der Inquisition und religiösen Übereifers der Erzkatholiken bringen wollten, als sie mit ihrer Armada England überfallen und plündern wollten.

    Der Piratensender Veronica war der erste, der im Rundfunk die Gesänge der Beatles und der Rollings Stones ausstrahlte und as Festland mit moderner Kultur versorgte.

    Das eindimensionale romantische Bild, wie man es Kindern von Piraten aus der Karibik erzählt, ist nicht immer zielführend. Wie schön auch immer der Fluch der Karibik sein mag. Andererseits kann ich aus Entertainmentgründen den Besuch der Piraten-Inszenierung bei Disney in Florida nur empfehlen. Mein damals dreijähriger Sohn war hellauf und nachhaltig begeistert.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 13:04

  101. „Liebe Piraten:
    Ich will keine Allmosen AKA Grundeinkommen oder Kunstflatrate-Ausschüttung, ich will als Urheber ein mindestmaß an Respekt vor meinen Arbeiten und selber bestimmen, wer meine Werke veröffentlicht/verbreitet und wo. Egal ob kommerziell oder nicht. Es geht dabei nicht um das Geld (ich erlaube so schon meistens die Nutzung), sondern um mein Menschenrecht Nummer 27, insbesondere Absatz 2, gegen das die Piraten mit ihrer Forderung nach pauschaler Freigabe (ob gegen Entschädigung oder nicht ist unerheblich) verstossen. Lustigerweise nehmt Ihr Euch selber das Recht für Euer Logo, indem Ihr es habt schützen lassen und die Nutzung nur “im Sinne/Interesse der Piraten” freigebt.
    Ich mag nicht meinen Werken hinterher rennen und mich dann mit “nichtkommerziellen” Webseitenbetreibern streiten, warum ich meine Aktfotos nicht auf “nackteschlampen.de” haben will, meine Afrikaurlaubsbilder nicht bei einer “Abhandlung über die Überlegenheit der arischen Rasse” oder meine Gemälde auf einer Webseite neben “my little Pony und Spongebob Serviettenechnik und Glücksbärchios Fensterbildern” finden mag.
    Bringt den Leuten Respekt bei vor fremder Leute Arbeit, bringt ihnen Anstand bei, Anstand zu fragen und ggfls ein “NEIN” zu akzeptieren, anstatt sie auch noch zu bestärken, daß sie ein Anrecht darauf haben, anderer Leute Besitz ohne nachzufragen zu nutzen.
    Mit Euren angeblich gegen die Verwerter gerichteten Forderungen schadet ihr ausserdem auch finanziell in erster Linie den Urhebern selber, denn diese sind diejenigen, die ihre Werke zuerst verwerten und (wenn sie Glück haben) dann die Nutzungsrechte verkaufen. Ein schwächeres Urheberrecht stärkt diejenigen, die die Infrastruktur haben, auf breiter Basis Produkte zu verramschen. Der einzelne Urheber hat kaum eine Chance sein Werk im Supermarkt zu veräussern. Das Urheberrecht verhindert zumindest, daß seine Motive einfach von den Designern der grossen Ketten genommen werden und ohne seine Beteiligung auf der neuen Sommerkollektion der T-Shirts zu finden sind.
    Denkt mal drüber nach. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr viel Hoffnung habe, daß sich Eure Forderungen wirklich zu Gunsten der Urheber ändern und nicht zu Gunsten derjenigen, die einfach nur kostenlos/billig fremde Arbeit nutzen wollen, ausgerichtet werden…
    “.

    Comment by Gerrit — 11.05, 2012 @ 13:09

  102. @94 vor allem Dein Gelaber ist Unsinn…

    ZITAT__Derzeit bricht die Marktversorgung zusammen und die Verwerter hetzen die Urheber zu blödem Gelaber auf, statt die Märkte zu versorgen und die Künstler reich zu machen_ZITATENDE

    Wenn der Künstler bemerkt, das die regulären Absätze seiner Werke wegbrechen, während seine Kunst weiter konsumiert wird, hat das nichts mit Marktversagen zu tun. Hier etablieeren sich einfach nur neue, sehr ungute Konsumverhaltensweisen. “Mal eben schnell runterladen ( ich bezahle ja auch einen Cent pro Rohling an die GEMA und am DVD-Brenner verdienen die sich mit den paarundfuffzich Cent Abgabe ja auch dumm und dümmer). 1-2 Minuten nachdenken sollte doch nornmalerweise reichen, um hier mal Klarheit zu erlangen.

    So, DU willst also deine Sendung um eine bestimmte Uhrzeit sehen. Ich will dann aber was andres gucken. Un nu? Legitmiert das jetzt das Saugen? Kann ja wohl nicht der Ernst sein..

    Es geht hier aber auch nicht um spoezielle Einzelfälle, sondern um den Mißbrauch auf der breiten Ebene. Wiviel % der Downloads wären wohl in gleicher Qualität und Geschwindigkeit auch käuflich zu erwerben? Dürfte wohl ohne Zweifel der ganz große Anteil sein.
    Und letztlich hat der Konsument wohl kaum ein Anrecht darauf, jeden Urheber und dessen Beauftragten zu irgendwelchen , individuell maßgeschneiderten Verhaltensweisen zu zwingen (indem er ihn ansonsten einfach um die verdiente Gegenleistung prellt) Das Recht des Konsumenten ist _: kaufen oder nicht kaufen. Thats it.

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 13:12

  103. hier steht es laut, deutlich, tacheles: http://cronenburg.blogspot.fr/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html
    eine urheberin meldet sich.
    und btw, die “wir sind urheber” können ihr zeug gerne behalten. ich bin bürger und kunde und so will ich behandelt werden, alternativlos ;-)

    @57: nein, ich entscheide was ich KAUFE. und ja, dafür BEZAHLE ich auch. hinter mir steht eine mehrere meter lange bücherwand, neben mir ein cd-regal. alles gekauft und bezahlt.

    Comment by lotta_kaa — 11.05, 2012 @ 13:23

  104. @102: “Es geht hier aber auch nicht um spoezielle Einzelfälle, sondern um den Mißbrauch auf der breiten Ebene. Wiviel % der Downloads wären wohl in gleicher Qualität und Geschwindigkeit auch käuflich zu erwerben? Dürfte wohl ohne Zweifel der ganz große Anteil sein.”

    das ist eine unbewiesene behauptung. einfach nur käse. studien sagen genau das gegenteil. kopien und downloads ersetzen kaum käufe. die annahme, dass alles gekauft werden würde, könnte/würde man es nicht kopieren ist schlicht naiv und realitätsfern.

    Comment by lotta_kaa — 11.05, 2012 @ 13:28

  105. @91 Anonymous, ich krieg die Krise…
    “KEIN Argument hat wirklich Hand und Fuß!”

    Nun, Deines aber sicher auch nicht. Es gibt keinen Beleg, dass “Saugerei” schadet. Es gibt Studien, die das Gegenteil behaupten. Fakt ist, dass “Sauger” die besten Kunden sind.

    Fakt ist auch, dass Behauptungen wie Du sie anführst, einen Fortschritt der Diskussion verhindern. Wir beschäftigen uns mit Kriminalisierung statt Lösungen zu entwickeln. Leider nutzt es keinem Künstler, wenn Jugendlichen Sozialstunden aufgebrummt werden. Es schadet nur massiv, sich Fans zu Feinden zu machen.

    Leittragende sind Künstler und Kreative genau so wie Du und ich.

    So schadet Urheberrechtsfanatismus Künstlern und der Gesellschaft! Der Brief, um den es hier geht, der ist kurzsichtig, falsch und damit kontraproduktiv. Kreativ ist der schon mal gar nicht.

    Ich sagte schon, ich bin ganz klar für mehr Rechte für Urheber – es existiert logisch kein Widerspruch zum Netz und zur Technik! Die Probleme sind hausgemacht und vorgeschoben.

    Real ist, dass sich Urheber in der absoluten Mehrheit ohne “Seilschaften” nicht die Butter auf dem Brot mit Kunst verdienen können. Das hat mit Raubkopien in der Regel gar nichts zu tun. Für die arme Mehrheit der Urheber sprechen die Unterzeichner gar nicht – das genaue Gegenteil ist der Fall.

    Belege nur bei Nachfrage und vernünftiger Diskussion. Vielleicht reicht, dass mein letzter Song “sharing”…

    Nebenbei: Stadlers Gedanken über das GG hier halte ich für korrekt (bedankt)

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 13:33

  106. Ich verstehe einfach nicht,wie hier einige darauf kommen, dass Herr Stadler gefordert hat, dass es ein Recht auf Kostenlos Kultur geben soll. Es ist ein klares Votum für eine gerechten Ausgleich auf beiden Seiten und für eine entemotionalisierte und fachbezogene Diskussion darüber, wie man einen gerechten Ausgleich schaffen kann, der einfach auch neue Medien und Techniken der Verbreitung berücksichtigt.

    Herr Stadler fordert einfach nur eine fachbezogene Diskussion ohne Verteufelung, Verunglimpfung und ohne unnütze Polemisieren. Wenn man sich hier einige Kommentare ansieht, dann haben viele Kommentatoren genau das nicht verstanden, müssen aber unbedingt ihren Senf bzw. ihre Polemik und Rabulistik los werden.

    Comment by Melebert — 11.05, 2012 @ 13:45

  107. @91: “Was die hier teilnehmenden Saugerei-Befürworter im Detail so machen, bleibt nicht unbegründetet Spekulation. Fakt ist, es wird zig-millionenfach gesaugt. Fakt ist, diese Situation setzt geltendes Urheberrecht außer Kraft. Fakt ist, keinen der Sauger kümmert es, dass aktuell NULL Ausgleich für diese Handlungen besteht.
    Worüber reden wir hier also? Zahlt gefälligst, solange bis das biherige Modell durch ein neues, für alle Seiten akzeptiertes Modell ersetzt wird. Alles andere ist ungerecht und ganz schlicht asozialer Egoismus.” (…) “Hier wird lediglich versucht, einen zufällig entstandenen Mißstand zu legitimieren. KEIN Argument hat wirklich Hand und Fuß!”

    DANKE! damit ist auch alles gesagt.

    und was hilft es, immer nach mehr sachlichkeit in der urheberrechtsdiskussion zu schreien, wenn dem großteil der filesharer der ganze lax sowieso völlig latte ist, solange rapidshare, youtube, die tauschbörsen etc noch die zum “content” degradierten kunstwerke abrufbereit online haben.

    kaum ein künstler wird ein problem haben, wenn das urheberrecht reformiert bzw. den neuen, technischen möglichkeiten angepasst werden würde, SOFERN er dennoch die chance (und damit meine ich NICHT das recht!) hat, mit seiner kunst geld zu verdienen.

    aber letzten endes verhält es sich mit dem filesharing wie mit den ressourcen dieses planeten. solange es noch was gibt, wird gerohdet, abgebaut, genutzt und nicht an morgen gedacht. wenn irgendwann auch der letzte schriftsteller, regisseur, musiker, schauspieler whatever keinen bock mehr hat, für lau den hampelmann für ein undankbares publikum zu machen wird das geschrei wieder groß sein.
    ja, ich weiß, jetzt kommt wieder: WIE KANN MAN NUR KUNST UM DES GELDES WILLEN MACHEN? … immer der gleiche reigen.

    Comment by SCHWARTZ — 11.05, 2012 @ 13:50

  108. @104 und 105

    Genau diese Argumente sind für mich der Grund, nicht mehr wirklich mit Euch zu diskutieren.

    Teuilweise muss man einfach nur die Statistiken auch wirklich verstehen, teilweise auch einfach mal schauen, in wessen Aufrag sie erstellt werden, bzw. wer als Spender auf den Listen dieser Institutionen steht.

    Ich kenne persönlich so manche Sauger und weiß definitiv, das der Geldwert des gesaugten Materials nicht mal in 10 % dann in gekaufte Produkte investiert wird ( wobei überhaupt dieser Gedankenansatz natürlich schon vollkommen “daneben” ist…)

    Wer glaubt, ein legalisieren des Saugermarkts würde dauerhaft auch den käuflichen Erwerb erhalten, hat für mein Dafürhalten einfach zu wenig Lebenserfahrung. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung ist schlicht, dass für nachkommende Generationen einfach immer weniger der Wert von Kunst nachvollziehbar wird.

    Ich schreibe hier lediglich Kommentare, um dieser Saugermentalität entgegenzuwirken. Das Argumentieren habe ich mittlerweile aufgegeben.

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 13:53

  109. Anwaltsleistungen for free
    Die Statements von Stadler zum geistigen Eigentum und zu dessen Klaubarkeit haben keinen Anfang und kein Ende. Es ist ein Behauptungskarussel und, intellektuell gesprochen, kein sehr werthaltiges. Ob man nun von geistigem Eigentum oder immateriellen Rechtsgütern spricht, ist politisch und wäre auch gesetzgeberisch ziemlich irrelevant.
    Dass das Klauen die Wegnahme einer Sache sei und sonst nichts (und dass deswegen immaterielle Güter wie geistiges Eigentum nicht klaufähig seien), kann nur behaupten, wer den Diebstahl auf den Wortlaut des § 242 StGB höchst artifiziell beschränkt.
    Auch das Strafgesetzbuch enthält, wenn es denn auf die Semantik ankäme, Hinweise, dass eine solche Beschränkung Unsinn ist. Und umgangssprachlich gibt es ohnehin eine Fixierung des Diebstahls auf eine “fremde bewegliche Sache” nicht.
    Auch bei dem Begriff Raub, den der “Piratenanwalt” hier in seine etwas pennälerhaft wirkenden semantischen Exkurse einbezieht, verhält es sich so, dass, wie schon zum Diebstahl ausgeführt, der Raub nicht einmal im Strafgesetzbuch auf die gewaltsame Änderung der Besitzverhältnisse an fremden, beweglichen Sachen beschränkt ist. Noch viel weniger gibt es eine solche Beschränkung umgangsprachlich.
    Und was reden wir nun? Juristendeutsch? oder deutsch? Natürlich gibt es Raubkopien, Datenraub, mit Gewalt, mit List (Betrug) oder auch einfach nur den Datenklau.
    Interessant: wenn ein Seeräuber, sprich ein Pirat, sich mit Gesetzesklempnerei hervortut und den Eindruck erweckt, als stünde das Recht auf Seiten der Piraten geltendes Urheberrecht für Unrecht zu erklären. Mit Logik hat das nichts zu tun, aber mit Ideologie, die der Seeräuberanwalt denjenigen zu schieben möchte, die das Urheberrecht nicht nur bestehen lassen, sondern stärken wollen.
    Die Piraten, die sich gelegentlich auch schon als Bashing-Opfer sind leider bisher eine humorlose, bierernste Veranstaltung, aber sie reklamieren wohl für sich, dass der Name Pirat irgendwie auch ironisch gemeint sei. Oder dass der Name Pirat ganz ernst dann doch an die guten Piraten erinnere, an die Karl Mohrs und Robin Hoods, die ja altruistisch gehandelt hätten.
    Wenn die Piraten so scharf auf die geistigen Werke sind und diese Werke sogar für gesellschaftsnützlich erklären, dann müssen sie ja mit allen Klammerbeuteln gepudert sein, wenn sie diesen Werken gleichzeitig keinen Vermögenswert beimessen und die Kreativen dem Hunger anheim stellen wollen, um die Produktion neuer Kreativität auf Null herab zu schrauben?
    Herr Anwalt! Lebt der Berufsstand der Advokaten davon, dass er ein geistiges Werk, nämlich seine Schriftsätze, seine Verteidigungsstrategie, seine Gedanken, seine Energie erbringt, aber nur gegen teures Geld? Müsste die Rechtsanwaltsgebührenordnung nicht abgeschafft werden und müssten nicht alle Anwälte in Zukunft kostenlos arbeiten? Tagsüber auf der Tankstelle und Nachts im Büro?
    Was soll so ein Unsinn?
    Und warum wird in solchen Beiträgen versprochen, sogar unter Einsatz des Bundesverfassungsgerichtes, dass das Urheberrecht in einem deutschen Sonderweg gegen den Rest der Welt änderbar wäre?

    Comment by Bettina Röhl — 11.05, 2012 @ 13:55

  110. Nun, dann werden wir wohl in einer Orwell-, Equilibriumgesellschaft landen, weil ein paar Urheber an einer Reform nicht mitarbeiten und den StatusQuo behalten wollen. Die Lobbyisten das RECHT übernehmen und nach Gutdünken handeln

    Oder die Bürger lehnen diese Gesellschaftsform ab, können sich durchsetzen und der Urheber in seiner jetzigen Form wird dann zwangsweise untergehen; mit der Möglichkeit, dass etwas passendes neu entsteht

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 14:01

  111. @102
    “Das Recht des Konsumenten ist _: kaufen oder nicht kaufen. Thats it.”

    Und mein Recht als Nicht-Konsument besteht dann also darin, unter Generalverdacht gestellt zu werden per VDS und auf meine Grundrechte zu verzichten, damit die Realität sich an Deine/Eure Vorstellungen anpasst?!

    btw – mein Nachbar verteilt kontinuierlich und kostenlos per Lautstärekregeler Musik in unserem Haus – muss ich den jeztzt anzeigen, damit kein Künstler verhungert oder der GEMA Bescheid geben?

    Comment by Gunnar — 11.05, 2012 @ 14:02

  112. Liebe Bettina, lieber Anonymous,

    ich bin gerne bereit über Raub zu diskutieren. Dann, wenn ihr mir sagt, welche Konsequenzen das hat. Wie stellt ihr Euch vor, ist mit den Räubern umzugehen? Wie bewirkt dieser Umgang einen Vorteil oder eine wirksame Entschädigung für den Beraubten? Wie wirkt sich der Umgang auf das Netz und damit auf die Gesellschaft und Kultur selbst aus?

    Bitte bitte, bringt einmal ein Argument und nicht ein gefühltes Recht. Studien ohne Begründung einfach abzutun, das kann es jedenfalls nicht sein.

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 14:10

  113. @111: überflüssige polemik, auf dem selben niveau wie das “raubkopierer sind immerhin keine kinderschänder”-“argument”.

    warum kommen eigentlich die filesharing-befürworter immer mit irgendwelchen absurdestmöglichen einzelfall-sprüchen an, wenn es um ein nutzungs-phänomen geht, das mit “millionenfach” noch milde beziffert ist?!

    Comment by SCHWARTZ — 11.05, 2012 @ 14:11

  114. @109

    Frau Röhl,

    lesen sie doch mal wieder ein paar Texte ihrer Mutter, die sie schrieb, bevor sie aus dem Fenster sprang (gibt es teilweise “kostenlos” in diesem Internetz).

    Und sagen sie uns dann, was daran falsch sein soll, wenn man für seine Überzeugungen kämpft? Z.B. für einen weiteren “deutschen Sonderweg” – wie z.B. beim Atomausstieg?

    Comment by Gast — 11.05, 2012 @ 14:27

  115. “Wenn der Künstler bemerkt, das die regulären Absätze seiner Werke wegbrechen, während seine Kunst weiter konsumiert wird, hat das nichts mit Marktversagen zu tun. ”

    Danke, dass Du zeigst, dass Du nicht weisst, was ein Markt ist. Nun ich will es dir sagen: ein Markt ist da, wo Käufer was von Verkäufern kaufen. Gegen Geld. Wenn der Künstler kein Geld bekommt, aber jemand sich ohen Geld eine Kopie zeiht, dann ist da kein Markt. Der markt hat versagt. Wie ich beschrieben habe, gibt es riesige Bereiche, in denen es auf Märkten kein Angebot giebt.

    Das ist nicht nur bei Sherlock Holmes Filmen so, das gilt auch für seine Bücher. Auch in England. Oder für “Das Wirtshaus im Dartmoor”. Das gibt es nicht auf DVD. Nur auf VHS, wie man mir bei Dussmann sagte. Der Kulturmarkt verrottet durch unfähige Anbieter.

    Wir reden seit 20 Jahren über Video on Demand. Heute geht es endlich technisch, was damals noch bezweifelt wurde. Und die Penner von Verwertern haben es versäumt, attraktive Angebote zu entwickeln, die der Marktelastizität entsprechen. Ausser Apple.

    Dass die Nachfrage da ist, zeigen die Millionen Saugereien. Da kriegt man auch “Das Wirtshaus im Dartmoor” online in einem 36 GB Edgar Wallace Paket (wo es nicht hingehört:-)

    Die Verwerter haben die Künstler beschissen: Sie haben ihnen glauben gemacht, man könnte auf Marktwirtschaft verzichten und auf ein attraktives Angebot und könnte statt dessen die Umsatzerzielung aus den Staat abwälzen mit Abmahnungen statt attraktiven Angeboten. Nun sitzen die Urheber in der Scheisse, weil de Absatzkanal verstopft ist. Wurde vor Jahren schon im Harvard Business Manager beschrieben für die Pornoindustrie, die mit zuviel Kostenlosangeboten den Absatzkanal über Internet unbrauchbar gemacht haben.

    Die Autoren sind auf die Irrlehre der Verwerter reingefallen, dass es eine Macht des Wortes in der Massengesellschaft gäbe statt der Macht des Marktes. Wer auf die Marktwirtschaft aber verzichtet, versinkt. Wie die DDR.

    Und so haben sich die hochbezahlten Künstler durch ihre Verwerter den Markt kaputt gemacht und die prekären Künstler müssen nun unter dem Mist der Maulhuren leiden. Sie hätten sich mit Betriebswirtschaft statt mit Verlegerideologie der ewiggestrigen beschäftigen sollen. Oder mit Geschichte, dass das mit dem Hugenberg in einer demokratischen Gesellschaft nicht funktioniert.

    Wer kein attraktives Angebot schafft, ist auch keine großen Erlöse wert. So einfach ist das. Es gibt auch keine Dampflokomotiven mehr, kaum noch Kohlebergbau und bald keine Atomkraftwerke. Da helfen keine dumpfbackigen Medienkampagnen.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 14:30

  116. Brauch Info HILFE z.u *diesem*Thema. Genauer:was kann man gegen Sachwalterschaft tun(sich schützen) B
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    Comment by Koch Robert — 11.05, 2012 @ 14:39

  117. @68 Michi: “Ich lese immer nur, dass die Piraten sich gegen den Vorwurf wehren, das Urheberrecht abzuschaffen. Was ich nie lese, ist ein Vorschlag der Piraten, wie es den so reformiert werden kann, dass die Interessen der Urheber gewahrt bleiben. Da heißt es dann immer, es sei Sache der Urheber selbst, sich taugliche Geschäftsmodelle zu überlegen.
    Das ist zu wenig.”

    Auch ohne Pirat zu sein: Aber selbstverstaendlich ist es Sache der Urheber bzw. Verwerter sich taugliche Geschaeftsmodelle zu suchen. Es kann doch nicht Aufgabe einer Partei sein, denen zu erklaeren wie sie ihren verdammten Job zu machen haben! Wenn die Verwerter zu daemlich sind sich ein Tragfaehiges Konzept zu ueberlegen das die Wuensche der Kunden befriedigt dann machen sie ihren Job einfach schlecht und haben keinerlei Mitleid verdient. Es gibt mehr als genug Moeglichkeiten auch gratis Angebote zu monetarisieren. Und: selbst wenn es etwas Gratis im Netz gibt heisst das noch lange nicht, das Kunden nicht bereit waeren trotzdem Geld dafuer auszugeben. Achso, ein letztes noch: die Kuenstler die hier jetzt laut aufschreien und auf die Downloader einpruegeln sollten sich eventuell mal ueberlegen ob sie ihr Ziel richtig gewaehlt haben. Nochmal: es ist Sache der VERWERTER sich geschaeftsmodelle zu ueberlegen die funktionieren. Dafuer werden sie bezahlt, punkt!

    Comment by Alex — 11.05, 2012 @ 14:47

  118. @93
    Hätte ich nicht gedacht.
    Dass Denken bei dem Schwachsinnskommentar von wegen man bräuchte keine Leermedien nicht im Spiel war, ist uns auch so aufgefallen.

    @113
    warum kommen eigentlich die filesharing-befürworter immer mit irgendwelchen absurdestmöglichen einzelfall-sprüchen an, wenn es um ein nutzungs-phänomen geht, das mit “millionenfach” noch milde beziffert ist?!

    Weil die großmäuligen Rechteinhaber/Verwerter nach all den Jahren immer noch unfähg sind, ihren ach so großen Schaden durch belastbare Zahlen zu belegen? Und nein, ich muss kein Filesharing-Befürworter sein, nur weil ich mich gegen Leermedien-Abzocke, DRM und Überwachung wehre.

    Comment by Moon — 11.05, 2012 @ 15:19

  119. Zu Speichermedien- und Geräte-Abgaben:
    auf leistungsfähige Geräte, die vor allem in Betrieben verwendet werden sind die Abgaben besonders hoch. Die Wahscheinlichkeit, dass im betrieblichen Umfeld urheberrechtlich geschütztes Material damit vervielfältigt wird ist besonders niedrig.
    Urheber und Verwerter verhalten sich parasitär gegen alle anderen Branchen, wenn sie diesen Umstand verleugnen, unterschlagen oder nicht aktiv verbessern wollen.

    Zur Kriminalisierung von Saugern:
    wenn alle vor die Alternative gestellt werden, in einem durch und durch übwerwachten Internet zu arbeiten und zu leben, um dem Honoraranspruch einer Minderheit durchzusetzen oder andererseits den Honoraranspruch hintenanstellen können und dadurch einer Menschenrechts-verletzenden Überwachung entgehen.
    Wofür wird man sich mehrheitlich und völlig zu Recht entscheiden?

    Der technische Fortschritt hat bereits vor dem Internet ganze Berufsgruppen und Branchen weggefegt. Es sind die vom Fortschritt Bedrohten, die sich dem anpassen müssen und nicht ihre Kunden oder die Technik.

    Wenn Content in Zukunft anders,schlechter oder garnicht bezahlt wird, ist das ebenso.
    Es steht jedem Urheber frei, sich die Arbeit zu sparen, seinen Content zu behalten und sich dem Markt zu verweigern.

    Ich mache mir auch nicht die Mühe einen Dienst zu leisten oder ein Produkt herzustellen, für das ich meine Preisvorstellung nicht realisieren kann. Aber wenn ich damit auf den Markt gehe, muss ich dessen Bedingungen und Preise akzeptieren. Ein Hersteller oder Dienstleister käme nie auf die Idee, das er ein Recht hätte, Marktbedingungen oder Preise bis in die nächsten drei Generationen zu seinen Gunsten zu konservieren.

    Warum sollten Urheber dann ein Recht darauf haben?

    Ich glaube nicht, dass unsere Kultur deshalb verarmen wird. Ein wirksamer Boykott seitens der Urheber oder Konsumenten könnte sehr hilfreich sein, sich über diese Dinge einmal klar zu werden und würde uns sehr viel Zeit und Mühe sparen, die wir jetzt ertragen müssen, z.B. weil Urheber und Verwerter jede Talkshow zur Buchpromotion missbrauchen oder Medien weit über die Kotzgrenze mit irrelevantem Promidreck zugemüllt sind.

    Nur Mut liebe Urheber: Ihr legt den Preis fest – wir entscheiden.
    Was unterscheidet Euch eigentlich von Gemüsehändlern und Baumarktketten, das eine Sonderbehandlung rechtfertigen könnte. Gerade die kommerziell erfolgreichen Megaseller in Musik und Literatur bewegen sich doch auf ähnlichem Niveau und sind im Gegensatz zur Avantgarde die einzigen Profiteure von Buchpreisbindung, Schutzfristen und anderen nicht-marktkonformen Sonderregeln.

    Selbst wenn Ihr Talent, Bildung, Krativität und Brillanz im Überfluss habt – das begründet doch auch auf anderen Arbeits- und Gütermärkten keine Garantie für kommerziellen Erfolg bis in die über-über-übernächste Generation Eurer Nachfahren.

    Comment by Fritz B. — 11.05, 2012 @ 15:25

  120. Eigentlich muss man doch um die Rechte der Urheber zu sichern am Urheberrecht nichts ändern. Die unerlaubte Verbreitung ist schon lange verboten, für die einzige Ausnahme Privatkopie gibt’s die mannigfaltigen Pauschalabgaben.

    Dass die Branche es nicht schafft die Kunden davon zu überzeugen ihre Produkte zu kaufen ist nicht das Problem der Allgemeinheit.
    Der Grund dafür, dass die illegale Verbreitung solch ein Massenphänomen geworden ist ist meiner Meinung nach dass es eben nicht nur ein paar Verbrecher sind und einige skrupellose Konsumenten, sondern dass auch eigentlich zahlungswillige Kunden sich genötigt fühlen die illegalen Angebote in Anspruch zu nehmen. Das folgt meiner Meinung nach wiederrum daraus, dass es für die Kunden zu wenig Möglichkeiten gibt die Werke im Rahmen der heutigen technischen Möglichkeiten komfortabel und legal zu nutzen. Wie sonst kann iTunes sonst so erfolgreich funktionieren?

    Comment by David — 11.05, 2012 @ 15:42

  121. Lieber Gerrit,

    du sollst gerne über die Verwendung deiner Ideen bestimmen dürfen und sollst auch angemessen (was das ist, darüber müssten wir uns noch einigen) bezahlt werden. Was ich dir allerdings nicht zugestehe: Dass du mit unlauteren Methoden verhinderst, dass ich und andere ihre Rechte wahrnehmen. Wenn deine Rechte verletzt werden, sollst du sie durchsetzen können, aber in einem Rahmen, der die Verhältnismäßigkeit mit anderen (Grund-)Rechten wahrt.

    Habe ich mir früher eine Langspielplatte gekauft, so durfte ich sie mit Recht und ohne finanziellen Verlust für den Urheber auf eine Compact Cassette für den Gebrauch im Auto überspielen, schließlich war mit dem Kauf jeder Leerkassette eine Gebührenabgabe an die GEMA eingeschlossen. Dann kam die CD und später die CD-R, die mir ermöglichte, im Auto meine Lieblingsmusik in besserer Qualität zu hören, ohne die Original-CD dem Risiko der Beschädigung (Slot-In-Abspielgeräte zerkratzen CDs auf Dauer sehr zuverlässig) auszusetzen. Auch hier musste ich mit dem Kauf jedes CD-Rohlings GEMA-Abgaben entrichten, ob ich eine CD-R für Musik oder aber für meine Datensicherung einsetzte, war dafür unerheblich. Dann kam dein Verwerter auf die Idee, dass er mich zwingen könnte, die CD zweimal zu kaufen, indem er sie mit einem Kopierschutz versah, der zudem noch ein Rootkit auf meinem PC installierte. Da merkte ich, dass dies kein ausgewogenes Geschäft mehr war, sondern dass ich einfach nur noch abgezockt werden sollte. Also kaufte ich mir die Musik per Download, versprach mir diese neue Technik doch das ganze System zu vereinfachen. Und weil ich gerne mit dem MP3-Player jogge, Musik im Auto höre, zu Hause nebenbei am Rechner laufen lasse, vom Laptop auch mal gerne was abspiele und auch mal im Wohnzimmer Musik genieße, waren schwuppdiwupp die fünf möglichen Digitalkopien verbraucht. Bei der Anschaffung eines neuen Rechners nach HD-Crash sollte ich mir dafür dann die ganze Musik neu kaufen.

    Mal unter Freunden: Sieht so ein reelles Geschäft aus?

    Was habe ich also gemacht? Ich habe mir fortan gar keine Musik mehr gekauft, weder als Download noch als CD. Zu Hause stehen ja mehr als tausend CDs, das wechselt genug ab. Ich nehme zwar an, dass dir das auch nicht recht ist, aber ich lasse mich nicht ans Gängelband nehmen. Entweder du bietest mir wieder faire Gegenleistung für mein Geld oder du kannst deine ganze Musik für sonst wen die produzieren.

    Dass du aber von der Politik einforderst, dein Einkommensmodell durch Überwachung oder Einschränkung des Internetverkehrs zu schützen, nur damit du dieses Geschäftsmodell auch dort umsetzen kannst, das geht zu weit. Und noch eines: Nur weil dein Verwerter meint, dass ein paar Gigabyte an Einheitsmusikbrei sammelnde Kiddies sein Geschäft ruinieren, lasse ich mich nicht unter Generalverdacht stellen und schon gar nicht als potentieller Krimineller abstempeln, Filme gucke ich mir noch an, wenn ich mir sicher sein kann, im Vorspann keine haltlosen Unterstellungen zu finden, ich sei ein Abfilmer und Illegalkopierer.

    Mit freundlichen Grüßen
    deine ehemalige Kundin
    Nicole Hornung

    PS:
    Ich gehe heute wieder ins Konzert, da muss ich mir nicht wie ein Verbrecher vorkommen. Und morgen ist Theater bei uns am Ort, die freuen sich echt über klatschendes und zahlendes Publikum. Und letzte Woche war ich beim freien Konzert der Alvi’s Dixie Stompers und habe mir deren neueste CD gekauft, ganz ohne Kopierschutz. Und die haben ein Bombengeschäft gemacht mit ihren CDs, genau wie C-Jam, zu denen bin ich extra dreihundert Kilometer nach Iisaku in die dortige Rahvamaja (http://www.iisakuvv.ee/rahvamaja/) gefahren, nachdem ich ein Video von ihnen auf YouTube gesehen hatte. Die haben sich so gefreut, dass sie meinetwegen noch drei Stücke extra gespielt haben, das nenn’ ich mal Kultur.

    Comment by Nicole Hornung — 11.05, 2012 @ 15:52

  122. Die Diskussion ist ja schon recht weit fortgeschritten, will aber meinen Senf dennoch noch mal dazu geben.

    Folgendes: Ich bin jemand, der früher gern DVDs gekauft hat. Mit meinen Freunden haben wir oft nächtelang die neuesten DVDs angeschaut. Was uns immer genervt hat: der Copyright-Bullshit und “Du bist Verbrecher” Kram am Anfang. Ich hab die DVD gekauft, warum muss ich mir das also gefallen lassen? Die DVDs im Regal stehen zu haben fand ich damals toll, vorallem weil ich mir dachte, ich könne evtl durch meinen Kauf (Abstimmung durch Kaufzahlen) auch doch irgendwie Einfluss darauf nehmen, wer in den Statistiken mit vielen Verkaufserlösen auftaucht und dementsprechend mehr produzieren darf. Gefällt mir eine Sache, möchte ich diese unterstützen. z.B. indem ich was dafür zahle. Eigentlich wäre mir ein inverses Bezahlmodell am liebsten: Ich geh ins Kino/schaue eine DVD und mache eine Anzahlung. Gefällt mir der Film, ist alles ok. Gefällt er mir nicht, nehm ich 75% des gezahlten Geldes wieder mit nach Hause und lass die Produzenten spüren dass sie Käse produziert haben. Dass sowas utopisch ist, ist mir durchaus bewusst, würde aber allen anderen Waren in der Realität näher kommen.

    Zurück zu den DVDs. Da ich keinen Fernseher habe, sondern nur einen PC, schaue ich über einen PC die DVDs. Irgendwann fingen dann diese ganzen Kopierschutzmechanismen an, nervig zu werden. Ich freu mich auf die DVD, stelle fest, dass der Kopierschutz es nicht zulässt diese auf dem PC abzuspielen und ärgere mich. Warum? Weil die Verpackung geöffnet ist, krieg ich kein Geld zurück. Den Film gesehen hab ich noch nicht. Was bleibt mir also übrig? Eigentlich nichts legales, aber dann lade ich mir den Film eben runter.

    Als nächstes wäre mal eine Überlegung, aufzusummieren wieviel EUR ich an Pauschabgaben ich bereits entrichtet habe, und von wievielen Kinogängen oder Buchkäufen mich das bereits abgehalten hat. Als Informatiker hab ich einen großen PC-, Hardwarde- und Speichermedienverschleiß, die Aussage ist also nicht ganz unbegründet. Da summiert sich einiges, zumal meine Rechner nicht zum kopieren von fremdem Material genutzt wird sondern zum erzeugen von eigenem, urheberrechtlich geschütztem Material. Ich hab allerdings verstanden, der Gesellschaft wieder was zurück zu geben und veröffentliche meine Software als Open Source. Bekomme ich dafür Geld? Nein. Wäre auch noch eine tolle Ecke einer Diskussion. ALs Open Source Softwareentwickler möchte ich mich am liebsten auf die ganzen Urheberrechts-Verwertungsgesellschafts-Fanboys erbrechen. Das bringt mich schließlich zu meinem letzten Punkt:

    Warum zum Geier soll die Gesellschaft dafür geradestehen, wenn ihr zu dumm, träge und faul seid, eure Geschäftsmodelle an neue Gegebenheiten anzupassen?
    Die Gängelung mit der Pauschalabgabe nervt mich schon. Warum krieg ich als Informatiker nichts? Ihr nutzt schließlich Software, die ihr sehr häufig nicht bezahlt habt (ganz im Sinne von: “Hey, du hast doch diese tolle Software, kann ich die von dir haben?”). Ich sehe keinen Cent dafür!!11elf

    Dann auch noch auf Druck der Verwertungsgesellschaften und unter dem Vorwand von Terror für eine verschwinden Geringen Teil der Gesellschaft unter Generalverdacht gestellt zu werden (VDS) geht viel zu weit.

    Ich könnte mich lange über diese Thema auslassen… Ich werd nun aber wohl doch lieber der Gesellschaft was gutes tun und an meiner Software Fehler ausmerzen.

    Comment by unwissender — 11.05, 2012 @ 15:58

  123. Ach noch ein Nachtrag, über das Habenwollens des REchts auf die Entscheidung, wie ein Kunde mit etwas umgeht. z.B. mit Ideen, etc.

    Ich glaube ihr habt sie wohl nicht mehr alle, oder? Wenn ich ein Produkt erwerbe, und sei es etwas das durch geistiges Eigentum entstanden ist, soll mir niemand reinreden können was ich damit anstelle.

    Es gibt übrigens eine sehr interessante Ausarbeitung warum Intellectual Property bzw. das Patentsystem, das darauf aufbaut, die Entwicklung von Technologien und Wissen behindert. Leider finde ich die Website der zwei renomierten Professoren gerade auf anhieb nicht .

    Comment by unwissender — 11.05, 2012 @ 16:02

  124. add. #121
    Ach so, noch was:

    Ich gehöre durchaus zu denen, die jedem Urheber sowohl immateriellen als auch materiellen Erfolg gönnen. Ich bin als Mitglied der Piratenpartei gerne bereit,mich zur Lösungsfindung mit Kulturschaffenden an einen Tisch zu setzen, siehe meinen Kommentar unter #20. Dazu ist aber eine Diskussion erforderlich, die frei von irgendwelchen vorgefertigten Urteilen und Meinungen Reformen erarbeitet und auch die Erörterung zunächst abwegig scheinender Ideen zulässt.

    Comment by Nicole Hornung — 11.05, 2012 @ 16:04

  125. @74. RA Stadler
    “Vielleicht befassen sie sich einfach mal mit der Rechtsprechung des BVerfG. Danach gibt es keinen vorgegebenen und absoluten Begriff des geistigen/urheberrechtlichen Eigentums. Es ist vielmehr Sache des Gesetzgebers, im Rahmen von Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG Inhalt und Schranken der vermögensrechtlichen Befugnisse des Urhebers zu definieren.”

    Unstrittig, was sich z.B. leicht an den unterschiedlichen Schutzfristen für Patente und Urheberrechte ersehen lässt.

    “Was die Sozialpflichtigkeit angeht, so umfasst diese das Gebot der Rücksichtnahme auf die Belange der Allgemeinheit und anderer Grundrechtsträger. Das Maß und der Umfang der verfassungsrechtlich zulässigen Sozialbindung wird vom Gesetzgeber gem. Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG bestimmt. Siehe: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv056249.html

    Das ist exakt der verfassungsrechtliche Zusammenhang, den ich hier dargestellt habe.”

    Falsch. Sie definieren sich “Allgemeinheit” einfach passend; dabei macht Ihr o.a. Link doch deutlich, was gemeint ist: bei dem Bsp. interessiert nicht das Interesse der Allgemeinheit der Bad Dürkheimer Bürger. Das GG meint mit Allgemeiheit die die freiheitlich-demokratische Grundordnung konstituierenden Elemente.
    Vulgo: was sich “die Netzgemeinde” oder die Filesharer wünschen, ist völlig wurscht.
    Ihr Verweis “Weil die Schaffung eines Geisteswerkes auch einen sozialen Prozess darstellt – und hier unterscheidet sie sich nochmals grundlegend vom Sacheigentum – ist die Sozialpflichtigkeit des “geistigen Eigentums” sogar besonders stark ausgeprägt,..” ist gegenstandslos.

    Auch was Ihre anderen “Grundrechtsträger” anbelangt, scheint mir Ihre Begrifflichkeit nicht klar genug abgegrenzt: es geht nicht um Grundrechtsträger per se, sondern um Grundrechtsträger als Grundrechtsträger. Beispiel: wenn ich sie als Mensch (Grundrechtsträger) schwerverletzt im Straßengraben liegend finde, muss ich Ihnen bei der Wahrung Ihrer Grundrechte (Recht auf Leben etc.)unentgeldlich helfen. Wenn Sie als Mensch (Grundrechtsträger) mit meiner unentgeldlichen Hilfe einen schicken neuen Zaun errichten wollen, kann ich Sie getrost im Regen stehen lassen, da schicke, neue Zäune kein Grundrecht sind. Gleiches gilt für den kostennlosen, bequemen Bezug von Musikstücken, Videos etc.

    Ihr schönes Konstrukt greift hier “leider” nicht.

    “Mit Verlaub: Ihre Ausführungen sind auch in rechtsphilosophischer Hinsicht falsch. Hier hilft bereits die Lektüre von Wikipedia weiter.”

    Gut, dann machen wir das mal:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpflichtigkeit_des_Eigentums

    Dort steht: “Einen aktuellen Bezug hat der Verfassungsgrundsatz der Sozialpflichtigkeit etwa in der Frage der Vermögensteuer bzw. Maximalbesteuerung entfaltet. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts „ist der Vermögensertrag einerseits für die steuerliche Gemeinlast zugänglich, andererseits muss dem Berechtigten ein privater Ertragsnutzen verbleiben. Die Vermögensteuer darf deshalb zu den übrigen Steuern auf den Ertrag nur hinzutreten, soweit die steuerliche Gesamtbelastung … in der Nähe einer hälftigen Teilung zwischen privater und öffentlicher Hand verbleibt …“
    BVerfG, Beschluss vom 22. Juni 1995 – 2 BvL 37/ 91

    Vulgo: das Überschreiten eines bestimmten Ausmasses von Eingriffen in die Eigentumsrechte ist nicht einmal mit parlamentarischer Mehrheit möglich.

    Um wieviel weniger zählen da die Ansprüche/Wünsche des kriminellen Filesharer-Gesindels.

    Comment by BöserKritiker — 11.05, 2012 @ 16:05

  126. Noch ein Punkt zur Diskussion:
    Ein Urheberrechtsinhaber hat momentan ein Monopol auf die Verbreitung des Werks. Zwar kann man unter Umständen ähnliche Werke von anderen Anbietern bekommen aber es gibt immer einen gewissen Unterschied (zwei Science-Fiction-Serien mögen zwar Ähnlichkeiten haben, aber sind doch bei weitem nicht äquivalent).

    Welche Einschränkungen darf er dem Konsumenten auferlegen?
    Momentane Beispiele sind Offline-Spiele, die man nur spielen kann, wenn man Online mit einem Server verbunden ist, DRM, die sich tief im System des Benutzers einnistet oder DVD-Vorspänne, die nicht übersprungen werden können.
    Gibt es dafür Grenzen oder könnte der Urheber fordern, dass man einen Film nur um Mitternacht bei Vollmond, während man auf einem Bein hüpft, anschauen darf?
    Sind sachfremde Einschränkungen zulässig?

    Comment by AndreasM — 11.05, 2012 @ 16:25

  127. Gibt es dafür Grenzen oder könnte der Urheber fordern, dass man einen Film nur um Mitternacht bei Vollmond, während man auf einem Bein hüpft, anschauen darf?

    Sicherlich, wenn es genug Leute gibt, die das dann kaufen mit diesen Einschränkungen, dann wird sich das allg. durchsetzen -> Steam u.a

    Hallo, hier ihr nutzerfreundliche Herd. Leider benutzen Sie nicht das von uns vorgesehene Kochset. Die von Ihnen geplant Zubereitung von “Kartoffeln” ist dmit dann leider nicht freigeschaltet. Für die Zubreitung von “Spiegelei” haben Sie leider nur die Lizenz “halbdurch”. Gehen Sie im Internet auf Ihre Herdseite und lassen Sie gegen eine Gebühr weitere Garstufen freischalten. Bitte beachten Sie, dass diese jeweils nur für eine Zubereitung gelten.

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 16:31

  128. @125 AndreasM

    https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Schranken_des_Urheberrechts#Einzelne_Schrankenbestimmungen

    Freilich versuchen Hersteller und Rechteinhaber die Schranken Schranken mit AGBs, DRM, Registrierungs- bzw. Anmeldepflicht usw. auszuhebeln.

    Ein Urheber hat kein uneingeschränktes Monopol nach der Verbreitung seines Werks. Was der nach dem Verkauf tun kann, dass war bisher klar definiert. Das war sogar wenigstens zum Teil sinnvoll.

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 16:34

  129. Sehr geehrter Herr Stadler, Sie sind doch Rechtsanwalt und als solcher ein Organ der Rechtspflege. Sie sind in besonderem Maße gehalten, das Recht der Bundesrepublik Deutschland zu achten, und es jedenfalls nicht öffentlich in Abrede zu stellen. Man kann ja zweierlei Meinung darüber sein, ob die derzeitigen Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums sinnvoll sind oder nicht. Ein Anwalt sollte aber nicht einfach bestreiten, dass geltendes Recht geltendes Recht ist. Es geht da doch nicht um die sprachliche Nuance, ob wir nun von Immaterialgüterrecht oder geistigem Eigentum sprechen. Es geht auch nicht um die sophistische Unterscheidung zwischen Wegnahme einer Sache und Nichtbezahlung einer angemessenen Gebühr für erbrachte Leistungen Dritter. Es geht, und das wissen Sie als Jurist ganz genau, um das geschützte und schützenswerte Rechtsgut: Der Urheber eines Werkes hat ein Recht auf angemessene Vergütung der Nutzung dieses Werkes durch Dritte. Genau dieses Recht wird durch die Praxis im Internet ständig verletzt, und zwar teils mit erheblicher krimineller Energie. Kino-to und vergleichbare Angebote weisen alle Merkmale organisierter Kriminalität auf. Wenn Sie sich als Jurist damit gemein machen, stellen Sie sich auf die Seite von Kriminellen und außerhalb geltenden Rechts. Sind Sie sicher, dass sie das wollen?

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 16:51

  130. Letztendlich sind wir durch das Internet in einer Art postkapitalistischer Realität angekommen: Musik/Filme/Bücher sind für alle Menschen kostenlos und frei verfügbar. Wenn auch (noch) illegal. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das zB Musiker durch die Verbreitung ihrer Songs ohne Teilhabe Geld verloren geht, und das ist nun mal nicht mehr zu verhindern. Die mM einzig logische Folgerung wäre: Ich als Musiker (und ich bin tatsächlich Musiker, bzw. Songwriter, wenn ich auch mit ca. 4000 Euro Einnahmen pro Jahr durch die GEMA-Ausschüttung beiweiten nicht davon leben kann) stelle meine Werke allen kostenlos zur Verfügung. Dafür stellt mir aber auch der Bäcker, der meine Songs kostenlos runterläd, seine Brötchen kostenlos zur Verfügung usw.
    Na, wie wäre das??? ;-)

    Comment by Robert — 11.05, 2012 @ 16:55

  131. Letztendlich sind wir durch das Internet in einer Art postkapitalistischer Realität angekommen: Musik/Filme/geistiges Eigentum sind frei und kostenlos verfügbar, für ALLE.
    Zwar ist das (noch) illegal. Aber trotzdem werden Songs runtergeladen. Und wenn dies im kostenfreien Raum geschieht, entgeht dem Musiker/Songwriter/… Geld, das er vielleicht zum Leben bräuchte.
    (Ich bin selbst Songwriter, verdiene durch die GEMA-Ausschüttung circa 400 Euro im Jahr- das reicht natürlich nicht zum Leben)
    Letztendlich würde die Umsetzung der postkapitalistischen Realität des Internets bedeuten: Der Bäcker von nebenan darf sich meine Songs runterladen, dafür darf ich meine Brötchen bei ihm holen. Keiner zahlt mehr für etwas, alle profitieren. Na, wie wäre das??? ;-)

    Comment by Robert — 11.05, 2012 @ 17:01

  132. @Joachim Helfer #128

    Wieso verstehen das denn so viele falsch?
    Ich habe extra nochmal nachgeschaut und folgendes Zitat herausgesucht:
    „Der erste Schritt hin zu einer Entideologisierung der Debatte muss in einer sprachlichen Abrüstung bestehen. Neutrale Begriffe wie Immaterialgüterrecht und Rechtsverletzung sind ausreichend, um den Standpunkt der Urheber deutlich zu machen.“

    Oder habe ich die Stelle übersehen wo er dafür plädiert das Urheberrecht abzuschaffen?

    Comment by David — 11.05, 2012 @ 17:02

  133. @128, Namensvetter
    Wieso darf sich denn ein kompetenter Rechtsanwalt nicht über Sinn oder gar Weiterentwicklung bestehenden Rechts Gedanken machen und dies öffentlich mitteilen?

    Selbst wenn der Unrecht hätte, diese Diskussion zeigt, wie notwendig eine fachlich kompetente Auseinandersetzung ist (oder soll ich sagen wäre?).

    Kopfschüttel.

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 17:14

  134. Sprachliche Abrüstung ist immer gut. Am Ende geht es aber nicht um die Wortwahl, sondern um den Inhalt. RA Stadler kritisiert einen offenen Brief, den auch ich unterzeichnet habe, als unsachlich, und als “Einmischung” in die Debatte. Debattiert wird aber, aufgrund ganz eindeutiger Positionen der Piraten, wie sie sich ja auch in vielen Beiträgen dieses Blogs finden, nicht weniger, als die Frage, ob ich zukünftig Erträge aus meinen Werken erzielen kann, ob ich also für meine Arbeit bezahlt werde oder nicht. In diese Debatte werde ich mich schon nich einbringen dürfen, nicht? Wer eine Versachlichung der Debatte will, muss zunächst einmal ohne wenn und aber eingestehen, dass Urheber Rechte haben. Dass diese Rechte zurzeit massiv verletzt werden: zum Schaden nicht nur der Rechteinhaber, sondern in letzter Konsequenz Aller, die unter Kunst etwas mehr, als den selbstgemachten Youtube-Film, unter Journalismus etwas Klügeres und besser Recherchiertes, als durchschnittliche Blogeinträge verstehen. Stattdessen macht sich RA Stadler die Piratenhaltung zu eigen, die das Problem bei den bösen Rechteinhabern, statt bei den blöden Raubkopierern sieht. Das ist weder sachlich, noch ist es in letzter Konsequenz mit der Rechtsordnung der Bundesrepublik vereinbar. Die Sozialbindung des Eigentums legitimiert die derzeitige Netzpraxis auch nicht annähernd. Mit der besonderen Bedeutung der Kunst zu argumentieren, ist vielmehr rechtsphilosophisch wie ökonomisch der nackte Mumpitz: So gern ich als Schriftsteller lese, dass meine Arbeit von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft sei, stehe ich doch nicht an zuzugeben, dass die Arb eit eines Bäckers oder einer Krankenschwester mindestens so nützlich ist. Warum sollen denn dann Brötchen Geld kosten? Der unterscheid zwischen materiell und immateriell ist dabei wurscht: Am Ende hat Einer gearbeitet und bekommt kein Geld dafür. Warum soll er denn dann arbeiten?

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 17:41

  135. @128, Joachim Helfer,
    zweitens zur “kriminellen Energie”

    Das ist sicher auch korrekt. Doch zwei Anmerkungen:

    1) kino.to hat angeblich bedeutenden Gewinn gemacht. Kein Wunder, sie haben “nicht bezahlt”, Geld den Verwertern vorenthalten. Für Urheber wäre es sicher gut gewesen, wenn die Verwerter genau dieses Geld eingenommen hätten – jedenfalls wenn online-Einnahmen fair ausgezahlt und nicht erst vor Gericht erstritten werden müßten.

    Warum können die das nicht? Warum lassen sie sich dieses Geld über viele Jahre entgehen? Geht man nach der Verpflichtung der GEMA, jedem (der angemessen bezahlt) Nutzung eines Werks zu ermöglichen, dann könnte man daraus eine Pflicht für Rechteinhaber ableiten. Eine Pflicht, der sie nachweislich nicht nachgekommen sind.

    2) Es ist nicht fair, kommerzielle (illegale) Handlungen mit privaten – nicht nachgewiesen illegalen – Handlungen in einen Topf zu werfen. Das Gesetz sagt nur, Download aus offensichtlich illegalen Quellen ist nicht erlaubt.

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 17:42

  136. Wie soll das – in den letzten Jahren durch massive Lobbyarbeit zugunsten der Rechteverwerter und Urheber geändert – OHNE Einschränkung der Grund-, Bürgerrechte durchgesetzt werden?

    Was hat Vorrang Grund-, Bürgerrechte oder die Durchsetzung des Urheberrechts zugunsten einiger weniger?

    Das Urheberrecht ist kein “Gott” gegebenes Recht; vielmehr hat dieses die Gesellschaft eingeräumt.

    Wenn es eben der freie Datenverkehr vorrang hat, muss wohl an einer Änderung gearbeitet werden. Da hilft es nichts, immer den StatusQuo zu beschwören.

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 17:53

  137. “Erleichtert das Downloaden!
    Von Thomas Bohn

    Der Drehbuchautor und Regisseur Thomas Bohn fordert: Erleichtert das Downloaden! Was man liebt, dafür bezahlt man gern, sogar im Netz.

    Wer es gewohnt ist, im Internet jederzeit auf alle Informationen und Produkte zurückgreifen zu können, die er sich wünscht und/oder bestellen möchte, kann nur schlecht nachvollziehen, warum er ein halbes Jahr warten muss, bis er einen gerade gestarteten Kinofilm legal im Internet oder auf DVD anschauen kann.

    Stattdessen animieren sie uns Kreative, öffentlich über unser Schicksal zu jammern. Wir sollten dem widerstehen.
    …”
    Der Mann ist Drehbuchautor und Regisseur. Auch für den Tatort, aber nicht unter den 51.
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/urheberrecht-und-kino-erleichtert-das-downloaden/6616796.html

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 17:54

  138. “Warum soll er denn dann arbeiten?”

    Richtig, wenn sich die Schriftstellerei nicht mehr lohnt, dann kann man damit keine Brötchen mehr verdienen. Warum soll dafür eine andere Regelung gelten, als “wenn sich die Tätigkeit bei Schlecker” nicht mehr möglich ist? Warum soll man damit sein Leben lang Geld verdienen können? Warum sollen damit noch die Enkel versorgt werden?

    Warum besondere Marktbedingungen?

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 18:06

  139. Das Urheberrecht gegen Grund- und Bürgerrechte auszuspielen bringt nichts, weil es, als Ausgestaltung des Rechts auf Eigentum, seinerseits den Schutz der Verfassung genießt. Wo genau die Kompromisslinie zwischen den einschlägigen Rechtsgütern verläuft wird uns früher oder später das Verfassungsgericht sagen. Aber selbstverständlich sind Einschränkungen von und Eingriffe in Grundrechte zum Zweck der Strafverfolgung angezeigt und in anderen Bereichen als dem Netz ja auch gang und gäbe, solange sie rechtsstaatlich erfolgen, angemessen sind etc. Eine stichprobenartige Überwachung des Datenverkehrs unterscheidet sich grundsätzlich in Nichts von einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Eine Offenlegung von Verbindungsdateien aufgrund des Anfangsverdachts strafbarer Handlungen unterscheidet sich nicht von der Einsicht in Kontendaten aufgrund eines solchen Verdachts. Etc. Der große Irrglaube der sogenannten Nezgemeinde ist, dass das Netz ein rechtsfreier Raum sei. Das Netz ist aber einfach nur ein Stück Wirklichkeit, dass der Überwachung und Kontrolle des Rechtsstaats unterliegt. Über die Grenzen kann man streiten, und letztlich wird das in Karlsruhe entschieden. Das Prinzip muss aber begriffen werden: Eine Straftat ist auch im Netz eine Straftat. Bürger haben ein Recht auf Schutz vor Straftaten.

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:07

  140. Oh ja, Herr Stadler. Es ist tatsächlich mehr als unverschämt, dass Urheber sich in die Urheberrechtsdebatte einmischen. Und auch noch dermaßen ideologisch und plump …

    Und Kopieren ist das Gegenteil einer Wegnahme. Aha. Für wen? Für Leute wie Sie, die nicht die Urheber sind, sicherlich. Denn die ziehen sich Werke gratis. Anders sieht es für die Kreativen aus: Denn für die bedeutet Kopieren eine extreme Honorareinbuße. Aber ich sag’s mal mit der Süddeutschen von heute: Sie wollen doch nur downloaden. Nicht wahr?

    Schon erstaunlich, welche arroganten und sarkastischen Töne aus dem Mund eines Rechtsanwaltes kommen, der sich selbst eine differenzierte Betrachtungsweise des Themas fordert.

    Comment by Dagmar Mendel-Bock — 11.05, 2012 @ 18:07

  141. @133 Thomas Bohn
    Danke für den Link

    Comment by David — 11.05, 2012 @ 18:08

  142. add 137
    Ich meine natürlich Wolfgang Ksoll

    Comment by David — 11.05, 2012 @ 18:10

  143. ZITAT___@102
    “Das Recht des Konsumenten ist _: kaufen oder nicht kaufen. Thats it.”

    Und mein Recht als Nicht-Konsument besteht dann also darin, unter Generalverdacht gestellt zu werden per VDS und auf meine Grundrechte zu verzichten, damit die Realität sich an Deine/Eure Vorstellungen anpasst?!

    btw – mein Nachbar verteilt kontinuierlich und kostenlos per Lautstärekregeler Musik in unserem Haus – muss ich den jeztzt anzeigen, damit kein Künstler verhungert oder der GEMA Bescheid geben?__ZITATENDE

    GEneralverdacht ist auch so ein gehypter Begriff, der die Ahnungslosen auf die Straße bezüglich acta trieb. Schonmal die Kameras auf Bahnhöfen oder in Bankfilialen bemerkt? Schonmal “Guten Abend, allgemeine Verkehrskontrolle” oder “Ihren Fahrschein, bitte” gehört? Schonmal Steuerprüfung mitgenmacht? Tja, solche Dinge passieren und da etabliert gibts auch kein Gezeter. Nachdem aber jahrelang ein Mißstand immer schändlicher ausgenutzt wurde, wird es eben auch Zeit zum handeln. Es bedarf eben Kontrollmechanismen, da die Vernunft im Allgemeinen nicht ausreicht.

    beispiele wie die Überlegung,den Akustik-Amok im Mietshaus als gema-pflichtig einzuordnen reihen sich einfach mal prima in die Argumentationslogik der Piraten und Konsorten. Muss man auf sowas überhaupt reagieren? Ich denke nicht.

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 18:12

  144. @Christian, 134: Zu schlecker: Wenn Schlecker pleite gegangen wäre, weil die Waren fast immer nur geklaut und fast nie bezahlt wurden, und wenn die Piraten sich die Sache der Ladendiebe statt die der Raubkopierer auf die Fahnen geschrieben hätten – dann wäre das eine Analogie. Sonst aber nicht. Zur Geltungsdauer des Urheberrechts von 70 Jahren post mortem: Das dient nicht der Versorgung der Enkel, sondern dazu, dass es sich für ein Label, eine Filmproduktion, einen Verlag lohnt, Werke herauszubringen. Wenn man diese Frist verkürzt, sinken die Vorschüsse an die Urheber, bzw. werden viele Werke gar nicht mehr verlegt.

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:12

  145. Eine stichprobenartige Überwachung des Datenverkehrs unterscheidet sich grundsätzlich in Nichts von einer allgemeinen Verkehrskontrolle.

    Danke für die Wiederholung meines Argumentes…s.o.

    Leider haben Sie übersehen, dass nicht die STICHPROBENARTIGE Kontolle gefordert wird, sondern die lückenlose Überwachung aller. Und das hat nichts mit gegenseitigem “ausspielen” der Rechte zu tun.

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 18:14

  146. Eine lückenlose Überwachung des Datenverkehrs ist offensichtlich weder rechtsstaatlich, noch überhaupt möglich. Wobei unter Überwachung zu verstehen ist, dass dort ein Mensch draufguckt. Wenn ein Computer eine als kriminell eingestufte Seite überwacht, und dann eben jeder Ermittlungen auf sich zu ziehen riskiert, der sich dort umsieht, dann entspricht das der gängigen Praxis etwa bei der Bekämpfung der Kinderpornographie im Netz. Nein, ehe jetzt jemand losbrüllt: raubkopieren oder illegales streamen sind nicht so schlimm wie Kinderpornographie. Aber Autobahnrasen oder Falschparken oder Schwarzfahren sind nicht auch nicht so sclimm wie Mord und Totschlag: Es folgt daraus nicht, dass der Rechtsstaat nicht versuchen muss, es soweit wie möglich zu unterbinden.

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:21

  147. Wenn die Situtation zuzeit so ist, dass die Leistung des Schriftstellers o.a. am Markt profitabel nicht unter zu bringen ist, warum gelten dann dafür besondere Marktregeln?

    Wenn die Leistung eines freien Entwicklers am Markt kein Geld bringt, warum kann dieser nicht ebenfalls auf entsprechende Regelungen zurückgreifen?

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 18:24

  148. Es gibt keine Sonderregelungen für Autoren! Selbstverständlich genießt ein freier Entwickler den Schutz des Urheberrechts!

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:30

  149. “Eine stichprobenartige Überwachung des Datenverkehrs unterscheidet sich grundsätzlich in Nichts von einer allgemeinen Verkehrskontrolle.”

    Wenn man sich nur Quelle und Ziel von Datenpaketen anschaut, mag das stimemn. Aber das ist nicht das, was der rechte Rand der Gesellschaft will. In vielen Staaten (China, Iran, USA, EU) sollen/sollten die Provider in die Pakete hineinschauen u nd die Inhalte analysieren. Auf Straßenverkehr übertragen heißt das, dass jeder Autofahrer bei Strafe auskunftspflichtig werden sollte: Wo kommst Du her? Wo willst Du hin? Was willst Du da machen? Mit wem hast Du geredet? Worüber habt ihr gesprochen? Hast Du da Fotos gemacht? Zeig mal. Habt ihr dort Sex getrieben (Siehe Weigerung des Staatsanwaltes widerrechtlich mit Staatstrojaner ausgenommene Sexszenen zu löschen, obwohl das Bundesverfassungsgericht klare Grenzen gesetzt hat, auf die die Justiz und die Ermittlungsbehörden einfach scheissen und sich an den Protokollen ergeilen oder wie in Amsterdam dann Kinderpornos von der Polizei verkauft werden).

    Das was der rechte Rand vom Internet fordert, ist was ganz anderes als Verkehrskontrollen im Straßenverkehr. Die wollen Schluss machen mit dem Rechtsstaat. Erlaubt soll sein, was technisch möglich ist. Ohne Rücksicht auf Verluste, Gesetze, Grundrechte oder anderen Scheiss, der den großen Bruder behindert.
    “Eine Offenlegung von Verbindungsdateien aufgrund des Anfangsverdachts strafbarer Handlungen unterscheidet sich nicht von der Einsicht in Kontendaten aufgrund eines solchen Verdachts. Etc. Der große Irrglaube der sogenannten Netzgemeinde ist, dass das Netz ein rechtsfreier Raum sei. ”

    Das glaubt nicht die Netzgemeinde, sondern die CDU. Die CDU und die SPD möchten eben ohne den Anfangsverdacht einer Straftat das Internet vollständig überwachen. Erst haben sie es auf dem Kinderpornotrip versucht. Jetzt drücken sie wieder mit anderen Argumenten. Sie wollten uns glauben machen, dass man den Dreck besser im Netz ließe (damit ihn katholische Kinderficker leichter finden durch gute Kenntlichmachung mit roten Vorhängen nach von der Leyen und Guttenberg, den KinderpornoexpertInnen?) und dafür dann aber jeden Webzugriff jeden Bürgers vollständig zu überwachen und Teile mit der Sperrliste zu vergleichen. Diese Abschaffung rechtsstaatlicher Grundprinzipien war großer Konsens bei CDU und SPD (sowie FDP in Bayern und Sachsen). Diese Schaffung eines rechtsfreien Raumes war 2009 Politik der großen Parteien im Deutschen Bundestag: Peter Altmaier, Dorothe Bär, Guttenberg, von der Leyen, Merkel, Schavan, Kauder, um nur mal ein paar Namen derer zu nennen, die das Internet mit dem Zugangserschwerungsgesetz zum rechtsfreien Raum machen wollten. Selbst das rechtliche Gehör wollte die o.g. Herrschaften abschaffen. Recht sollten nicht mehr Richter sprechen, sondern die Polizei. Abstrusestes Zeugs, aber in CDU und SPD konsensfähig bis hin zu Weichei und Flüchtling Köhler. Die Netzgemeinde musste sich wehren gegen diese höhnische Schaffung eines rechtsfreien Raumes. Mach Dich besser mit unseren Gesetzen vertraut, bevor du hohle Sprüche sinnleer nachplapperst.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 18:31

  150. @115 Du erzählst einfach nur ganz massiv Stuss und bastelst dir da eine Scheinwelt. Wer hier wohl mehr ideologisiert?

    Markt bedeutet : Angebot und NAchfrage. Beides ist in großem Maß vorhanden. Wo ist das Problem? Als Konsument hast du keinen Anspruch darauf, Waren und Dienstleistungen maßgeschneidert angeboten zu bekommen PUNKT. Es wäre wünschenswert, aber dem ist nirgends auf der Welt in keiner Branche so. Es spielen weder die Wunschspieler im jeweiligen Lieblings-Fußballverein, noch laufen die Wunschfilme zur Wunschuhrzeit im Wunschkino. Es gibt auch nicht die Wunschartikel im Wunschkaufhaus zum Wunschpreis in der Wunschfarbe. JETZT BEGRIFFEN?

    ANGEBOT und NACHFRAGE bedeuten : Der Produzent stellt etwas her und der Konsument kann entscheiden, ob ihm das Angebot taugt. Ende des Konsumrechts. Ich kann nicht bei meinem Geldinstitut nachts die Scheibe einschlagen und Geld nehmen, weil 1. der Laden zu und 2. die Sollverzinsung sowieso Betrug sind 3. die Aktionäre ätzenderweise auch an meinem geld verdienen usw… Selbst bei durchaus nachvollziehbarer Argumentation nicht. In “unserem” Fall hier sieht es da aber noch wesentlich klarer aus. Hier gehts um Luxusartikel

    Das Angebot ist vorhanden , ebenso wie die Nachfrage. Alerdings gehört es seit 10 jahren in mittlerweile nicht mehr verantwortbarer Weise zur Realität, dass diese Nachfrage illegal gestillt wird. Worüber muss man jetzt noch diskutieren?
    Wer da ganz bewusst mitmacht, soll auch nicht über Abmahnungen beklagen.-

    Nur weil im Einzelfall jetzt beisüpielsweise keine Sherlock Holmes Bücher auf dem Markt sind (Kann ich kaum glauben, vielleicht einfach bei ARD nachfragen ob man die Serie auf DVD von Ihnen abkaufen kann – sowas geht bei Konzertausschnitten soweit ich weiß) abzuleiten, dass zig Millionen kostenlosen Downloads täglich von Produkten in Ordnung seien, die “3 Seiten weiter” mit regulärem preisschild versehen zu haben sind………..das ist einfach echt eine recht tollkühne Interpretation von Marktrecht,. Aber wie gesagt, Diskussion mit deinem Kaliber sind sinnlos, das habe ich mittlerweile begriffen

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 18:37

  151. “Es gibt keine Sonderregelungen für Autoren! Selbstverständlich genießt ein freier Entwickler den Schutz des Urheberrechts!”

    Das sieht der EuGH offenbar anders

    http://www.heise.de/ix/meldung/EuGH-verneint-Urheberrecht-fuer-Programmfunktionen-1565581.html

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 18:37

  152. @128 Joachim Helfer, @138 Dagmar Mendel-Bock

    – zu “einmischen”: Herr Stadler hat die Wortwahl “Einmischung” begründet. Es ging um die plumpe Art der Einmischung. Es geht nicht darum, dass sie nichts zu sagen hätten. Es geht darum, dass sie schlicht nichts sagen.

    Würde ich den Text der Urheber als Roman interpretieren, so würde ich schreiben:

    Die Urängste, das Trauma des Protagonisten spiegelt sich wieder in der Furcht vor dem Zusammenbruch der eigenen Welt, dem Verlußt aller Sicherheit. Das Verschließen des Textes gegen das Unbekannte und allem Neuem entlarvt ihn als nur scheinbar autobiographisch. Der Held flüchtet in eine Traumwelt, der er ohne Hilfe nicht mehr entrinnen kann. Das unwirkliche Ende zeichnet sich schon in den ersten Zeilen ab. Nach der Lektüre bleibt Leser allein zurück und muss sich fragten, wo denn eine Lösung zu finden wäre, ja ob sie denn überhaupt möglich ist. Die im Text angedeutete unabwendbare Katastrophe stellt als provozierender Kontrast zur Wirklichkeit jedenfalls keinerlei Möglichkeit, keinerlei Hilfestellung bereit. In Handke’scher Tradition wird zwar das Nachdenken über die Sache selbst provoziert, jedoch wäre ein dokumentarisch-didaktischen Ansatz möglicherweise befriedigender gewesen.

    sorry, konnte nach Dagmar Mendel-Bock nicht mehr widerstehen. Sie möge mir bitte verzeihen…

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 18:39

  153. Also was denn nun: “Rechter Rand” oder “Konsens von Union und SPD”? Von den beiden Beschreibungen kann ja höchstens eine zutreffend sein, oder? Aber wir müssen uns gar nicht darüber streiten, dass Bürgerrechte auch im Netz und gegen Netzüberwachung verteidigt werden müssen; das müssen sie, und es ist immer gut und richtig, dem Staat, auch wenn es die BRD ist und nicht China, auf die Finger zu schauen und notfalls auf die Finger zu hauen. Konsens! Nur: Der Schutz des Bürgers vor dem Staat ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist der Schutz des Bürgers durch den Staat. Rechte Dritter müssen im Netz gewahrt werden, und der Staat hat alles angemessene und verhältnissmäßige zu diesem Ende zu unternehmen, denn dafür ist er da. Die Grenze genau auszutarieren ist Sache des Verfassungsgerichts. Was die Piraten vorschlagen, ist mit unserer Rechtsordnung schlicht unvereinbar.

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:43

  154. @136 Dagmar Mendel-Bock: Bitte geben sie mir EINMAL belastbare zahlen wieviel Honorar sie durch die ach so boesen Raubkopierer so extrem einbuessen. Das die gaengigen Zahlen der Verwerter kompletter Mumpitz sind sollte mittlerweile eigentlich allen klar sein. Das ist das eine.

    Das andere: Wenn die leute ihre Arbeit kopieren und dabei nicht dafuer bezahlen wollen sollten sie sich eventuell darueber Gedanken machen ob entweder ihre Arbeit oder ihr Geschaeftsmodell einfach murks sind. Wir hatten bei unserem letzten Spiel eine Raubkopier Quote der Bezahlversion von ca. 95% auf Android Phones. Reaktion: das Spiel kommt in kuerze gratis aber mit Werbung raus. Es ist meine Aufgabe als Werk Schaffender die Wuensche des Kunden zu bedienen und nicht andersrum. Wer das nicht begreift wird frueher oder spaeter zwangslaeufig den Kuerzeren ziehen.

    Comment by Alex — 11.05, 2012 @ 18:48

  155. Hallo, ich möchte hier gerne auf einen tollen Link aufmerksam machen, der im Nachbarblog in den Kommentaren gepostet wurde zu dem Thema, was kleine Musiker wirklich verdienen:

    http://on3.de/e/12940#/e/12940

    Ich selbst gehöre übrigens zu der Gruppe der AUTOREN.

    Im Gegensatz zu den bekannten Bestsellerautoren erscheinen meine Werke in einem Verlag. Wir wissen, dass unsere Bücher auch nicht gerade selten “gerippt” werden, kennen auch die Zahlen, und ich kann nur allen Beteiligten hier sagen:

    Leben kann ich von den Büchern NICHT, fürEIN JAHR Arbeit bekomme ich wenn ich Glück habe einen Monatslohn von jemand, der “normal” in der Wirtschaft arbeitet!

    Nun könnte man sich streiten ob diese Lohnhöhe angemessen ist. Dennoch würd eich argumentieren, warum jeder andere Mensch für ein Jahr Arbeit einen guten Lohn bekommen soll, nur wir KReativen nicht.

    Wir haben auch Ausgaben für Essen und Wohnung, haben in unsere Bildung investiert, und sollend afür alles für nen Appel und ein Ei (wenn wir Glück haben) hergeben?

    Wir merken in meinem Verlag leider SCHMERZHAFT jedes illegal kopierte Buch und eigentlich könnte man sich fast schon fragen warum unsere Autoren sich 1 Jahr Arbeit überhaupt noch antun wollen, wenn es ja eh nicht mal zum Leben reicht weil alle alles umsonst wollen. :/

    Wenn jemand Teile unserer Buches als Werbung herumzeigt (zum Thema freies Internet) dann haben wir übrigens nichts dagegen, denn das hilft uns WIRKLICH. Es hilft uns aber NICHT wenn unsere Bücher im gesamten verbreitet werden und wir für unsere harte Arbeit nichts bekommen.

    Comment by Tomate — 11.05, 2012 @ 18:49

  156. @ Christian, 146: Das Urteil bezieht sich auf eine Funktionalität, und verneint ihre Schutzwürdigkeit damit, dass sie einer Idee näherkäme. Auf die Schriftstellerei übertragen wäre das so, als wollte ich mir die Idee, dass der Koch der Mörder ist urheberrechtlich schützen lassen – was offensichtlich unsinnig wäre. Ein schützendwertes Werk ist die Ausgestaltung einer Idee, nicht diese selbst. Auf Entwickler bezogen also das konkrete Spiel, die konkrete Software, Plattform etc. All das unterliegt, selbstverständlich und zu Recht, dem Urheberrecht.

    Comment by Joachim Helfer — 11.05, 2012 @ 18:50

  157. “Der Schutz des Bürgers vor dem Staat ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist der Schutz des Bürgers durch den Staat. Rechte Dritter müssen im Netz gewahrt werden, und der Staat hat alles angemessene und verhältnissmäßige zu diesem Ende zu unternehmen, denn dafür ist er da.”

    Dagegen wird keiner etwas haben, allerdings ist die Überwachung aller eben unverhältismäsig. Three Strikes in Frankreich, Two Strikes bei uns, Bestrafung ohne Gerichte usw. dürfte wohl nicht mehr in diesem Rahmen liegen.

    Und dann kommen wir zu der von mir angesprochenen Entscheidung -> Urheber- oder Bürgerrechte

    “Was die Piraten vorschlagen, ist mit unserer Rechtsordnung schlicht unvereinbar.”

    Wenn nun dann Inhalte im Netz nicht “geschützt” werden können, dann ist das so. Dann ist nach anderen Wegen zu suchen. Und genau das wird eben seitens der Urheber unterbunden

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 18:50

  158. Warum sollte ich eine Funktionalität nicht schützen können? Beispielsweise einen Bubble- oder Quicksort. Die kann auch ggf. mehere tsd Zeilen umfassen

    Der Vergleich mit dem Koch ist in sofern unzutreffend, dass der Entwickler ja nicht einzelen Zeilen Code schützen lassen will, sondern eine komplette fertige Software -> Bibliothek

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 18:54

  159. @Christian:

    Ich bin Urheber und FÜR neue Wege. >_>

    Diese “neuen” Wege stören mich nur wenn alles, was ich vom Verbraucher höre ein Schrei danach ist alles für umsonst zu bekommen.

    Sorry, aber ich sehe nicht ein dass jeder Mannes Arbeit mehr Wert sein soll als meine. Wo bleibt in diesem Punkt die Gerechtigkeit?

    Comment by Tomate — 11.05, 2012 @ 18:55

  160. @144

    ..aber Du hast mal die totale Ahnung!!! Der rechte Rand der Gesellschaft will also das rechtsfreie Internet? Die wollen also alle lesen, was Du in deinen emails der Freundin schreibst? Das zugehörige Krankheitsbild nennt sich Paranoia.

    Verrückte Welt, die Leute rennen 24 Stunden mit “Handy-an” durch die Gegend, sind beim Fratzenbuch,Twitter,Studie-Dings und weiss der Kuckcuck wo angemeldet und längst sowas von gläsern, wie sich das Orwell DEFINITIV NICHT ausmalen konnte, bekommen aber wegen einer Datenpakets-Sortierung ( MP3 im GB Bereich doch bitte mal aus der Schlange hervortreten), einen Nervenzusammenbruch und befürchten Datenmissbrauch in schlimmstem Endstadium. Echt leute, das kann doch nicht der Ernst sein? Schonmal am Flughafenzoll nen Koffer aufmachen müssen? Schonmal an der Grenze (heutzutage im Grenzbereich)kontrolliert worden? Schonmal analysiert, wie ganze Bevölkerungsgruppen “besonderen Status” zugewiesen bekommen und sogar deren Post am Zoll Sonderbehandlungen geniesst? Rede ich hier eigentlich nur mit Kindern?

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 18:58

  161. @144
    Wie konnte es dir entgehen, dass nicht die GByte Downloader herausgewunken werden sollen, sondern jeder, der auch nur 1 Byte kopiert hat. Automatisiert

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 19:05

  162. Korrektur
    @155

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 19:09

  163. “Markt bedeutet : Angebot und NAchfrage. Beides ist in großem Maß vorhanden. Wo ist das Problem? Als Konsument hast du keinen Anspruch darauf, Waren und Dienstleistungen maßgeschneidert angeboten zu bekommen PUNKT. ”

    Nun, da Du offensichtlich mit Märkten nicht so vertraut bist, will ich Dir was über Marktversagen sagen. In den 1930er Jahren gab es ein faktischs Pressemonopol durch Hugenberg:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hugenberg
    Der missbrauchte seine Monopolstellung (>50% Marktanteil), um die Nazis zu puschen. Eregbnis: 25 Mio tote Russen, 6 Mio tote Juden usw.

    Nach dem Krieg sagte man sich wegen diesen eklatanten Marktversagen bei der Versorgung der Bevölkerung mit unabhängiger Information, dass man neben die gefährdete Presse einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk setzte. Dieser wurde gesellschaftlich kontrolliert (und nicht nur durch Privateigentümer) und die Finanzierung durch Pflichtgebühren sichergesetllt. Das Business-Modell, dass mit 7,5 Mrd € Umsatz bei ARD+ZDF immer noch hervorragend funktioniert, sieht vor, dass Künstler von den Sendeanstalten bezahlt werden. Eine direkte Vergütung zwischen Konsument und Künstler ist in diesen 7,5 Mrd € nicht vorgesehen. Bisher gab es auch kein großes Gejammer der 51 Tatort-Autoren, dass die ARD zu schlecht bezahlen würde. Bei Sat 1 und RTL zahlen die Konsumenten seit vielen Jahren gar nichts, weil echte Konservative das so wollten. PUNKT.

    Nun weigern sich die Verwerter aus dem kulturindustriellen Komplexes trotz 20-jähriger Existenz des Internets hier tragfähige GEschäftsmodelle (wie Apple) zu entwickeln. Es gibt (mesabre Nachfrage) aber keinen Absatz zu den Mondpreise, die der kulturindustrielle Komplex vor sachunkundigen Richtern in 600.000 Abmahnverfahren durchsetzen. Diese Marktversagen hat die Verwerter offenbar dazu bewogen auf Marktwirtschaft zu verzichten. Also schicken sie zur Erlöserzielung lieber Abmahnanwälte mit Mondpreisen, als marktfähige Produkte innerhalb der Marktelastizität anzubieten. Immer häufiger bieten sie gar nicht an, sondern schicken einfach nur Autoren, die Erlöse erjammern sollen. Der Markt versagt. Es kommen mangels Angebotes zu marktfähigen Preise keine Käufe zu stande.

    Wenn aber ein Marktversagen stattfindet, muss der Staat eingreifen. Zum einen haben wie die Sozialbindung von Eigentum nach Artikel 14 GG, zum anderen schützen wir uns andersherum auch vor Dumping (Anbieten von Leistung unter Selbstkosten). Das ist in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ganz normal. Auch in anderen westlichen, kapitalistischen Gesellschaften. In den USA z.B, haben wir den gesetzlichen Mindestlohn, weil dort der Arbeitsmarkt versagte.

    Bei uns verdienen Künstler nach Künstlersozialkasse durch ihre Erlöse von den Verwertern durchschnittlich 15.000 Euro im Jahr (Musiker nur 12.000). Das bekommen sie für Liveauftritte, Zeitungsbeiträge, Bücher, CD,s, DVDs, Fernsehproduktionen und Verkäufe im Internet. Da die Verwerter offensichtlich nicht nur im Internet sondern auch in anderen Kulturkanälen versagen, die Künstler mit auskömmlichen Einkommen zu versorgen (wohl aber Manager wie Herrn Döpfner oder Herrn Keese) greift auch dort der Staat ein. Wir subventionieren diesen Hungerleidern die Hälfte ihre Kranken- und Rentenversicherung. Normal.

    Wenn also de Verwerter sich weiter weigern, tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln (wie Apple), werden die Verwerter weiter hochprekäre Hungerleider produzieren, die sie dann zur Fürsorge beim Staat abgeben. Wie immer.

    Nun, da es Apple gibt, habe ich kein Mitleid mit den Künstlern, die so sich von den Verwertern behandeln lassen. Normale Arbeitnehmer haben sich schon im 19. Jahrhundert in Gewerkschaften zusammengerottet, damit die Arbeitgeber ordentliche Löhne zahlen, von denen man Leben kann. Aber da die CDU nicht mal Friseurinnen in Erfurt gönnt, dass sie von dem Erlös ihrer Arbeit leben können und die statt dessen zu Sozialbehörden für Wohngeld und andere Transferleistungen schickt, erden die Künstler auch nicht weiter kommen, wenn sich weiter mit ihren Verwertern fraternisieren und deren Lied singen statt ihr eigenes. PUNKT.

    Apropos Marktversagen: Wenn die Finanzmärkte versagen, haben Angela Merkel und Wolfgang Schäuble keine Hemmungen, 30 Mrd Schulden zu machen und nennen das dann Haushaltskonsolidierung. Wenn der Waffenmarkt versagt und wir Drohnen zum Töten kaufen sollen, dann hat de Misere keine Hemmungen mal eben 500 Mio € nachzulegen. Die Regierung Merkel hatte keine Hemmungen, die 16 Mrd € Einsparungen von Schäuble nicht zu realisieren, man macht einfach neue Schulden. Aber bei Schulbüchern mit 245 Mio € jahresumsatz, da müssen wir sundas Geplärre der Schulbuchverlage anhören, die auf dfen Rechtsstaat scheissen udn Festplatten von Schülern und Lehrern beschnüffeln wollen wie im härtesten Stalinismus. Ich frage mich manchmal, was wir verbrochen haben, dass uns unsere Verwerter solche entarteten Diskussionen aufzwingen, die von anderen Problemen ablenken. Ich würde mir wünschen, dass diese jammernde, unfähige, unprofessionelle Teil des kulturindustriellen Komplexes einfach abstirbt wie die Heizer in E-Loks in England, der Kohlebergbau, die Atomseuche, die US-Atomwaffen in Deutschland usw. Einfach ersatzlos weg. PUNKT.

    Von dem zu sparenden Geld können wir allen Familien kostenlose Abos bei iTunes geben und Bücher für Bildung verschenken, bei denen die Künstler mehr als 15.000 € wie bei den Verwertern heute für ihre Arbeit verdienen können. PUNKT.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 19:10

  164. “Also was denn nun: “Rechter Rand” oder “Konsens von Union und SPD”? Von den beiden Beschreibungen kann ja höchstens eine zutreffend sein, oder? ”

    Nein. Schily und die Kräfte ind er SPD, die die verfassungswidrige Vorratsdatenspeciherung sowie das BKA-Gesetz verabschiedet haben, würde ich wie Noske dem Rechten Rand zuordnen.

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 19:13

  165. @149
    ZITAT__@136 Dagmar Mendel-Bock: Bitte geben sie mir EINMAL belastbare zahlen wieviel Honorar sie durch die ach so boesen Raubkopierer so extrem einbuessen. Das die gaengigen Zahlen der Verwerter kompletter Mumpitz sind sollte mittlerweile eigentlich allen klar sein. Das ist das eine.__ZITAT

    Aha, das weisst du jetzt einfach mal so. Du bist also der Mann, der die wahren Zahlen kennt? Selbstverständlich hat so ein Verlag, dem die Jahresbilanzen jeweils vorliegen nichts andres im Sinn als zu lügen. Wie krass muss da der Realitätsverlust schon vorangeschritten sein? Millionenfach wird gesaugt, aber das schlägt sich – wenn überhaupt- höchstens positiv auf den Umsatz nieder. Klar, ist ja auch vollkommen logisch. Wie blöd kann man sein, um so einen Stuss zu erzählen?

    Zu deinem Geschäftsmodell “Werbung”..vielleicht ist es dir ja nicht mehr denkbar, dass Werbelawinen nicht für jede Art Kunst ein der Atmosphäre dienliches Stilmittel wäre?

    Aber wen interessiert denn auch in dieser kunterbunten Glitzerwelt so ein abgedrehstes Künstlerscheissdreck?

    Markant an dieser Diskussion ist die verteilung von Laien und Leuten vom Fach………

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 19:16

  166. http://wir-sind-die-buerger.de/

    3.300

    Comment by Wolfgang Ksoll — 11.05, 2012 @ 19:18

  167. @Wolfgang

    “Da die Verwerter offensichtlich nicht nur im Internet sondern auch in anderen Kulturkanälen versagen, die Künstler mit auskömmlichen Einkommen zu versorgen (wohl aber Manager wie Herrn Döpfner oder Herrn Keese) greift auch dort der Staat ein. Wir subventionieren diesen Hungerleidern die Hälfte ihre Kranken- und Rentenversicherung. Normal”

    *am Kopf kratz* ich habe den Eindruck du wirfst hier gerade Festangestellte und Freischaffende in einen Topf. Die KSK dient für FREISCHAFFENDE Künstler, nicht für Künstler mit Festanstellung.
    Sie mimt für jene die Rolle des traditionellen Arbeitgebers der in der Pflicht ist, bestimmte Abgaben zu leisten.

    Die Gelder, die die KSK zuschießt werden meines Wissens nach zudem nicht vom Staat abgeführt sondern sind Gebühren, die die Firmen allgemein zahlen müssen. (Summe X pro Firma an die KSK)

    Da wir Freischaffenden bei den meisten Firmen/ Kunden ohnehin schon um einen Hungerlohn für unsere Arbeit kämpfen müssen halte ich das was die KSK tut für gerecht.

    ALLERDINGS, und ganz WICHTIG:
    Ich spreche mich für dich aus, was den Teil angeht, dass die Künstler sich endlich mal zusammenschließen und für ihre eigenen Interessen einstehen müssen. (Das geschieht übrigens zum Teil bereits, zum Beispiel in Form de rIllustratorenvereinigung “IO”)

    Die Vereinzelung unter den Künstlern wird meiner Meinung nach leider durch das Einzelfämpfertum eines Freelancers – und auch das Anstacheln dieser Konkurrenz und des Preisdrückens durch die Firmen immernoch zu sehr gestärkt. :/

    Comment by Tomate — 11.05, 2012 @ 19:21

  168. @158
    Ach Du scheisse- so einfach kann also Geschichte sein? Sorry, ich habe einfach keine Zeit für deinen Schwachsinn.

    bei RTL und Konsorten bezahlt sehr wohl der konsument. Allerdings muss man natprlich auch ein gespür für Qualität vs Quantität haben. Bunt und grell ists sicherlich und auf einem 2 qm Flatscreen kommt das vordergründig ja auch erstmal gut rüber.

    Man muss bei dieser Diskussion aber vor allem das Wesentliche auf dem Schirm behalten : Ist das millionenfache “Saugen für lau”von Produkten die zum Gelderwerb auf den Markt gebracht werden ok oder nicht?. Ich sage klar und deutlich :NEIN

    Comment by Anonymous — 11.05, 2012 @ 19:23

  169. “Ist das millionenfache “Saugen für lau”von Produkten die zum Gelderwerb auf den Markt gebracht werden ok oder nicht?. Ich sage klar und deutlich :NEIN”

    Demist hier schon mehrmals zugestimmt worden. Jedoch konnte noch keiner die Durchsetzung klären. Darum geht es. Um das WIE.

    Comment by Christian — 11.05, 2012 @ 19:25

  170. Nach der Rechtsprechung des BVerfG beruht der Urheberrechtsschutz nicht auf der Inhalts- und Schrankenbestimmung des Gesetzgebers, sondern auf der Bestandsgarantie von Art. 14 GG, die den Gesetzgeber verpflichtet, auch geistiges Eigentum zu schützen. Dies ist der springedne Punkt, den die meisten – so auch Herr Stadler – leider übersehen. Zwar besteht ein Ausgestaltungsspielraum, aber der Grundsatz, dass die kommerzielle Verwertung eines urheberrechtlich geschützten Werks möglich sein muss, kann nicht wegdiskutiert werden, auch nicht von der Sozialbindung des Eigentums. Und das man nichts verwerten kann, was es nebenan umsonst gibt, ist wohl auch klar – insofern handelt es sich zwar nicht unbedingt beim Kopieren, aber jedenfalls bei der kostenlosen öffentlichen Zugänglichmachung um “Diebstahl” – nämlich der Möglichkeit, ein Werk verwerten zu können.

    Über die Grenzen der Rechte mag man dieskutieren, aber man kann nicht wegdiskutieren, dass das Anliegen der Urheber in der ZEIT berechtigt ist – ob das der Mehrheit hier nun in den Kram passt oder nicht…

    Comment by SD — 11.05, 2012 @ 19:35

  171. @150 Tomate: Endlich jemand, der tatsächlich Fakten nennt. Der Link beschreibt, was real ist. Und in der Tat tut kleinen Labels und Verlagen jede einzelne Kopie weh. Hier müssen wir Lösungen finden. Die könnten u.A. sein (ich gehe davon aus, dass ihr genau darüber nachdenkt):

    – anonymes mico/macro-Payment, das Nutzern keinen Streß macht und zu möglichst ganz an die Kreativen geht. Macht es selbst oder arbeiten mit Banken und Spaarkassen zusammen. Notfalls drückt ein vernünftiges Modell bei payPal durch. Ja, es ist mir klar, dass die alle nicht einmal online-banking richtig hinbekommen. Dann tut was!

    – Verschiedene Angebotsmodelle, Preview, streaming, mp3, Disk + Bonusmaterial. Etwas, das man in die Hand nehmen kann. Gebt der Virtualität wenigstens virtuell die Materialität wieder.

    – Kaufmöglichkeit (siehe 1) mit einem Klick von youtube aus, ohne javascript, cookies, übermäßiges Flash und Schnüffelei.

    – Zusammenfassung von Angeboten kleiner Labels auf einer Seite. Zusammenschluß von Kreativen, bis hin zu Kooperativen.

    – deutlicher Mehrwert gegenüber einer Raubkopie. Hintergrundinfo. Nachfragen, was Fans wollen.

    – Darstellung zufriedener Fans. Geschickte Videos Backstage oder bei der Produktion. Ihr seit Helden!

    – Erklärt den Leuten was und wie ihr das tut.

    – Material für DJs oder Lesungen usw.

    – Interaktionsmöglichkeit für Fans, Community

    – Analyse der Raubkopierer, ggF Fragebogen ohne Vorwurf oder gar kriminalisierung (um ehrliche Antworten zu bekommen und echte Fans zu generieren). Letztlich müsst ihr die kriegen. Die Grundlage haben sie selbst bewiesen.

    – Statt Selbstdarstellung im Netz dem Netz Mehrwert geben, Teil des Netzes sein. Es muss einen Grund für noch nicht Fans geben, Euere Seite zu besuchen. Notfalls verschenkt Dinge, die bisher floppten. Mischt Euch in das Netz ein. Präsenz!

    – Philosopieänderung: ein Werk muss nicht primär sofort Gewinne einfahren. Es muss Label und Künstler im Kopf des Fans verbinden. Bekanntheit, Hype geht vor primärem Profit. Der stellt sich später ein, wenn die Qualität ausreichend ist. Zu verlieren habt ihr nix, wenn ihr sowieso verhungert. (zynisch, sorry)

    Auf der anderen Seite können wir weinen und Seiten wie kino.to das Netz überlassen. Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass die Millionen von kino.to den Urhebern hätten gehören können? Tja, wenn die großen Verwerter nicht immer noch das Internet verschlafen würden. Das schadet Künstlern weit mehr als jede Raubkopie. Die Industrie hat diese Situation erst geschaffen. Wie dumm kann man nur sein…

    Comment by Joachim — 11.05, 2012 @ 19:44

  172. @Tomate
    Ich verwechsle nichts. Wenn die ARD einen selbständigen Künstler beauftragt, dann wird dessen Sozialversicherung anders als bei anderen Selbständigen vom Staat bezuschusst. In §34 des Künstlersozialversicherungsgesetz heisst es z.B.:
    “Der Zuschuss des Bundes beträgt für das Kalenderjahr 20 vom Hundert der Ausgaben der Künstlersozialkasse.” und “Der Bund trägt die Verwaltungskosten der Künstlersozialkasse”. Bei Angestellten werden die Verwaltungskosten der Krankenkasse von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt. Nicht vom Bund. (Die KSK finanziert sich auch über die Künstlersozialabgabe, §§23-24 KSVG, einer Zwangsabgabe der Auftraggeber).

    Das Drama ist, dass selbständige Künstler und Publizisten von den Verwertern so miserabel bezahlt werden, das staatliche Subventionen notwendig werden. Auch hier mangelt es an auskömmlichen Mindestvergütungen. Wir hatten gestern das Beispiel, wo ein selbständiger Schreiber 300 € nach Zeilengeldregelungen vom Verlag bekommen sollte, aber in der Zweitverwendung der Verlag über 600 € forderte, ohne dass der Autor davon was mit abbekommen sollte ob des auspressenden Knebelvertrages des kulturindustriellen Komplexes.

    Ich denke jeder Bundesbürger sollte von seiner Arbeit leben können. Wenn ARD und ZDF aber 7,5 Mrd € Umsatz machen und unsere 100.000 KSK-Versicherten im Schnitt nur 15.000 € verdienen, dann liegt das nicht daran, dass im Internet düstere Gestalten die Drehbücher von “Tatorten” raubkopieren, wie die 51 Tatort-Autoren behaupten, sondern einfach an der miserablen und unwürdigen Bezahlung der Verwerter. (Am Rande: kennst Du einen, der Tatort-Drehbücher kopiert?)

    Hier müssen endlich mal die prekären Zahlen auf den Tisch. Die Autoren und Künstler müssen über Ausbeutung den Mund aufmachen und sich nicht für Hasspropaganda der Verwerter prostituieren.

    Comment by Jan Dark — 11.05, 2012 @ 20:57

  173. Lieber Gast, Kommentar 114
    Danke für die Erinnerung. Die Rechte der von Ihnen erwähnten Texte meiner Mutter, die es im Internet zu lesen gäbe/gibt gehören in der Tat meiner Schwester und mir.
    Es ist ok für seine Weltanschauung zu kämpfen. Ich tue das. Und Sie vielleicht auch. Und Demokratie lebt von streitbaren Geistern.
    Das Urheberrecht abzuschaffen wäre allerdings “ein deutscher Sonderweg”, der nicht einmal funktionieren könnte.

    Die Position der kreativen Menschen, nicht nur gegenüber den Konsumenten, sondern auch gegenüber den Verlagen oder der Wirtschaft, der Industrie, soweit es um Patente geht usw. muss gestärkt werden und nicht geschwächt.

    Und zwischen Überwachungsstaat und Urheberrecht gibt es gar keine Beziehung.

    Comment by Bettina Röhl — 11.05, 2012 @ 21:18

  174. @SD: Wo liest Du bei Art. 14 GG bitte einen Widerspruch zu dem Blogeintrag? Er definiert nur, dass es einen Schutz des geistigen Eigentums geben muss, d. h. man kann ihn nicht so mir nichts dir nichts abschaffen. Theoretisch wäre das natürlich schon möglich, indem man das GG ändert (das war für andere Sachen ja auch schon mal im Gespräch), aber mir wäre niemand bekannt, der dies in der Diskussion gefordert hätte – zumindest niemand der halbwegs sachlich daran teilnimmt.

    Der Ausgestaltungsspielraum spielt deshalb trotz Art. 14 GG eine Rolle. Ich kann dem Blogeintrag auch bei wiederholtem Lesen nicht entnehmen, wo hier kommerzielle Verwertung unmöglich gemacht werden soll. Ich bitte hier um ein Zitat aus dem Blog, der das beschreibt.

    Wenn ein Jugendlicher auf Youtube sich selbst beim Nachsingen eines Songs filmt, ist eine kommerzielle Verwertung trotzdem möglich, schließlich will ich als Konsument wahrscheinlich das Original. Das Problem, dass ich am aktuell gültigen Urheberrecht sehe ist, dass hier diese Personen (größtenteils noch jüngere Jugendliche) mit Abmahnungen überzogen werden und das zu Fantasiestreitwerten. Vielfach war deren einziges “Vergehen” die Bewunderung des entsprechenden Künstlers, entsprechend das Nachsingen oder Spielen auf der Gitarre etc.

    Mir ist gleich ein Name in der Künstlerliste ins Auge gesprungen, der mir bei dieser Art Fanservice unangenehm in Erinnerung geblieben ist: “Till Lindemann”. Er ist ein, wie ich finde, gutes Beispiel wie Urheberrecht nach hinten losgehen kann. Einer der Artikel hierzu: http://www.laut.de/LiebeHass/Rammstein-drohen-Fans-und-Medien/23-07-2009

    Mir sind die Jungs seit damals unsympathisch, obwohl ich seit jungen Jahren immer wieder gerne mal Rammstein gehört habe. Ich habe den Punkt von Rammstein mit den Youtube-Videos des Leaks ja noch verstanden, als dann aber angefangen wurde, aktiv Berichterstattung darüber zu unterbinden im Deckmäntelchen des Urheberrechts… da hört für mich persönlich das Verständnis auf.

    Das ist einer der Punkte, waurm ich die Forderung nach Anpassung durchaus verstehen kann. Ich brauche nicht alles für “lau”, aber man sollte alles mit Maß und Ziel betreiben.

    MfG

    Comment by turageo — 11.05, 2012 @ 21:44

  175. Das ganze Gejammer der Urheber und Verwerter hier stützt sich immer nur auf die unzulässige Annahme, dass jeder Kritiker ihrer Vermarktungsgewohnheiten kommerziell betriebene Tauschbörsen mit illegalen Inhalten gutheisst und alles für lau ziehen will.

    Diese Annahme ist ebenso unzutreffend wie bösartig!
    Wer hier mit Urhebern diskutiert sucht nach Lösungen.

    Und muss sich teilweise aufs Übelste beschimpfen lassen, wenn er die gesuchte Lösung nicht sofort in perfekter Form zu Füßen der erhabenen Kunst legt sondern sich weiter erdreistet Kritik an der aktuellen Vermarktung zu üben und besorgt darauf hinzuweisen, dass dieses Modell ohne Totalkontrolle und Aushebelung der Bürgerrechte nicht länger funktionieren wird.

    Mir wird richtig übel, mit welchem dumpfen Unterstellungen hier manche Künstler mit Kritik umspringen und nebenbei auch noch bedenkenlos Demokratie und Rechtstaat über Bord werfen.

    Erst kommt das Fressen – danach die Kultur.
    Dass das bei Künstlern auch nicht anders ist, beruhigt mich nicht wirklich.

    Aber eines ist sicher: wer alles für lau saugen will, ist hier nicht vertreten und wer die noch Zahlungswilligen so vergrault, braucht sich über mangelnde Einnahmen nicht zu beschweren.

    Comment by Fritz B. — 11.05, 2012 @ 21:56

  176. Anfänglich wollte ich in diesem Mammut-Thread-Kommentar nur erwähnen, daß mir die Front der Rechteverwerter-Künstler-Lobbyisten fast schon peinlich vorkommt. Es ist offensichtlich, daß hier zumindest eine Public-Relation-Agentur (aka Lobbyist) seine Kommentare reinpinselt.

    Inzwischen gefällt mir das ganz gut. Besser kann die Medien-Mafia gar nicht demonstrieren, worum es geht. Sie entlarvt sich selbst. Wer aufmerksam liest, der kann sich eine eigene Meinung bilden.

    Ich halte es für falsch, wenn wenige Anspruchsteller (man kann über den Anspruch prima streiten, siehe oben) einen großen Teil der Bevölkerung kriminalisieren und ausbeuten. Die Raubanwälte dieser Leute haben inzwischen ein Geschäftsmodell aufgezogen, daß sie auch beerdigen wird.

    Der soziale Unfrieden wächst in der Bevölkerung in weit größerem Maß, als die diejenigen, die das provozieren, mit ihrer Lobbyarbeit ausgleichen können.

    Sogar die Veranstalter/Künstler von Konzerten ersticken inzwischen an GEMA und Konsorten, so daß sogar diejenigen, deren Interessen vertreten werden sollen, massiv darunter leiden.

    Unverschämt finde ich, daß gerade die Rechteverwerter (bzw. deren Bosse und Infratsruktur) mit dem Geld intransparent umgehen und sich schamlos bedienen, während die Künstler am Hungertuch nagen.

    Wenn man den Hals nicht voll bekommt, erstickt man irgendwann dran.

    Comment by Scharnold Warzenegger — 11.05, 2012 @ 22:33

  177. Für mich ist völlig unverständlich, mit welcher Polemik und welchen gebetsmühlenartig vorgetragenen Wiederholungen der immer selben Behauptungen insbesondere von Seiten der Urheber hier kommentiert wird. Angebote von ernsthaft nach akzeptablen Lösungen suchenden Kulturkonsumenten (vulgo: Piratenvertretern) werden ignoriert und stattdessen genau die Phrasen erneut gedroschen, die im Artikel selbst als der Diskussion nicht förderlich kritisiert werden. Mich verdrießt das zunehmend. Als Konsument fühle ich mich missachtet. Ich kenne keine andere Branche, die ihre Konsumenten bzw. Kunden dermaßen wie Feinde behandelt, nicht mal im Telekom-Bereich.

    Comment by Nicole Hornung — 11.05, 2012 @ 23:18

  178. Jan Dark:

    Ich fand deinen Kommentar gut!

    Aus diesem Grund spreche ich mich ja hier, als einer der wenigen Künstler für die Künstler und nicht die Verwerter aus. Mir ist wichtig as die Leute den Unterschied zwischen Künstler und Verwerter lernen.

    Wir Künstler sind garantiert nicht gegen Fans, gegen Youtube usw.
    Die Verwerter, die sich eh schon eine goldene Nase an uns verdienen sind das Problem.

    Nunja… was die gerippten Tatort Drehbücher angeht (die es natürlich nicht gibt :D) so spricht gerade dieses Beispiel leider Bände für die Ausbeutung.

    Die Firma, die die Autoren beauftragt… glaub mal nicht (aber das weißt du sicher schon), dass die die gut bezahlt. Oder dass sie gar wenig um das bisschen Geld kämpfen müssen, dass man ihnen überhaupt zahlen will. :/

    Ich stimme dir da 100% zu das hier auch eine ungünstige Verzahnung zwischen Staat und Wirtschaft besteht. sie ist natürlich wie immer für die Kleinen von Nachteil.

    Comment by Tomate — 11.05, 2012 @ 23:34

  179. Hier haben wir ein gutes Beispiel der “sprachlichen Abrüstung” des Autors, ich zitiere:

    “Erschreckend ist für mich zunächst, dass sich intelligente Menschen wie Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Martin Walser oder Charlotte Roche – um nur einige der Erstunterzeichner zu nennen – in einer derart plumpen und ideologisierten Art und Weise in die Urheberrechtsdebatte einmischen.”

    Erschreckend ist für mich, das es in diesem Land Rechtsanwälte gibt, die versuchen, ihren Kundenkreis dadurch zu erweitern, dass sie den niedrigsten Instinkt der Netgemeinde: “ich will alles und das sofort und umsonst!” mit pseudogelehrigen Worthülsen befeuern.

    Comment by Holger Biedermann — 12.05, 2012 @ 01:08

  180. @171
    ZITAT__Anfänglich wollte ich in diesem Mammut-Thread-Kommentar nur erwähnen, daß mir die Front der Rechteverwerter-Künstler-Lobbyisten fast schon peinlich vorkommt. Es ist offensichtlich, daß hier zumindest eine Public-Relation-Agentur (aka Lobbyist) seine Kommentare reinpinselt.

    Inzwischen gefällt mir das ganz gut. Besser kann die Medien-Mafia gar nicht demonstrieren, worum es geht. Sie entlarvt sich selbst. Wer aufmerksam liest, der kann sich eine eigene Meinung bilden.__ZITATENDE

    Typischer Fall von “Besser mal an die eigene Nase fassen”. Diese Sichtweise lässt sich wohl viel besser genau umgedreht anwenden.
    Fällt eigentlich keinem von euch auf, dass so ziemlich sämtlich Kunstschaffenden auf der Gegenseite stehen??? Ist das nicht eigenartig, wo ihr doch nur deren Wohlergehen im Sinn habt??? Sind die tatsächlich ALLE einfach nur doof??? Eine derartige Ignoranz zu entwickeln kann wohl nur gelingen, wenn man sich zu lange in entsprechenden Blogs mit Symathisanten tummelt, sich gegenseitig mit aberwitzigsten Argumenten und Theorien pusht und irgendwann dem Größenwahn verfällt.
    Dank des Erfolgs der Piraten, kommen diese ganzen Spinnereien endlich auf breiter Ebene in die Öffentlichkeit und ihr dürftet an den Reaktionen merken, es gibt hier nicht nur Fans für euch.( Paranoid zu glauben, das seien alles Lobbyisten)
    Schlimm natürlich, dass aufgrund zu langer Untätigkeit seitens der Politik mittlerweile eine Generation herangereift ist, die ihr gesamtes Konsumleben von dieser”Kopiererei” begleitet wurde. Hier ist schon massivst ein Werteverfall bzgl. der Wertschätzung feststellbar, die im Künstlertum sowieso seit jeher je nach Sozialisation einen schweren Stand hat. “Wattt???Datt soll Kunst sein???? Kann isch auch”

    Wer wirklich der Kunst dienen möchte, der sollte vor allem zunächst hier aktiv werden…Reformbedarf besteht sicherlich an den verschiedensten Stellen. Die Idee, alle Zwischenstationen zwischen Künstler und Konsument zu eliminieren ist allerdings Schwachsinn. Denn die meisten dieser Stelle ahaben schon wichtige Aufgaben zu erfüllen, was der Aussenstehende natürlich nicht so wirklich versteht. Oder glaubzt ihr, da der Künstler an seiner CD nur 5-10 Prozent verdient. kann man dann zukünftig die CDs zu diesem Preis erwerben? Dann wird es aber ganz schlicht keine CDs mehr geben. Mal ganz abgesehen von den vielen “Kleinen” die so eine CD in der Hauptsache in Eigenregie machen. Hier machen die Sauger auch keinen Unterschied. Das einfachste und wirkungsvollste wäre, die Saugerei möglichst effektiv einzudämmen. Alles andere was da so an Ideen herumschwirrt, ist halbgare, ins Nichts führende Utopie.

    der Initiator dieses Blogs hier hat einfach mal das Bedürfnis, Aufmerksamkeit zu erregen. Hätte er “gut zu tun” würde er das wahrscheinlich nicht machen. Seriös geht anders.

    Comment by Anonymous — 12.05, 2012 @ 02:18

  181. Ich finde es eigentlich egal, ob jemand, der Bücher oder Filme kopiert, dem Urheber etwas wegnimmt oder nicht. Man muss den einzelnen Kopierer auch nicht kriminalisieren. Da liegt auch die unbenannte Differenz zwischen Urhebern und Verwertern. Ich kenne keinen Urheber, der ein Problem damit hat, wenn seine Werke möglichst weit verbreitet werden. Das einzige, was Urheber nun einmal müssen, ist von ihrer Arbeit leben können. Und wenn es nun so ist, dass das Urheberrecht in den letzten Jahren immer wieder zugunsten von Verwertern und Urhebern verschärft worden ist, so ist dies nur deshalb passiert, weil die Margen in diesen Bereichen immer dünner werden. Verwerter und Urheber führen eine mehr oder weniger aussichtslose Abwehrschlacht. Wenn es nicht gelingt, diesen Trend umzukehren, wird die gesellschaft bald mit Amateurkunst zufrieden sein müssen. Das kann man ja auch befürworten als Preis der freien Internetgesellschaft. Aber es ist der Preis dieser technischen Entwicklung. Die Alternative ist, mit den Urhebern und Verwertern darüber nachzudenken, wie man sie finanzieren kann. Das bedeutet aber auch, dass man am Ende für die Nutzung ihrer Werke wird zahlen müssen. Auf welche Weise auch immer. Sonst verschwinden sie.

    Comment by TIlmann Warnke — 12.05, 2012 @ 08:38

  182. @136 Joachim Helfer
    Der große Irrglaube der sogenannten Nezgemeinde ist, dass das Netz ein rechtsfreier Raum sei.

    Und genau diese nachweislich falschen Unterstellungen sind es, weswegen die Rechteverwerter keinerlei Mitleid für ihr Gejammer kriegen. Wer schon lügen muss, um seine Position zu verteidigen, hat keine Argumente. Rechtsfreier Raum, LOL. Genau deswegen floriert die Abmahnindustrie, oder wie?

    Comment by Moon — 12.05, 2012 @ 09:47

  183. @Stadler:
    ist die Sozialpflichtigkeit des “geistigen Eigentums” sogar besonders stark ausgeprägt, nicht zuletzt auch wegen ihrer enormen Bedeutung für den Bereich der Bildung und der Kultur.

    Dem ist durch die sogenannten “Schutzfristen” hinreichend Rechnung getragen. Nach Ablauf derselben wird das Werk gemeinfrei, fällt also gewissermaßen an die Gesellschaft zurück.

    Ein Mietshaus von 1890, im Eigentum der dritten und vierten Generation des Erbauers, wird nie gemeinfrei. Da fließt heute noch Miete an die Erben. Man könnte sich auch da Schutzfristen vorstellen, die nur gegen kräftige Gebühren verlängert werden können.

    Comment by Fairmieter — 12.05, 2012 @ 22:17

  184. @#67 Rene Kohl

    Ich finde es erstaunlich, daß die Debatte seit Jahren keinen Deut klüger wird. Das liest man 63 Kommentare, davon 50 von den Gegnern des Urheber-, bzw. Verwertungsrechts in heutiger Form, und keine Argumente, nur Forderungen…

    Erstaunlich.

    Ihre Beobachtung ist objektiv schlicht: falsch.

    Oder sogar: das Gegenteil ist richtig.

    Ich verstehe das wirklich nicht: fehlender Wille oder nicht ausreichende Kapazität? Aber Sie sind leider nicht alleine.

    Comment by kaputnik — 13.05, 2012 @ 08:40

  185. @67 René Kohl #2

    keine Argumente, nur Forderungen

    in #179 habe ich schon darauf hingewiesen, dass Ihre Beobachtung schlicht falsch ist. Habe aber das Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass die tatsächlich vorhandenen Argumente und Gedanken teilweise sogar sehr gut sind. Nur leider wird praktisch nie inhaltlich eingegangen (von den Befürwortern des aktuellen oder eines verschärften Urheberrechts). Zum Beispiel auch nicht von Ihnen, denn kurz vor Schluss findet sich auch in Ihrem Beitrag schlicht die Behauptung, es würde gefordert, dass der (Kultur-) Urheber seine Werke umsonst zur Verfügung stellen.

    Das ist das Problem. Und wenn Sie jetzt nochmal die ganzen Kommentare vor und nach Ihnen rezipieren, dann könnten Sie mal darauf achten, welche Seite eine Diskussion versucht und welche Seite sich der Argumentation Diskussion verweigert. Wir sind zwar in Deutschland (Pisa!) aber das will ich Ihnen zutrauen. Dann hören Sie auch auf von “Gegnern des Urheberrechts zu schreiben”, denn praktisch niemand will das Urheberrecht “abschaffen”! Dann schreiben Sie besser “Gegner des bestehenden Urheberrechts”.

    Mein Gott!

    Comment by kaputnik — 13.05, 2012 @ 08:52

  186. @125 böserkritiker

    Sie definieren sich “Allgemeinheit” einfach passend; dabei macht Ihr o.a. Link doch deutlich, was gemeint ist: bei dem Bsp. interessiert nicht das Interesse der Allgemeinheit der Bad Dürkheimer Bürger. Das GG meint mit Allgemeiheit die die freiheitlich-demokratische Grundordnung konstituierenden Elemente.

    Abenteuerliche Interpretation. Können Sie neben der schlichten Behauptung eine zugängliche Quelle dieser Interpretation nennen?

    Liest man Art 14 kann nichts anderes als das “Gemeinwohl” in dem Artikel gemeint sein. Und ist das Volk nicht irgendwie konstituierend? So im Sinne von “Alle Macht geht vom Volke aus”? häh?

    Um wieviel weniger zählen da die Ansprüche/Wünsche des kriminellen Filesharer-Gesindels.

    Vielen Dank. “BöserKritiker”, liest sich wie Böhser Onkel. Rabulistische Argumentation und Wortwahl passt da ganz gut ins Milleu.

    Comment by kaputnik — 13.05, 2012 @ 10:37

  187. @174 Holger Biedermann

    Erschreckend ist für mich, das es in diesem Land Rechtsanwälte gibt, die versuchen, ihren Kundenkreis dadurch zu erweitern, dass sie den niedrigsten Instinkt der Netgemeinde: “ich will alles und das sofort und umsonst!” mit pseudogelehrigen Worthülsen befeuern.

    *ächz* – ich kann nicht mehr.

    Comment by kaputnik — 13.05, 2012 @ 10:50

  188. @180 Ich habe bisher KEINE schlüssige Argumentation und vor allem kein durchdachtes, nachvollziehabres und FUNKTIONSTÜCHTIGES Modell kennengelernt. Auf der Agenda der Veränderer steht der möglichst freie, ungehinderte Gratiskonsum (ob privat oder nicht macht in der Sache im Sinne der Urheber zum großen Teil keinen Unterschied) ganz oben auf der Liste.

    Dass zwischendurch immer wieder gesagt wird “Wir sind ja gar nicht gegen das Urheberrecht”, ist angesichts der aktuellen Situation die tägliche Saugerei betreffend ein vollkommen überflüssiges und zynisches Lippenbekenntnis.

    Es sollte Anhängern dieser Bewegung doch langsam deutlich werden, dass sie offensichtlich keine Betroffenen (nein, es sind NICHT die Konsumenten gemeint!) dazu bewegen können, sich ihrer Sache anzuschließen. Ich habe noch von keiner Kampagne gehört “Wir, die Urheber, finden die Piraten toll.” Gibt das nicht zu denken? Und wie SACHLICH darauf jeweils von den Hardlinern und deren Mitläufern reagiert wird, ist ja im Netz vielfach dokumentiert. Das hier eine Gruppe ständig von Freiheiten spricht und den Hauptbeteiligten ihres Anliegens einige FUNDAMENTALSTEN Freiheten einfach aberkennt ist schon eine sehr besondere Form einer DISKUSSION!?
    Wenn ich doch bei Betroffenen so sehr auf Ablehnung stoße, kann doch irgenetwas nicht stimmen. Am fehlenden Abstraktionsvermögen der Kreativen wird es wahrscheinlich eher nicht liegen…

    Comment by Anonymous — 13.05, 2012 @ 12:30

  189. @175
    “Fällt eigentlich keinem von euch auf, dass so ziemlich sämtlich Kunstschaffenden auf der Gegenseite stehen???”

    Lustig wie bzw weil falsch.

    Wie war das noch gleich mit der Antwort der Urheber aus dem CCC auf den Brief der 51 Tatortler. (Die sich über die Modelle der Piraten echauffieren und selber bereits durch eine “Kulturflatrate” (GEZ) bezahlt werden)?

    Wie ist das mit dem einen Tatortler, der hier exemplarisch aufgeführt wurde und eine andere Meinung vertritt als die 51, welche sich gemeinschaftlich meldeten?

    Wie ist das mit den kleineren und unbekannteren Urhebern, die von der Ausgestaltung des Verwertungssystems zugunsten der populären Urheber benachteiligt werden?

    Es ist doch eher umgekehrt, dass nur die wenigen Uninformierten und die bereits Erfolgreichen auf der “Gegenseite” stehen, während die weitaus meisten sich ebenfalls für eine vernünftige Reform einsetzen.

    Comment by U.L. — 13.05, 2012 @ 17:25

  190. @# 180: kaputnik
    Sie empfehlen mir:
    “Dann schreiben Sie besser “Gegner des bestehenden Urheberrechts”.”
    Ich schrieb im #67:
    “von den Gegnern des Urheber-, bzw. Verwertungsrechts in heutiger Form”
    Ist das wirklich so weit auseinander?

    Ich beklagte keine Argumente, nur Forderungen. Sie verwiesen auf die guten Argumente meiner Vorkommentatoren…

    OK: Ich zitiere noch mal ein paar differenzierte Meinungen meiner Vorredner:
    #12: “nur wenig ahnung vom netz”
    #15:”Wo steht eigentlich geschrieben, dass jemand der mal irgendwas geträllert hat, davon sein Leben lang leben kann? ”
    #16: “Gerade im Bildungsbereich sollten die Bücher vom Staat herausgegeben werden”
    #17: kreative werke werden sehr, sehr selten in isolation geschaffen… urheber profitieren demnach erheblich von anderen urhebern.
    #18: Immer wieder wird mit Kreativen und Kunst argumentiert. Doch in Wirklichkeit meint man 95% Billigproduktion und Gewinnmaximierung
    #19: Verlage zwingen Autoren nicht nur eine geringe Entlohnung zu akzeptieren, sondern auch alle Rechte an ihren Texten an die Verlage abzutreten.
    #20: Der Gesetzgeber ist nicht dazu da, Pfründe zu sichern
    #21: Zudem reißen die das Maul auf, die gut gefüttert werden.
    #23: Wenn diese weiter anstreben, Ihre Rechte und Einfluss noch massiv auszudehnen und ihre Kunden rundum zu kontrollieren und den Kunden die (Kosten-)Vorteile der Digitalisierung weiterhin vorenthalten, so sind gewisse Streuverluste durch Kopieren nicht nur akzeptabel sondern leider wohl auch die einzige wirkungsvolle Möglichkeit der Kunden, Ihren Unmut über die eigene Entrechtung und Ausbeutung zu artikulieren.

    OK, ich denke, es reicht…
    Das meinte ich jedenfalls mit “keine Argumente, nur Forderungen…”

    Diskussionen mit jemandem, der der Ansicht ist, sein Gegenber würde ihn übervorteilen, sei ahnungslos, sein Werk sei irrelevant usw. sind mühsam.

    Interessant wären Diskussionen, die so beginnen würden:
    “Wenn ich in Ihrer Situation wäre, würde ich folgendes tun, entwickeln, vorschlagen…”
    Vielleicht käme man so voran.

    Comment by René Kohl — 13.05, 2012 @ 17:27

  191. @183

    Wenn ich mich in meinem Beaknntenkreis umschaue, sind gerade die “Sauger” diejenigen, die auch deutlich überdurchschnittlich legal Inhalte erwerben.

    Wie das kommt? Nun wer viel “saugt”, hat wohl auch viel Interesse an diesen Inhalten. Den Rest erledigt die menschliche Natur. Frei nach Hannibal Lecter “Wie beginnen wir zu begehren? Wir begehren was wir sehen.”

    Die Verfolgung der Sauger ist sicher häufig eine Verfolgung der eigenen besten Kunden.

    Das jede Kopie einem verlorenenen Kauf entspricht ist einfach Blödsinn. Möglicherweise ist es gerade auch so, dass eine Kopie erst weitere Käufe nach sich zieht.

    Warum sollte das menschliche Sammelbedürfniss und Besitzstandsdenken ausgerechnet bei medialen Kulturgütern nicht gelten? Warum sollten sich dann originale Kunstobjekte verkaufen, wenn nur der niederige Preis ausschlaggebend ist und Nachbildungen oder Drucke um einiges günstiger sind?

    Schätzen Urheber, wie z.B. Künstler, Ihre eigenen Erzeugnisse als so minderwertig an, dass Sie darin nur Datenhaufen aus Nullen und Einsen sehen und können sich so gar nicht vorstellen, dass andere Menschen darin mehr sehen könnten? Dann könnte man nachvollziehen, warum sie glauben, dass das was kopiert wird, nicht mehr gekauft wird.

    Sicher wird nicht alles gekauft was kopiert wird aber das gilt eben genauso, und aufgrund der verfügbaren, freien Einkommen ganz sicher gar in deutlich stärkerem Ausmaß, umgekehrt.

    Comment by U.L. — 13.05, 2012 @ 18:02

  192. Das Urheberrecht ist mittlerweile leider zu einem Bremsklotz verkommen und bedarf dringend einer Reform. Die Interessen von Urhebern, Verwertern, Konsumenten und der Allgemeinheit bedürfen einer erneuten Ausbalancierung zugunsten der Urheber, der Konsumenten und der Allgemeinheit. Empirische Belege aus der Zeit vor dessen Einführung zeigen wie problematisch seine Auswirkungen bereits in einem frühen Stadium sind und führen heutige Argumentation kultureller Verarmung im Reformfall ad absurdum.

    Hier ein interessanter Artikel dazu:
    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

    Comment by U.L. — 13.05, 2012 @ 18:15

  193. @183
    “Ich habe noch von keiner Kampagne gehört “Wir, die Urheber, finden die Piraten toll.” Gibt das nicht zu denken?”

    Das zeigt nur, wie wenig Sie sich über den Tellerrand der eigenen Weltanschauung hinaus orientieren. Eventuell hilft es nicht nur solche Meinungen zu lesen, die der Eigenen entsprechen.

    Für einen ersten Blick nur die derzeit bekannteste Erwiderung als Link:
    http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren

    Comment by U.L. — 13.05, 2012 @ 19:07

  194. @188
    Bitte einfach Fakten nennen und kein Dummzeugs quatschen! : Wo ist die Liste von Autoren,Komponisten,Musikern,und sonstigen Urhebern, die sich den Piraten in dem Punktt anschließt. Gegenbeispiele gibts in wqachsenden Ausmaß. Also einfach Fürsprecher bringen oder mit dem Nachdenken beginnen. Und bis dahin einfach für den Konsum den üblichen Preis zahlen -oder eben erwischt werden.

    Comment by Anonymous — 13.05, 2012 @ 19:53

  195. @189

    Was sollen denn die Unterstellungen. Ich zahle für meinen Konsum. Und Fakten habe ich doch wohl mehr geliefert als in Ihren Vorhaltungen angegeben sind. Man sollte natürlich auch bereit sein, die verlinkten abweichenden Meinungen auch zu lesen, statt nur die eigenen Vorurteile zu pflegen. Beispiele dafür gibts jedenfalls ebenso in wachsendem Ausmaß. Eben zB http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html und http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren
    Zu Ihren Behauptungen gabs bisher jedenfalls keinen Link als Beleg.

    Ok, für die Vermutung, das meine Bekannten repräsentativ sind, “Sauger” also besonders viel legal erwerben gab es noch keinen Beleg, aber auch dazu sei hermit exemplarisch eine Studie nachgeliefert, die die Beobachtung und darauf basierende Vermutung stützt.
    http://www.ic.gc.ca/eic/site/ippd-dppi.nsf/vwapj/IndustryCanadaPaperMay4_2007_en.pdf/$FILE/IndustryCanadaPaperMay4_2007_en.pdf

    Es scheint also eher so, dass Ihre Beiträge von Vorurteilen statt Fakten geprägt sind als umgekehrt.

    Comment by U.L. — 13.05, 2012 @ 21:42

  196. @189 @188 können sie haben, steht nur ein klick weiter, gell? zum einen, bürgerInnen ganz allgemein: http://wir-sind-die-buerger.de/ derzeit 4.601 unterzeichnerInnen, und hier und dies http://www.wir-sind-urheber.de/ ist schliesslich eine liste von “normalen” urhebern + von piraten, nicht die creme de la creme wie bei der 1. seite. ein interview von dem urheber: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/zapp5411.html der letzteren seite.

    Comment by lotta_kaa — 13.05, 2012 @ 22:42

  197. @190
    Wenn Du für deinen konsum zahlst, warum willst du dann, das zukünftig sämtliches digitalisierbaren Waren und Erzeugnisse f+ür umsonst aus dem Netz geladen werden können? Macht das Sinn? Wirst du dann weiterhin mal eben 50 Euro für 3-4 Cds ausgeben während jeder Horst die Sachen für lau bezieht? Was soll der Quatsch? Selbst wenn du es machen würdest, die Regel wäre dieses Verhalten nicht. Wieviel Lebenswerfahrung braucht man eigentlich, um das realistisch einschätzen zu können: Guck mal in die Städte und Dörfer, wie das im Bereich Einzelhandel so aussieht…Kennste Kick & Co? Werden irgendwie mehr oder? Woran liegt das wohl? Wieviel Abstraktionsvermögen brauchts jetzt, ums auf diese Situation hier zu übertragen?
    Da würde ich mich bei den entsprechenden Studien, die Zielgruppen- Befragungen durchführen und letztlich durch simpelste Irreführungen zu Wunschergebnissen kommen eher mal auf die Liste der Spender dieser Institutionen konzentrieren… Google ist da ziemlich aktiv in dem bereich. Warum wohl ? Was besteht denn da nun für ein Interesse? Hmm, mal überlegen, ich such also nen bestimmten song…..Richtig, google hilft. Im übrigen sind die generell natürlich an unkomplizierten content interessiert, nicht nur wegen youtube.
    Die machen doch auch mit Sony zusammen irgendwie im Bereich “Zukunftsfernsehen”.
    Und am unkomliziertesten wird es , wenn Urheber und Künstler erstmal möglichst ohne jeden verwerter und sonstigen “größeren Partnern” dastehen.
    Die bezahlen eigentlich generell nur, wenn man mit denen erstmal ein paar Runden vor Gericht gedreht hat. Und das ist mit einem kleinen Künstler natürlich dann nicht mehr so lästig.

    Unterhalte dich doch einfach mal mit ein paar Berufsmusikern – auch denen, die keine Gemamitglieder sind. Vielleicht wirst du dann einen Einblick bekommen. Ich habe einfach keinen Bock mehr auf dieses Dummzeugsgequatsche.

    Comment by Anonymous — 14.05, 2012 @ 01:17

  198. @Anonymous

    Wann versteht Ihr endlich mal, dass Ihr die ehrlichen Käufer pflegen solltet und nicht mit Euren bescheuerten Kopierschutzmechanismen zu gängeln? Diese Mechanismen gängeln nur die ehrlichen Kunden und diese haben dann immer weniger Bock den Scheiss für Geld zu kaufen. Ihr habt doch mit am meisten Schuld, dass die Sache nun so aus dem Ruder läuft.
    Wieviel Abstraktionsvermögen ist für diese Einsicht wohl nötig??

    Es gibt mehr als genug Leute, die für Content gerne bezahlen. Die Leute haben nur absolut keinen Bock mehr, sich von Euch ständig drangsalieren zu lassen. Warum ist wohl Itunes so erfolgreich?? Sind die besonders billig, haben die besonderen Content?? Nein, man bezahlt, lädt den Scheiss und kann ihn OHNE PROBLEME nutzen (obwohl die DRM auf Ihrem Content haben).

    Das einzige was solchen sturen/verstockten Verwertern helfen würde ist eine Zeitmaschine. Die gibt es aber leider nicht. Also kommt im hier und jetzt an, oder geht unter.

    Und generell von einer “alles für Lau” Gesellschaft zu reden, ist genauso eine abgedroschene Phrase, wie die Wahlversprechen vor den Wahlen…

    In diesem Sinne: schönen Tach noch

    Comment by Michael — 14.05, 2012 @ 09:26

  199. Ich bin einverstanden, dass die Begriffe Diebstahl und (vor allem) Raub problematisch sind.

    Leider sind aber die Gegner dieser Begriffe alles andere als präzise. Wie oft habe ich bei diesen Diskussionen schon gelesen, dem Urheber (oder seinem “Verwerter” – auch ein interessantes Wort, das sich sehr unterschiedlich verwenden lässt) werde nichts genommen: der Text, die Melodie, der Film sei ja noch da. Als ob es einzig darum ginge. Was ihm genommen wird, ist der ökonomische Nutzen daraus (wer die Kopie “umsonst” bekommen hat, wird den Urheber dafür nicht mehr bezahlen).

    Ich gehe davon aus, dass Herr Stadler sich darüber sehr bewusst ist und deshalb anders argumentiert. Aber in seinen Ausführungen kann man direkt erkennen, wie sich das Argument beisst:

    “Bei einer Urheberrechtsverletzung wird aber nichts weggenommen, sondern es wird ganz im Gegenteil etwas kopiert und dadurch vermehrt.”

    Wie denn jetzt? Man kann ein “etwas” nicht wegnehmen, aber man genau dieses “etwas” vermehren?! Nun, das gilt vielleicht für die Liebe, aber sicher nicht für Waren und Dienstleistungen.

    Es stimmt, dass sich Texte, Ideen etc. nicht 1:1 mit Waren vergleichen lassen. Aber jede Produktion hat ihren Preis. Jeder kann sich entscheiden, seine Werke ohne Gebühr oder gegen Gebühr anderen zur Verfügung zu stellen. Und diese Entscheidung sollten die Konsumenten respektieren.

    Comment by Stephan — 14.05, 2012 @ 14:21

  200. @Stephan 142: Der Denkfehler bei ihnen besteht ja schon darin anzunehmen, dass man dieses “etwas” grundsätzlich nicht wegnehmen könnte. Das ist aber falsch. Man kann es eben nur durch kopieren nicht wegnehmen. Genauso wie ich durch Nachformen eines Kruges nicht der originalen Krug zerstöre. Wenn ich das tun möchte, muss ich den originalen Krug zerschlagen. Wenn ich also geistiges Eigentum zerstören will, muss ich dafür sorgen, dass es verloren geht. Durch Kopieren ist das nicht möglich. Durch die Zerstörung von Datenträgern oder das Löschen von Daten ist das aber sehr wohl möglich.

    Comment by Kommentator — 14.05, 2012 @ 15:40

  201. Ups, Stephan 142 sollte eigentlich Stephan 193 lauten …

    Comment by Kommentator — 14.05, 2012 @ 15:41

  202. @194
    dann kopiere doch mal ein paar Tausend-Euro Scheine. In Zeiten der Krise würden auch sehr viele sehr froh darüber sein…..man nimmt ja schließlich auch nix weg sondern sorgt im Gegenteil um Vermehrung. Na, klingt nicht nur komisch, is auch so…..!?

    Comment by Anonymous — 14.05, 2012 @ 16:01

  203. Ist zwar jetzt Korinthen-Kackerei, aber belegt in welcher Zeit die Verwerter sind:

    Es gibt nur 500,– EUR Scheine. DM gibts nicht mehr…. (Da gab es den 1000er)

    Comment by Michael — 14.05, 2012 @ 16:14

  204. @197
    Genau, ein weiteres Top-Argument. Aber so ist das ja generell mit euch. Ihr streitet immer um die Dinge, um die es nicht geht und die euch schlicht nichts angehen. Du lkannst als KONSUMENT die vorgesehenen, offiziellen Vertriebswege nutzen und kaufen, oder es bleiben lassen. Eure Alternativen allerdings gehören geahndet und für euch merklich sanktioniert.

    Comment by Anonymous — 14.05, 2012 @ 16:37

  205. @196: Interessanterweise werden es vom Kopieren der 1000€-Scheine tatsächlich nicht weniger (auch wenn mich interessieren würde, wo sie dafür eine Kopiervorlage bekommen) …

    Was auch immer dabei in ihrem Kopf komisch klingt, dass liegt nicht am Wort kopieren. Das ist ein ganz persönliches Realitätsproblem. Wie kopiertes Falschgeld allerdings in Zeiten der Krise viele sehr froh machen soll, ist ihr Geheimnis. Der Teil klingt wirklich komisch …

    Comment by Kommentator — 14.05, 2012 @ 16:50

  206. @Anonymous:

    Es kotzt mich an. Weder das Sie auf meine Stellungnahmen reagieren noch dass Sie irgend etwas sinnvolles zu einer Diskussion beitragen.

    Nur noch mal ganz speziell für Sie:

    ICH HABE NOCH NIE EINEN SONG/BUCH/SOFTWARE ILLEGAL RUNTERGELADEN!!!

    Man kann halt auch mit immer wieder dem gleichen dusseligen Gelaber versuchen ne Welle zu machen.

    In diesem Sinne: Fangt an und denkt nach

    Comment by Michael — 14.05, 2012 @ 16:50

  207. @196: Nur um es ihnen noch mal ganz im Detail zu erklären. Damit es weniger 1000€ Scheine würden (weniger als 0 wird zwar schwierig, aber nur um beim Beispiel zu bleiben), müssten sie einige Scheine vernichten. Das Vernichten wäre btw., wenn 1000€ Scheine ein offizielles Zahlungsmittel wären, illegal. Davon abgesehen ist es aber die einzige Möglichkeit die Menge der existierende Scheine zu verringern. Durch Kopieren können sie das auch in milliardenfacher Ausführung nicht erreichen. Das verstehen eigentlich schon Kindergartenkinder …

    Comment by Kommentator — 14.05, 2012 @ 16:53

  208. ²@200
    Was Sie im Detail nun bezahlen oder nicht, ändert kaum etwas an der Gesamtsituation. Sie propagieren aber das legitimieren dieser aktuellen Mißstände, da liegt das Problem.

    Die Sache mit dem Geldschein ist tatsächlich gar nicht einmal so weit entfernt, um nicht die Parallele ziehen zu können. Uns ist hier ja hoffentlich klar, dass die Kopie eines REAL existierenden nennen, wir sicherheitshalber mal einen 100,-Euro -Schein verboten ist?

    Neben der persönlichen, unberechtigten Vorteilsnahme sorgt jeder falsche Geldschein natürlich auch für eine Entwertung der berechtigt im Umlauf befindlichen Geldscheine. Auf die Anzahl der Raubkopien wäre diese Anzahl mittlerweile wohl schon im “relevanten Bereich”

    …..”in Zeiten der Krise erfreulich”, weil ja teilweise argumentiert wird, dass auch die ärmeren Bevölkerungsschichten auch am kulturellen lLeben teilhaben sollten.(Was natürlich genauso schwachsinnig wie all die anderen Argumente ist. Genauso könnte man Pflichturlaubsreisen,PflichtFlatscreenbildschirme,Pflichtlaptops E T C PeePee einfordern) Na, jetzt wieder alles klickiklacki in euren kleinen, überforderten Schädeln?

    Comment by Anonymous — 14.05, 2012 @ 18:16

  209. Wäre der Anwalt genauso gelassen, wenn sein Schriftsatz, den er für einen Mandanten in wochenlanger Recherche erarbeitet hat, mal eben kopiert und seinem Mandanten von dritter Seite angeboten würde? Egal, ob gegen Geld oder gratis? Dann möchte ich das Argument “Mit Kopieren kann man niemandem etwas wegnehmen” wohl etwas leiser. Und das Kopieren von Geldscheinen, Eintrittskarten oder Bustickets wäre laut diesem Scheinargument ebenso legal. FALSCH. Illegales Kopierer raubt dem, der vom Verkauf dieser Kopien lebt (Bücher, CDs usw SIND ja bereits Kopien und nicht die “Idee”), seine Lebensgrundlage. Kein Anwalt, Architekt, Gutachter, Mediziner usw. würde kostenlos etwas verfassen, aber von Autoren und Musikern kann man es als Beitrag zur “Volkskultur” natürlich erwarten. Sorry, bitte erst Scheuklappen ausziehen und nachdenken.

    Comment by Arguile — 14.05, 2012 @ 18:21

  210. Und zum Denkfehler “Weil die Schaffung eines Geisteswerkes auch einen sozialen Prozess darstellt – und hier unterscheidet sie sich nochmals grundlegend vom Sacheigentum “- Wieso das denn, bitte? Schon mal versucht, ein Fahrrad ohne die Vorarbeit von Metallverarbeitern, Kunststoffherstellern und Glühbirnchenherstellern zu bauen? KEIN Produktionsprozess schafft etwas nie Dagewesenes aus Null Ressourcen mit Null sozialem Prozess – DAS ist bei der “zündenden Idee” sogar eher möglich. Die aber zugegebenermaßen auf dem Vorwissen und der Vorarbeit früherer Generationen beruht – WIE JEDE SCHAFFUNG VON SACHEIGENTUM AUCH. Von einem “grundlegenden” Unterschied kann also keine Rede sein. Der liegt allein darin, dass geistiges Eigentum leichter zu kopieren ist. Aber ob ich jemandem die selbstgezimmerten Stühle wegnehme, von deren Herstellung er lebt, oder die selbstgeschriebenen Bücher kopiere, ist im Effekt kein Unterschied. Wären Stühle digitalisierbar, würde sofort jemand versuchen, das Kopieren zu legalisieren.

    Comment by Arguile — 14.05, 2012 @ 18:29

  211. @anonymous

    Sie sind es nicht wert, dass ich mich weiter mit Ihnen befasse.

    Die einzigen bei denen es nicht klickiklacki macht sind die ewig gestrigen.

    Nur um es noch mal klarzustellen: Ich missbillige genauso wie Sie Raubkopien (egal in welcher Art). Nur die Art und Weise diese Kopien zu verhindern/einzudämmen unterscheidet scih von Ihrer Art doch ganz erheblich.

    So und nun geht Aussterben
    Schönen Tach noch

    Comment by Michael — 14.05, 2012 @ 19:51

  212. Hier mal ein Link zu einem Heise Artikel. Für den geneigten Leser:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/28-Prozent-der-Anwender-in-Deutschland-greifen-zu-illegalen-Softwarekopien-1574942.html

    Und wir sind so böse, das alle überwacht werden müssen……

    Comment by Michael — 15.05, 2012 @ 11:04

  213. An alle Urheber in diesem Thread und die zwischengeschalteten Marketingagenturen: Ihr haltet es also für richtig das Hundertausende Menschen kriminalisiert und teils in den Ruin getrieben werden weil sie es wagten ein paar MP3s oder ebooks zu tauschen? Das ist ihre Vorstellung von der gerechten Durchsetzung des Urheberrechts?
    Ist es eure Vorstellung von Recht das elementare Grundrechte eingeschränkt (oder schlicht als nicht relevant angesehen werden) oder das die “neue” Technik (ja, ich meine das Internet – ist ja für einige noch “neu”) so zusammengestutzt wird damit die überholte analoge Technik (eure CDs, eure Papierbücher) und damit eure einfachen und gewohnten (überholten) Vertriebswege erhalten bleiben? Euer Vertriebsmodell ist veraltet und wurde von der Technik schon in den 90ern überholt, nur habt ihr es nicht gemerkt (oder besser ignoriert weils euch so verdammt gut ging) und habt euch nicht auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Einige wenige haben die Zeichen der Zeit erkannt… siehe Apple (auch wenn ich den Konzern abgrundtief hasse). Sie haben früh erkannt was möglich ist und haben Milliarden damit verdient!
    Aber um mal ganz ganz ehrlich zu sein… von der Musik- und Filmindustrie hören wir es schon seit Jahren: Jammern auf allerhöchstem Niveau… obwohl jährlich neu Rekordergebnisse eingefahren werden. Erstaunlicherweise inzwischen vor allem über das Übel alles Bösen… das Internet.
    Vielleicht sollte sich die Buch- und Verlagsindustrie mal das scheitern (vor allem) der Musikindustrie in dieser Sache ansehen und daraus Lehren ziehen. Sie haben ein Jahrzent gebraucht um die Zeichen zu erkennen und sich zumindest inzwischen ansatzweise darauf einzustellen. Sollte das Verlagswesen ebenfalls 10 Jahre brauchen um die Realitäten zu akzeptieren werden sie untergehen. Und wenn Verlage meinen sie könnten für Ebooks das gleiche Geld verlangen als für ein auf Papier gedrucktes Buch obwohl sie alle Zwischenschritte und -Händler eliminiert haben werden sie ein raues Erwachen erleben…
    Vielleicht solltet ihr weniger Geld in Lobby- udn Marketingkampagnen stecken die eure KÄUFER kriminalisieren und das Geld lieber in einen Thinktank stecken der euch einen Weg zeigt mit dem Internet Geld zu verdienen… auch wenn ein paar Leute kopieren (vielleicht weil sie von Hartz 4 leben müssen und sich Literatur nicht leisten können…).

    Comment by Twinnie (kein Urheber) — 15.05, 2012 @ 14:51

  214. @ turageo:

    Natürlich besitzt der Gesetzgeber einen Gestaltungsspielraum – dieser hat jedoch gewisse Grenzen (der Bestandsgarantie) zu wahren. Insbesondere muss eine Verwertung möglich bleiben – und gegen diesen Grundsatz verstößt man rein faktisch, wenn man Vervielfältigungen ohne Einwilligung des Rechteinhabers oder ohne entsprechende Pauschalvergütung erlaubt: Bei einer kostenlosen Möglichkeit der Vervielfältigung lassen sich kaum auf anderen Wegen relevante Erträge erzielen.

    Wie man dies nennt, spielt keine Rolle, aber ich verstehe nicht, dass sich Urheberrechtsverletzer über das Wort Diebstahl aufregen? DAS ist Wortklauberei… Gerne kann man statt dessen von Urheberrechtsverletzern sprechen, besser wird es dadurch nicht.

    Bliebe das Modell der Pauschalvergütung – also zB allen ist alles erlaubt und alle zahlen dafür. Grundsätzlich denkbar – aber wollen das wirklich alle? Wenn ich mir heute das Geschrei über die Rundfunkgebühr anhöre, dann kann ich es mir nicht wirklich vorstellen…

    Comment by SD — 15.05, 2012 @ 15:10

  215. Passt auch wunderbar in diese Rubrik:

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Preisabsprachen-bei-E-Books-Einblicke-in-Geschaeftsmodelle-von-Apple-und-Verlagen-1575487.html

    Comment by Michael — 15.05, 2012 @ 16:25

  216. Ich habe mich nicht durch alle Kommentare gekämpft, vielleicht ist das auch schon gesagt worden, aber anyway: Ich bin als Urheber unbedingt dafür, die Debatte zu versachlichen und so voranzutreiben, ich habe daher auch den “Bürger”-Aufruf unterzeichnet; und ich finde unbedingt, dass Kampfbegriffe nichts und niemandem weiterhelfen. Darum möchte ich NIE NIE NIE wider in dieser Diskussion das Wort “Contentmafia” hören oder lesen. Wer das benutzt (und damit dann auch noch Urheber meint!), disqualifiziert sich in meinen Augen als vollkommen undifferenzierter Alles-in-einen-Topf-Schmeißer, der nichts als pöbeln will.

    Comment by Ingo Herzke — 16.05, 2012 @ 11:21

  217. @216: Ich kann mich nicht erinnern den Begriff schon jemals im Zusammenhang mit den Urhebern gelesen zu haben …

    Comment by Kommentator — 16.05, 2012 @ 11:35

  218. @216: ok, dann möchte ich NIE NIE NIE wieder den Begriff “Raubkopierer” hören.

    Ich denke, ihr liegt mir der Diskussion um illegale Kopien etwas daneben. Denn das ist gar nicht das Problem. Abgesehen davon, dass die Behauptung des Schadens durch illegale Kopien allgemein nicht nachgewiesen ist:

    Das Problem ist illegale oder nicht den Vorstellungen der Verwerter entsprechende Nutzung.

    Und das liegt daran, dass die Verwerter entdeckt haben, dass man das Urheberrecht durch Lizenzen aushebeln kann. Schon einmal versucht ein Smartphone mit legal “gekauften” Apps zu verkaufen? Was wird geschehen, wenn Autos mit personalisierten Apps angeboten werden? Kein Verkauf mehr möglich ohne die Apps in die Tonne zu treten. Nicht klar? Kopierschutz von CDs hebelt heute schon ganz legal das Recht auf Privatkopie aus.

    Aus meiner Sicht: wenn Lizenzierung die Rechte der Kunden einschränkt, dann wird das Urheberrecht eingeschränkt. Schrankenschranken gelten so auch nicht mehr. Gibt es keine Alternativen zur Lizenzierung, dann habe ich als Kunde auch keine Möglichkeit mehr für eine Kaufentscheidung. “Sein lassen” als Option bedeutet totale Konsumverweigerung. Das bedeutet, Urheber verdienen gar nichts mehr.

    War das die Idee der Verwerter? Sind Urheber tatsächlich dafür, dass das Urheberrecht abgeschafft wird? Ok, wozu reden wir dann noch?

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 12:15

  219. @217: Ich habe mich in den letzten Wochen an einigen Diskussionen bei “netzpolitik”, bei “carta” und anderswo zum Thema beteiligt, und ich habe den Begriff “Contentmafia” dort immer und immer wieder als Pauschalbegriff für alle Befürworter und/oder Nutznießer des geltenden Urheberrechts, Urheberpersönlichkeitsrechts, gelesen. Inflationär. Nach dem Motto: “Wer Inhalt produziert und auch/oder nur verkaufen will, gehört dazu.”
    @218: Ich kann ehrlich gesagt nicht ganz folgen. Wenn ein Urheber oder Verwerter möchte, dass seine “Erfindung” (was auch immer, Song, App, Buch, Film) nicht auf eine bestimmte Weise genutzt oder weiterverkauft wird, dann hebelt er/sie das Urheberrecht aus? Oder wie ist das gemeint? Ganz ehrlich, reine Verständnisfrage.

    Comment by Ingo Herzke — 16.05, 2012 @ 12:25

  220. @Ingo (oder Herr Herzke)
    ich denke was Joachim meint, ist folgendes:

    Man hat als Privatperson das Recht ein Privatkopie (von einer CD/DVD was auch immer) anzufertigen. Dieses Recht wird aber ausgehebelt in dem der Verwerter einen Kopierschutz drauflegt. Um also eine Privatkopie zu erstellen muss ich den Kopierschutz umgehen und das ist strafbar. Auf diesem Wege ist es mir also auch nicht mehr erlaubt eine Privatkopie anzufertigen.
    Dieses Recht wird damit also ausgehebelt.
    Als Verbraucher fühle ich mich dann, na sagen wir mal ein wenig in den A…. gekniffen.
    Wenn ich also die CD auch in meinem Auto hören möchte, wo ich nur einen USB Anschluss für MP3 habe, muss ich mir die CD noch mal als MP3 kaufen. Ist das wirklich in Ordnung?

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 13:01

  221. @219: Ich will gar nicht bestreiten, dass dieser Begriff nicht auch Menschen treffen kann, die zufällig auch Urheber sind. Gemeint sind sie dann doch aber nicht in ihrer Funktion als Urheber.

    Allerdings ist es auch nicht besonders sinnvoll aus Voraussetzung für eine Diskussion zu fordern, dass jeder Hans Dampf da draußen im Netz erst Ton X anschlägt. Hingegen darf man durchaus verlangen, dass Organisationen und Initiativen die ernst genommen werden wollen an sich selbst andere Maßstäbe anlegen, als Hans Dampf an sich selbst …

    Comment by Kommentator — 16.05, 2012 @ 13:03

  222. @220/Michael: Nein, natürlich ist das nicht in Ordnung. So was will weder ich noch sonst irgendein Urheber, da bin ich ziemlich sicher. Ich wusste allerdings nicht, dass es tatsächlich CDs gibt, die ich nicht mal auf meinen eigenen Computer laden kann … ist mir noch nie begegnet. Vielleicht kaufe ich (dafür) die falsche Musik.
    Ich finde es aber gelinde gesagt schwierig, immer das gute alte Kassetten-Aufnehmen mit riesigen, auch kommerziell interessierten Filesharing-Börsen zu vergleichen. Und zu sagen: “Wieso Diebstahl? Da wird doch bloß vermehrt …?” Das empfinde ich als geradezu zynisch.
    @221: Doch, sie sind gemeint: als Urheber, die über ihr Werk bestimmen wollen. Diese eigentlich so simple Grundregel wollen sehr viele nicht gelten lassen, denn, wie ein Kommentator auf “netzpolitik.org” schrieb: »Geld macht man mit einer Dienstleistung. IMMER. Keine Ausnahme. In dem Moment wo du die Information erschaffen hast, und sie an Fremde rausgibst, hast du jegliche Möglichkeit, Bedingungen zu stellen, verloren. Im Nachhinein sind Fantasieregeln bedeutungslos. Hättste halt nicht so ignorant der Realität gegenüber sein dürfen. Heul doch!«
    Das ist leider nicht so untypisch. Genau wie dieses unsinnige “Jede Kunst ist Remix und gehört darum allen”-Gefasel. Totaler Quatsch, ehrlich; und der Stadler-Artikel schlägt beinahe in die gleiche Kerbe. Wenn’s so leicht ist, dann schreibt (oder “mixt”) doch einfach alle selbst Bücher, kann ich da nur sagen. Und die einzigen wahren Literatur-Urheber sind dann die Sumerer.
    Für mich jedenfalls trifft der Begriff “Contentmafia” z.B. auf Youtube/Google zu, weil dort mit von anderen erschaffenen Kreativleistungen Milliarden verdient werden, ohne dass man diesen Schöpfern auch nur Bruchteile von Cents abgibt. Nur darum steht ja der doofe GEMA-Spruch da: weil Google nicht mal Pfifferlinge an die Leute abtreten will, mit deren Kreativität sie sich dumm und dämlich verdienen.

    Comment by Ingo Herzke — 16.05, 2012 @ 13:33

  223. @220

    Als seinerzeit eine gesetzliche Regelung bezüglich der Kopiermöglichkeiten durch Cassettenrecorder (dem Sinn nach: MAXIMAL 7 Kopien für Freunde und Verwandte), sollte diese wohl vor allem irgendwie vernunftsappelierend klarmachen, dass von nun an nicht ganze Wohnviertel durch jeweils einen Kauf EINER Originalvorlage mit diesem Produkt versorgt werden könne..Kurz nachgedacht doch eigentlich ein plausibler Versuch…
    Natürlich hat man mit real existierenden FREUNDEN untereinander Musik ausgetauscht. Allerdings gab es zumindest immer einen, der auch tatsächlich das Original besaß und Kopien von Kopien waren aufgrund des stets schlechter werdender Qualität auch uninteressant, wobei selbst die “Masterkopie” schon klar wahrnehmbare Qualitätseinbußen hatte. Insofern bestand alleine deshalb schon ein wesentlich größerer Anreiz, sich bei Glegenheit dann doch das Original zu kaufen. Man hat in aller Regel auch nicht wirklich Schmarotzertum unterstützt sondern gesagt “Ey, es wäre schon cool, wenn du auch mal Musik kaufst , so dass ich auch mal etwas von dir aufnehmen kann”

    All das ist mit der heutigen Situation ÜBERHAUPT nicht mehr vergleichbar. Ich muss wohl nicht erkläören, wie die Nutzer der tauschbörsen an ihre Terrabyte-Platten mit Material kommen…

    Das die Hersteller dieser Produkte nun versucht haben, einen Kopierschutz einzubauen ist doch wohl sehr leicht nachvollziehbar. Sie verstoßen damit auch nicht gegen irgendwelche Rechtsgrundlagen. Es hieß damals in der Gesetzgebung ja nicht ” Der Produzent muss dafür Sorge tragen, dass jede Platte 7x kopiert werden kann ( und ggf. noch Leercassetten und Auifnahmegerät beifügen müssen)

    Als Konsument hast Du jederzeit das Recht , die Dinge nicht zu kaufen. Im Gegensatz zu Energie oder Nahrung handelt es sich in dem Bereich ausschliesslich um Luxusartikel, die zumindest zu großen Teilen auch in öffentlichen Medien wie Radio und Tv 24 Stunden täglich abrufbar sind (auch hier ist das Kopieren erlaubt und nach meinem Dafürhalten auch in Ordnung). Natürlich entspricht das Angebot keiner persönlich erstellten playlist, aber besteht da irgendwie ein Anspruch drauf? Ich finde : NEIN

    Sich diese ganzen Leistungen jetzt aber im Internet “on demand” in Sekundenschnelle ganz zielgerichtet und ohne jede Gegenleistung zu “besorgen” ist in meinen Augen eben asozial. In diesem Moment ist es demjenigen nämlich komplett egal, wie und ob der um den einkalkulierten Wertausgleich für die erbrachte Leistung geprellte Urheber diesen Schaden kompensieren kann. Es ist demjenigen auch weiterhin egal, inwiefern andere Konsumenten unter dieser Handlung zu leiden haben. Im Vordergrund steht hier ganz klar ausschließlich der persönliche Vorteil. Und wenn dann im Anschluß auch noch öffentlich propagiert wird, dass das eben jetzt die “neue Welt” ist und wirklich dämlichste Argumente diese untermauern sollen, da fällt einem dann echt nix mehr ein.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 13:40

  224. Das Urheberrecht definiert auch Rechte für Verbraucher oder Pflichten für den Urheber. Lizenzen oder künstlich generierte technische Einschränkungen (DRM, Registrierungszwang, AGB usw) hebeln diese Rechte aus.

    Man kann aber nicht auf seine Rechte bestehen, sie gar selbst definieren und die (gesetzlichen) Rechte des Gegenübers missachten.

    Eine besondere Gefahr ergibt sich, wenn das, was Du unter Urheberrechte (noch) verstehst, auf Dinge in der Zukunft übertragen werden wird und wenn es dazu keine legal käuflichen Alternativen mehr gibt. Kleine Labels und Verlage und deren Urheber werden die Hauptleidtragenden sein.

    Beispiele gestrichten wg. “tl;dr”-Effekt
    Hint: § 42a UrhG

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 14:03

  225. @222: Ok, auf diesen “Untiefen” des Netzes treibe ich mich nicht herum. Mal abgesehen davon, dass ich da zwar eine Meinung in deinem Quote lese, die ich nicht teile, dort aber nichts von Content-Mafia lese.

    So oder so, das ändert nichts an meinem “Was Hans Dampf im Netz treibt, kann doch nicht der Maßstab für Organisationen und Initiativen wie die Obige sein”-Argument.

    Und deine defensivw Argumentation “Wenn’s so leicht ist, dann schreibt (oder “mixt”) doch einfach alle selbst Bücher, kann ich da nur sagen.” ist btw. auf keinem höheren Niveau und noch dazu nicht mal clever, denn genau das hat der von dir zitierte Hans Dampf ja gefordert. Das funktioniert aber eben nur, wenn es für alle gilt.

    Comment by Kommentator — 16.05, 2012 @ 14:12

  226. Was anonymous (auch ein sehr schöner Name;) nicht versteht ist:
    Kein Kopierschutz hat bis jetzt auch nur im minimalsten dazu geführt, dass etwas nicht kopiert wurde. Ich wage auch zu behaupten, dass es nie einen Kopierschutz geben wird, der nicht ausgehebelt werden kann.
    Mit jedem Kopierschutz bestrafe ich also die Käufer einer Sache und nicht die Kopierer/Downloader wie auch immer genannte(CD auf Computer nicht lauffähig/ anfertigen einer Privatkopie / dumme Copyright Hinweise / etc…)

    Natürlich ist es problematisch, dass die Kopie keinen Qualitätsverlust mehr hat. Natürlich sehe ich ein, dass Kopierer/Downloader ein Problem darstellen. Muss ich als Käufer aber dafür abgestraft werden? Nein ich glaube nicht.

    Ich wage auch mal die Prognose: Sollte es wirklich zu einer Überwachung des Internets kommen (wobei ich nicht davon ausgehe, dass dies passieren wird), wird sich an der Kopier/Download Problematik nix ändern. Es gibt genug Möglichkeiten sich auch dann noch anonym im Internet zu bewegen.
    Ich wäre der erste, der sich dann einen TOR Zugang oder ähnliches besorgen würde. Nicht weil ich irgendwelche Dateien illegal downloaden möchte, sondern weil es andere einen Scheiss angeht, wo ich im Internet unterwegs bin.

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 14:21

  227. @224
    Du scheinst da grundsätzlich etwas falsch zu verstehen. Wenn beispielsweise eienm Konsument ERLAUBT ist / Kopien von einer CD machen zu dürfen, bedeutet das im Umkehrschluß ÜBERHAUPT NICHT, dass jeder Anbieter im Sinne dieser Erlaubnis produzieren muss. Müsste er das, wäre dies gesondert zu formulieren.

    Du darfst z.B im Wald Pilze sammeln…wenn im Wald der Wahl aber keine Pilze sind?
    Du darfs als Erwachsener in einer Bar einen WEhiskey trinken. Wenn aber die Bar der Wahl keinen Whiskey hat?
    Du darfst unter gewissen Umständen einen Kredit aufnehmen. Wenn aber das Geldinstitut der Wahl den nicht gewährt?

    Die Analogien wie nun vergleichsweise im jeweiligen Fall reagiert werden müsste, um nah am Beipiel zu bleiben, überlasse ich der Kreativität des Einzelnen.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 14:25

  228. @226
    Über die Sinnhaftigkeit des Kopierschutz habe ich überhaupt nicht gesprochen. Es ging lediglich darum, die Rechtmäßigkeit des Versuch darzulegen.

    Wieso rennt eigentlich keiner Sturm gegen diese ganzen Software-Geschichten? 1xwindows pro Rechner, fürs Laptop bitte noch einmal kaufen, registrieren,aktivieren, bei anderer Software Dongles und weiss ich noch was…ICH kaufe oder lasse es PUNKT

    Generalverdacht ist natürlich erstmal unschön. Man wird aber gelegentlich gefragt “GFahrkarte bitte” oder “N’abend, allgemeine Verkehsrkontrolle. Papiere bitte” im Grenzgebiet auch gerne mal “Waffen, Drogen sonstiges…” In Bankfilialen,auf Bahnhöfen in Parkhäusern etc gibts Kameras, rennst du da auch überall vermummt herum?
    Die Hysterie bezüglich einer strengeren Kontrolle im Internet finde ich in erster Linie überzogen, denn es bestehen nicht die Kapaziäten, den leicht anstössigen mailverkehr zwischen freund und Freundin zu lesen…

    Es würde aber diesem Mißstand endlich ein Zeichen entgegensetzen und wirksam eindämmen. Zum anderen würde auch wieder die Wertschätzung steigen und DAS sehe ich mittlerweile fast noch als die wichtigere Aufgabe an.

    Musik CDs und Filme sind keine Gratisprospekte von Discountern oder einem Baumarkt. Da steckt sehr viel mehr Herzblut und Arbeit dahinter, als viele Leute heutzutage offensichtlich einschätzen bz. zugestehen wollen.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 14:46

  229. anonymous heisst man hier übrigens automatisch, sobald man im Feld “Namen” nichts einträgt. Ich kann natürlich auch anders….

    Comment by Mickymouse — 16.05, 2012 @ 14:49

  230. Deine Zeichen habt Ihr schon mit der Gegenwehr zu ACTA etc bekommen.

    Und man sieht auch den Grössenwahn in Deinen Ausführungen. Polizei/Zoll Kontrollen mit den Verwertern auf eine Stufe zu stellen. Sehr gut.

    Ich wage auch mal zu behaupten: Zeichen sind den Kopierern scheiss egal. Aber auch dass wieder nur eine Aussage ins Leere

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 14:54

  231. @227: Lieber Anonymous, das ist einfach Unsinn. Anbieter haben Pflichten. Lies bitte die Links auf Gesetze, die ich anfüge.

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 15:14

  232. @230
    Dein als Selbstverständlichkeit empfundenes Anspruchsdenken deckt sich auch in typisch symptomatischer Weise mit der Logik deiner Argumentation.

    Selbstverständlich gehts nicht darum, dass Verwerter in irgendeiner Form hoheitliche Aufgaben übernehmen.

    Aber diese Form des Differenzieren -könnens ist bei Leuten deines Kalibers nicht zu erwarten.

    Bei dir hilft einfach nur Abmahnung, um die von staatlicher Seite legitimierten Ansprüche zu vergenwärtigen…

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 15:41

  233. Wenn nix mehr hilft, helfen halt Beleidigungen weiter (so viel zu: Leuten meines Kalibers)

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 15:46

  234. @233
    wenn man Unsinn erzählt, muss man die Konsequenz einer Antwort ertragen

    @227 ich erbitte die genaue Nennung der Textpassage, aus der die Unrechtmäßigkeit des Kopierschutzes hervorgeht.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 15:50

  235. Das heisst also ich könnte Sie nun auch mit Beleidigungen überschütten, bei dem ganzen Blödsinn den Sie vom Stapel lassen.

    Tu ich aber nicht und kommen Sie ins Nachdenken? Ich denke nein

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 15:52

  236. @235
    Leere Phrasen. Wie wäre es zur Abwechslung mit sachlicher Argumentation? Das ist der bislang defizitäre Bereich.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 16:01

  237. Defizitäre Trolle und Sockenpuppen ignoriert man. Michael, Ingo Herzke (und Andere) könnt ihr bitte weiter konstruktiv beitragen?

    So würde ich gerne wissen, was aus den Schranken des Urheberrechts wird, wenn man es durch Lizenzierung ersetzt. Ich würde gerne Alternativen zu einer Kriminalisierung von Jugendlichen finden. Ich bestehe auf ein sinnvolles Urheberrecht und keinem Sonderrecht für eine Industrie. Ich bestehe schon gar darauf, dass Lizenzen und AGBs sich an geltendes Recht zu halten haben. Es ist nicht Aufgabe von Gesetzen veraltete Marktmodelle zu schützen und Inovation zu verbieten.

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 16:08

  238. @237
    “Das jugendliche Alter” schützt vor Sanktion im Sinne geltender Gesetze nicht. Muss man dafür jetzt Beispiele bringen? Man kann sich sicherlich für allerlei Reformen von Recht und Gesetz einsetzen. Man sollte allerdings sein Verhalten nach dem jeweils geltenden Recht ausrichten, sonst gibts halt Probleme.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 16:30

  239. Ich habe mir neben dem Artikel auch die Kommentare angesehen und muß sagen, die “Urheber” verlieren bei mir tagtäglich.
    Fangen wir mit Begriffen an: Sie selbst möchten mit ausgesuchter Höflichkeit angesprochen werden, wer dies nicht tut ist ein Prolet usw.. Selbst werfen sie aber mit Begriffen um sich die mich beleidigen. Bei allem Verständnis, wer mich mit einem Räuber in einen Topf wirft beleidigt mich. Und ich pisse aus verschiedenen Gründen niemandem ins Gesicht, lieber Herr Künstler. Wenn ich kein Geld für ihre “Leistung” zahlen will dann einfach weil ich sie für Mist halte!
    Als EDV-ler zahle ich sehr viel Geld über Geräteabgaben muß dann aber für jede Kleinigkeit noch mal extra zahlen.
    Und dann kommt die VG Wort und behauptet jeder könne alles und bzahlbar herunterladen. Das ist einfach nicht wahr! Eine Menge Dinge für die ich Geld zahlen würde gibt es einfach nicht, sie werden (obwohl teilweise von meinen GEZ-Beiträgen finanziert) unter Verschluß gehalten!
    Und bezahlbar? Wenn ich für ein 60 Euro Buch als ebook im für mich unbrauchbaren PDF-Format (das ich dann noch selbst wandeln muß) 57 zahlen soll fühle ich mich veräppelt. Da stimmt das Preis/Leistungsverhältnis nicht.

    Und dann tue ich das was man doch so höhnisch verlangt, ich übe Verzicht und laß das Zeug links liegen. Ich hoffe damit den Damen und Herren Urhebern gedient zu haben!

    Comment by Klaus — 16.05, 2012 @ 17:15

  240. okay, joachim: ich schränke einfach mal extrem ein, weil ich am liebsten nur über das reden will, womit ich beruflich zu tun habe. nämlich den buchmarkt. noch ist das e-book in deutschland eine marginale größe, aber das wird sicher nicht lange so bleiben; erst recht nicht, wenn sich die preise niedriger einpendeln, was bald zu erwarten ist.
    und dann: ein buch als datei unendlich kopiert herumzureichen ist noch viel einfacher und qualitätsverlustfreier als musik oder filme. (den mp3s sind für mich als musikliebhaber eigentlich indiskutabel.) meine “diffuse angst” also ist (so wurde das neulich in irgendeinem blog genannt, was uns urheber umtreibt), dass damit innerhalb von ein, zwei jahrzehnten der m.E. wahnsinnig wertvolle hiesige buchmarkt weitgehend zerstört sein könnte. dass dann vor allem gut verkäuflicher ramsch produziert wird, der auch ohne lektorat und korrektorat auskommt, wie es in den USA jetzt schon gang und gäbe ist. diese fiktion, dass der direkte kontakt zwischen kreativen und nutzern doch viel besser sei, ohne dazwischen geschalteten apparat, der trifft auf literatur schlicht nicht zu, finde ich.
    also: ich habe überhaupt keine legalen oder ökonomischen vorschläge; ich wünsche mir nur eine art “erziehungsarbeit” fürs digitale zeitalter, damit die nutzer wertschätzen lernen, wie unfassbar viel arbeit allein hinter einer gründlichen shakespeare-ausgabe steckt, die irgendwie honoriert werden muss. (“Wieso? Das ist doch alles schon geschrieben!” ha ha.)
    aber vielleicht ist das auch alles paranoia, und in wirklichkeit ist auch die digitale welt voller freigiebiger literaturfreunde, die bloß darauf warten, dass man ihnen anständige angebote macht.

    Comment by Ingo Herzke — 16.05, 2012 @ 17:22

  241. Hallo Ingo, genau deine Haltung finde ich so ärgerlich. Du willst keine Vorschläge machen, sondern mich so erziehen das ich deinen Kram einfach kaufe und in Demut versinke. Wer bist du denn das du glaubst mich erziehen zu dürfen?

    Was den Buchmarkt betrifft, es gibt eine Flut an Neuerscheinungen jedes Jahr, wenn ihr “Urheber” so viel produziert muß es auch einem Erzieher klar sein das dann der Kuchen für jeden kleiner wird. Das hat nichts mit Technik zu tun, einfache Mathematik.

    In diesm Sinne, erzieh dann mal schön!

    Comment by Klaus — 16.05, 2012 @ 17:54

  242. lieber klaus, warum geht das nicht sachlich und unpolemisch? ich will kein bisschen demut, ich will für eine leistung eine anständige/angemessene/faire gegenleistung. wenn alle bereit sind, die zu geben, gibt es kein problem.
    und ich sage auch nicht, dass jedes buch es verdient hat, gekauft zu werden – ganz im gegenteil. ich möchte nur, dass alle ein bisschen nachdenken und dann bewusst entscheiden, ob sie ein werk welcher art auch immer ohne gegenleistung genießen wollen. so wie meiner meinung nach auch alle nachdenken und entscheiden sollten, ob sie durch sklavenarbeit oder umweltverbrechen hergestellte produkte kaufen wollen. ich will das niemandem verbieten, ich will nur bewusstsein schaffen. fordere ich damit eine demütige empfängerhaltung? ich finde, ganz im gegenteil.
    (und übrigens: das gleiche fordere ich natürlich auch von meinen verwertern, gegen die ich schon einige prozesse geführt habe wegen anständiger honorierung/beteiligung.)

    Comment by Ingo Herzke — 16.05, 2012 @ 18:15

  243. @239
    Keiner hat ein Problem , wenn du dich als Konsument in Verzicht übst. Es gibt allerdings eine beträchtliche Menge ähnlich argumentierender Leute, die sich als Konsequenz mit prall gefüllten Festplatten auf Filesharing-Börsen aufhalten. Und gegen die kann man sehr wohl etwas haben.
    Ich muss mich auch gelegentlich damit abfinden, dass ich im näheren Umkreis bestimmte Konsumgüter, bestimte Dienstleister, bestimmte Handwerksbetriebe, bestimmte Ausbildungsstätten, bestimmte Fachärzte nicht im Angebot finde… Das Leben ist eben kein Wunschkonzert.
    Sich als Konsequenz daraus aber Leistungen zu “erschleichen” ist sicher keine legitime Reaktion.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 18:18

  244. Klaus @241, so werden sich Urheber garantiert nicht mehr äußern. Es ist definitiv kompetent und berechtigt, was Ingo Herzke sagt (und andere Urheber hier sagten). Auch wenn Deine Mathematik wohl ebenfalls stimmen dürfte.

    @240: Danke. Damit ich das richtig verstehe, Du meinst:

    1. Der Buchmarkt wird an der Digitalisierung und Ramsch zugrunde gehen. Du befürchtest eine Entwertung von Büchern? Meinst Du mit Buchmarkt insbesondere Buchhandlungen und Verlage? Und ohne Absatzkette sei Schreiben wirtschaftlich sinnlos?

    2. Ramsch resultiert aus dem Kostendruck und Verlust durch “Raubkopien”, “Kostenlos” und der Inflation schlechter Werke.

    3. Ramsch resultiert daraus, das jeder über das Internet seine “Werke” ohne Lektoriat vertreiben kann.

    4. Direkter Kontakt zwischen Kreativen und Nutzern sei nicht sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass Du damit den Vertriebskontakt meinst und bemängelst, ohne Verlag fehle Qualitätskontrolle (ist also Punkt 3).

    4b) meine Interpretation: Zudem könnte man meinen, Schreiben sei der Auftrag der Kreativen und nicht das Geschäft.

    5. Du meinst, eine Art “Erziehungsarbeit” würde illegale Kopien verhindern und damit die Situation für Urheber retten.

    Ist das so korrekt? Es wäre nett, wenn Du Bemängelst, wo ich nicht neutral war. Es wäre schön, wenn wir (der Rest) langsam mal konstruktiv werden und bei den Fakten bleiben und geordnet vorgehen.

    Selbst wenn ihr mich nun schlagen wollt: Rumheulen, ewige Wiederholung und Diskreditieren ist blöde. Das könnt ihr besser am Stammtisch im dösigen Kopf tun.

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 18:24

  245. Hallo Ingo,

    ich kann Deine Meinung sehr gut verstehen und auch nachvollziehen. Ich teile Deine Meinung sogar. Man wird durch keine technischen Finessen eine Kopie verhindern können. Die einzige Chance die man als Urheber (egal werlcher Art: Autor, Programmierer, Musiker) hat, ist denke ich ein Umdenken in der Bevölkerung. Weiterhin halte ich es für einen absolut falschen Weg, wenn man den Kunden durch immer mehr Auflagen gängelt und damit auch vergrault. Beispiele dafür wurden hier mehr als genügend angebracht. Ich denke, die Bereitschaft Werke zu kaufen, würde durch Wegfall der Gängelungen, deutlich erhöht werden. Die Verwerter würden einiges an Geld einsparen (Copyright Werbespot, Kopierschutzmechanismen, etc), die dann auch wieder an die Urheber zurückfliessen könnte.

    Laut MickeyMouse habe ich ja die Wahl zwischen Kaufen und Nicht Kaufen. Allerdings führt vermutlich genau dieser Verzicht den (ich denke) sehr viele momentan ausüben zu Problemen.

    Dieser Konsumverzicht führt aber bei den Verwertern offenbar nicht zum Nachdenken, sondern nur dazu das diese über die grosse Internetkeule nachdenken. Da diese Keule dann aber auch die Leute trifft, die nicht konsumieren, fangen diese nun an sich zu wehren.

    Und genau das ist es, was momentan hier und auf vielen anderen Internetplattformen stattfindet.

    @237 Joachim.
    Du hast recht. Ich hatte mich durch MickeyMouse hinreissen lassen.

    In diesem Sinne.
    Michael

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 20:12

  246. @Ingo:

    Da fällt mir noch was ein. Ich denke im Buchbereich wird sich das “Kopieren” nicht so stark ausbreiten. Ich will nicht sagen, dass das illegale Kopieren ein “Unterschichten” Problem ist, aber ich denke mit steigendem Intelekt und auch Einkommen, ist das Unrechtsbewusstsein stark ausgeprägt und man will den Urheber mit seinem Kauf unterstützen.
    Just my two cents

    Comment by Michael — 16.05, 2012 @ 21:44

  247. Ich denke, eine Verschärfung des Urheberrechts bringt gar nichts. Wo soll konkret verschärft werden? Kopien generell verbieten? Eine Ewigkeitsklausel für Micky-Mouse? Die Störerhaftung ausweiten? Verschlüsselungsverbot oder Deep Package Inspection? All diese Dinge sind gar nicht gut für die Industrie. Selbst gestandene Politiker begehen auf ihren Webseiten immer wieder Urheberrechtsverletzungen. Schon heute ist das Recht so undurchschaubar, dass sogar viele hier einfach nicht durchblicken (nein, ich nehme mich nicht aus!).

    Die EU hat sich die Liberalisierung der Märkte auf die Fahnen geschrieben. Die Medienindustrie möchte das genaue Gegenteil, rückt von ihrer Regionalisierungspolitik nicht ab. Wundert sich dann aber, wenn Raubkopien vor der Veröffentlicung im Netz sind.

    Wenn ich Dinge wie @240 lese, dann ist das schon reeller. Trotzdem muss man nachfragen, ob die Befürchtung wirklich gerechtfertigt ist. Es ist wahrscheinlich, dass neue Modelle die Alten ablösen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Rolle der Verlage ändern wird. Auch wenn RTL einen das Gegenteil glauben lässt vermute ich, dass ein offenes und multidimensionales Medium Urheber und Qualität der Werke stärken wird. Qualitätskontrolle findet durch Netznutzer statt. Sogar “Raubkopien” werden zum Gradmesser für Erfolg und Qualität und damit Hinweis darauf, wo zu investieren ist. Kommentare werden Werke beeinflussen. Und akzeptable Bezahlsysteme werden Künstler mehr pushen, als es heute durch Werbung und Bedarfsorientierung/Steuerung oder Verwertungsgesellschaften möglich ist.

    Kunst wird sich emanzipieren, neue Vertriebswege werden entstehen und Verlage werden die Genossenschaften der Autoren. Ihre Rolle ist der Vermittler zwischen Netz und Autor. Das Netz kann Verlagen den Raum geben, neues auszuprobieren und weit mehr unbekannte Autoren anzubieten. Man wird Unverkäufliches verschenken, auf eine zweite Chance hoffen und Interessantes mit Zusatzinformationen und einer Community unkopierbar machen. Künstler werden direkt am Fan sein und umgekehrt. Endlich kann Intellekt tatsächlich Menschen erreichen und verändern.

    Kürzlich habe ich überlegt, was es für den Heise-Verlag wie für Leser bedeuten würde, wenn die ihre Rezensionen von Büchern so anbieten würden, wie ihre Downloads – natürlich ergänzt um eine einfache Kaufmöglichkeit oder Previews. Heise kann da in ihrer Kompetenz i.d.R. weit mehr machen, als Amazon oder die große Buchhandlung vor Ort. Kosten tut das “nichts”, denn Infrastruktur und Buchbesprechungen sind vorhanden.

    Zwei/drei Post in Einem, keine Belege – tl;dr, langes WE in NL.

    Comment by Anonymous — 16.05, 2012 @ 23:44

  248. @247 = me. Verklickt :-(

    Comment by Joachim — 16.05, 2012 @ 23:45

  249. @Joachim
    ich war richtig erschrocken, als ich sowas von MickeyMouse las :D

    Comment by Michael — 17.05, 2012 @ 09:10

  250. @247
    Von Verschärfung des Urheberrechts ist doch gar nicht die Rede. Es geht um bessere Umsetzung der aktuellen Rechtslage.

    Gibt es denn jetzt noch Zitatpassagen aus Gesetzestexten, die die Unrechtmäßigkeit der Verwendung von Kopierschutzmechanismen der Musikindustrie belegt? Ich habe ja einige Beiträge zuvor darum gebeten, da ich die Existenz solcher gesetzlichen Regelungen stark anzweifle.
    Diese Idee entstammt doch wohl vielmehr einem mittlerweile etablierten aber unberechtigten (im Wortsinn)Anbspruchsdenken.

    Das Urheberrecht im Ganzen ist sicherlich teilweise (zu?)Komplex und sollte eben auch differenziert betrachtet werden. Es gibt urheberrechtlich begründete Abmahnungen, die ich auf den ersten und nachfolgende Blicke ebenfalls nicht nachvolziehen konnte. Beispielsweise wenn bei ebay Artikelbeschreibungen durch bloße Namensnennung bestimmter Produkte zum Problem werden, oder wie zuletzt irgendwo gehört, dass recht seriös agierende Blogger wegen einem link zu z.B.AFP abge(zockt)mahnt werden. Das finde ich natürlich auch nicht ok, denn hier wird tatsächlich schlicht Unwissenheit in bare Münze verwndelt.

    Im Bereich des Kopierens dagegen ist die Situation aber doch wesentlich einfacher nachvollziehbar. JEDES Kleinkind lernt bei den ersten Besuchen im Supermarkt, dass “Dinge zum Eigentum zu machen” in engster Verbindung mit einer zu erbringenden Gegenleistung verbunden ist.Das ist spätestens seit der Erfindung des Tauschhandels DAS weltweit etablierte System.

    Und jetzt mal ehrlich: Was außer Musik (bei anderen digitalisierbaren Waren weiss ich es nicht, schätze es aber ähnlich ein) lässt sich auch am Wochenende nachts einkaufen und ist SOFORT verfügbar – zum Preis von einem mickrigen Burger im Sonderangebot pro Song???

    Wie könnte man NOCH kundenfreunlicher agieren? Im diesbezüglichen Vergleich mit anderen Branchen dürfte “die Musikindustrie” jedenfalls wohl unbestritten ganz oben stehen.

    Comment by Anonymous — 17.05, 2012 @ 11:39

  251. @249: ich habe meinen Post als Gegensatz zur Weltenuntergangstimmung der Medienindustrie geschrieben. Die ignoriert einfach die Möglichkeiten und setzt auf Restriktion. Restriktion auf Grund der eigenen Unfähigkeit?

    Mein Gegenentwurf ist sicher zunächst eben so unbelegt, wie etwa Ingos Befürchtungen.

    Ich schlage vor:
    1) die Hardliner und unkreativen Pessimisten zu ignorieren. Sie zerstören Netz wie Urheberrecht. Ich werde mir Kultur und Netz nicht von denen zunichte machen lassen, die einfach nicht verstehen wollen.

    2) das Gespräch mit kreativen Urhebern und Machern zu suchen, die gesprächsbereit sind. Ihnen zu helfen im Netz so anzukommen, dass sie wie wir partizipieren. Wir können dabei nur gewinnen.

    3) sich den Argumenten, etwa wie denen von Ingo zu stellen. Denn es ist auch unsere Literatur, Musik und Kunst. Ingo etwa hat ein Recht darauf.

    4) Gegenentwürfe machen und realisieren. Genau das versuche ich gerade in der Praxis…

    So Urlaub jetzt. Sonne, los!

    Comment by Joachim — 17.05, 2012 @ 12:08

  252. @251
    ok verstehe. Es gibt also keine belegende Zitate aus Gesetzestexten. Bloße Behauptungen scheinen ausreichend zu sein. So funktioniert zum Teil ja auch “Schwarmintelligenz”.

    Weiterhin wird einfach ignoriert, was nicht in irgendeiner Form die eigenen Thesen unterstützt.

    Dann suche du mal die Urheber, die sich auf diese Thesen einlassen. Zur Zeit sind die ja doch auffälig mehrheitlich in ganz anderer Richtung unterwegs. Viele namhafte Künstler und Kreative…, aber was heisst das schon, wenn diese Schar der dummen Ahnungslosen auf die Kompetenz der “web2.0″-Konsumenten treffen.

    Du willst dir Netz und Kultur nicht kaputtmachen lassen? In welchem Zusammenhang das mit einem üblichen Prinzip “Ware für Geld” kollidiert, bleibt für Mitdenkende wohl ein Rätsel.

    Hier soll ein grundsätzlich bestehender Schutz von Eigentum nach dem Diktat einiger Konsumenten zerschlagen werden. DAS ist das grundsätzliche Problem bei der Sache und wird in der gesellschaftlich relevanten Wichtigkeit für mich UNNACHVOLLZIEHBAR absolut unterschätz.

    Von den für viele Urheber und Nutznießer absehbaren schädlichen Folgen diese Bereiche
    betreffend mal ganz abgesehen…

    Comment by Anonymous — 17.05, 2012 @ 12:42

  253. @252
    So lange Du davon ausgehst, das jeder intelligente Mensch entweder Deiner Meinung ist, sich zu Deiner Meinung bekehren lässt oder einfach nur illegale Downloader sind, wirst Du sowieso nix verstehen.

    Comment by Michael — 17.05, 2012 @ 13:04

  254. @253
    ..und wieder mal keinerlei Einlassungen zu angesprochenen Punkten. Ist das die Art , wie “ihr” überzeugen wollt? IGNORANZ?
    Immerhin wollt “ihr” ja bestehende Systeme legitmierend verändern.
    Sich einfach hinzustellen und zu sagen :”so, ab jetzt gilt folgende Regel und nun stellt euch nicht an und arbeitet konstruktiv mit, um diese Veränderung MITZUTRAGEN.Andernfalls seid ihr eben selbst Schuld…” ist doch wohl eher unüblich und in dieser Situation zumindest ziemlich vermessen…

    Comment by Anonymous — 17.05, 2012 @ 13:17

  255. @197 – Anonymous
    Wieso will ich, dass digitalisierte Waren umsonst aus dem Netz geladen werden können?

    Weil es Blödsinn ist anderes zu propagieren. Es ist Quark zwischen einer Kopie, die aus dem Fernseher, Radio oder Co gezogen wurde und für die der normale Bürger durch Urheberrechtsabgaben auf Medienträger und Geräte, durch GEZ, Gema und Co bezahlt hat und eine Kopie die von dem selben Bürger (der diese Abgaben also zahlt) aus dem Netz gezogen wurde einen Unterschied zu machen. Die eine Kopie gilt derzeit als legal, die andere als illegal obwohl es faktisch was das Einkommen des Urhebers und die Nutzung angeht keinen Unterschied gibt.

    Das aber ist gar nicht mal das Wichtigste. Viel wichtiger ist,

    a) dass ich es leid bin, als ehrlicher Konsument weniger Nutzungsmöglichkeiten mit meinen DRM beschränkten Waren zu haben als diejenigen, die sich diese illegal beschaffen. Weil irgendein Kopierschutz bspw nicht als Kopierschutz sondern als Abspielsperre funktioniert oder weil eine ständige Online-Verbindung mit einem Server gefordert wird (was aufgrund schlechter Empfangsqualität, einem Ausfall des Servers oder einem Fehler in der Software bei der Identifikation auf dem Sever möglicherweise nicht funktioniert – alles schon vorgekommen – öfter als man denkt und wünscht).

    b) dass ich es leid bin, meine Bürgerrechte einschränken zu lassen und dass Konstrukte wie die Vorratsdatenspeicherung unsere Gesellschaftsform bedrohen.

    c) dass ich die schleichende Enteignung meiner erworbenen Rechte an der Nutzung der Inhalte und der erworbenenen Datenträger durch die zusätzlichen Körbe des Urheberrechts nicht mehr hinnehmen will. (Stichwort Verkauf von Datenträgern, die mit einem Magazin – vor Erlass des zweiten Korbes – erworben wurden. Da hagelte es Abmahnungen auf Ebay … trotz Erschöpfungsgrundsatz oder die erlaubte Privatkopie, die durch den Rechtsschutz des Kopierschutzes faktisch abgeschafft wird, wodurch aber die Abgaben auf Medien und Geräte für die Gema nicht gesenkt werden)

    Wofür all diese Einschränkungen der Bürger? Für die nicht belegte Annahme, dass den Urhebern Verluste entstehen, obwohl es ebenso Studien gibt, die dies als falsch belegen, weil “Sauger” eben mehr kaufen. Weil angeblich ein volkswirtschaftlicher Schaden entsteht? Ein Blick in die Schweiz wäre da hilfreich, dort gibt es gleich noch weitere Argumente, warum es sinnvoller wäre private Downloads zu legalisieren, statt einen Großteil der Bürger zu kriminalisieren.

    http://www.initiative-abmahnwahn.de/2011/12/03/die-schweizer-machen-es-vor-legalisierung-von-filesharing-moglich/

    Comment by U.L. — 17.05, 2012 @ 13:33

  256. @242 – Ingo Herzke
    Für Dich als Autor und Verfechter des Urheberrechts auch einen Link der eventuell zum Nachdenken anregt (auch wenn der Link anderes impliziert, bin ich nicht gegen das Urheberrecht, nur gegen die derzeitige Gestaltung und Form der Durchsetzung). Ich hatte ihn zwar schon gepostet aber möglicherweise ist er Dir entgangen. Um Neues zu erdenken und zu erschaffen ist es durchaus förderlich Bestehendes zu hinterfragen und möglicherweise auch zu zerschlagen. Eventuell siehst Du als Autor von Büchern das Urheberrecht danach auch kritischer, weil es Dir sogar Schaden kann.

    http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

    Comment by U.L. — 17.05, 2012 @ 13:48

  257. Auch wenn es sicher schon angemerkt worden ist: Die Darstellung, eine Urheberrechtsverletzung sei juristisch gesehen kein Diebstahl, ist sehr sophisticated, aber nur auf den ersten Blick überzeugend. Denn es ist eine rein juristische Persektive. Moralisches und Soziales ist damit ausgeblendet. Ebenso die Folgen der Urheberrechtsverletzung, bei dem der Rechteinhaber zwar nicht um das “Produkt” als Solches, wohl aber um seine damit verbundenen Einnahmen gebracht wird. Und da ist die Analogie zum Diebstahl zu sehen: Wenn ich im Laden einen Apfel klaue, bringe ich den Ladenbesitzer um die damit verbundenen Einnahmen (auch wenn er noch eine Kiste Äpfel hat!); wenn ich einem Privatmenschen ein Auto klaue, bringe ich ihn durch die Wegnahme in die Situation, ein neues kaufen zu müssen und füge ihm finanziellen Schaden zu.
    Die obige Argumentation, mit der die Rede vom “Diebstahl geistigen Eigentums” widerlegt werden soll, greift vielleicht, wenn man sie auf die juristische Dimension verkürzt. Betrachtet man die Konsequenzen und moralischen Implikationen, finde ich die Analogie zum Diebstahl durchaus gerechtfertigt. Mir ist es ein Rätsel, wie man hier sinnvoll argumentieren kann, es würde ja niemandem etwas weggenommen, wenn man nicht nur die reinen Paragraphen bemüht. Statt “schon auf den ersten Blick verfehlt” müßte es also richtig heißen, die “Analogie zum Diebstahl und zum Raub ist nur auf den ersten (juristisch verkürzten) Blick verfehlt.”

    Comment by Markus Wentz — 17.05, 2012 @ 13:52

  258. @255

    Sauger geben mehr Geld für Musik aus? Komisch, deckt sich gar nicht mit meinen Beobachtungen. Also gibt es zumindest unterschiedliche Erfahrungen in diesem Bereich. Sich da mal an den Schulen umzusehen dürfte Einblick in eine existierende Realität geben. Es gibt dort sowohl Jugendliche, die aus der Erziehung und Sozialisation heraus einfach wissen, dass diese Saugerei nicht in Ordnung ist. Es gibt aber auch leider jene, die da vollkommen ohne jedes Unrechtsbewusstsein sind. Diese Jugendlichen geben nachweislich keine Gelder mehr für Sachen aus, die sie umsonst haben können.
    Das ist im übrigen seit jeher so.

    Diese “verramschung” führt ganz allgemein zu einer Veränderung der Angebotslandschaft. Discounter und Kick & Co etablieren sich auch immer mehr, wobei gleichzeitig andere Anbieter verschwinden ,die zumindest für einen Teil der Konsumenten Qualitäten bieten, die durch o.g. Konkurrenz nicht bedient wird. In Sachen Vielfalt also nicht wirklich immer DIE Bereicherung.

    zu c.: wie gesagt, Urheberrecht ist ziemlich umfassend. Es gibt wie von mir auch bereits angemerkt auch Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann (allerdings beschäftige ich mich auch nicht mit allen Eventualitäten). Für den Bereich des Kopierens sind solche Beispiele aber irrelevant. Man will auch nicht die Straßenverkehrsordnung abschaffen, bloss weil gelegentlich mal dämliche Verkehrsschilder-Kombinationen zu Ordnungswidrigkeiten führen.
    Will sagen : Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun!

    zu b.: Vorratsdatenspeicherung hat erstmal gar nichts mit Urheberrecht zu tun. Das ist schlicht zur Zeit EU-Vorgabe, hier WIEDER eine entsprechende Speicherung vorzunehmen. Interessanterweise gibt es in vielen anderen Ländern da gar keine Probleme. Wem dient eigentlich vor allem eine Verhinderung dieser Speicherung?

    Der Vergleich zwischen TV/Radio und Internet ist nicht absolut unzulässig, der klare und schwerwiegende Unterschied besteht in der jederzeit möglichen ganz gezielten Abrufbarkeit.

    Und generell zum Thema ” So ist das eben heutzutage…”
    Wäre das die Art und Weise mit Problemen umzugehen, brauchte man auch nicht über NPD-Parteiverbote nachzudenken (NEIN, das ist SELBSTVERSTÄNDLICH kein Vergleich zwischen Saugern und Nazis- es geht lediglich um das PRINZIP! Also bitte nicht Godwin’s Keule auspacken)
    Natürlich ist das Beispiel bewusst provokant gewählt und viele (leider nicht genug) sind sich sicher einig, dass in diesem Fall selbstverständlich möglichst kompromisslos vorgegangen werden muss. Was aber gleichzeitig doch auch impliziert, wie eben die Kopiererei verharmlost wird und den berechtigten (auch nach geltender Rechtslage)Forderungen von Urhebern nach Mitbestimmung über Handhabung ihres Eigentums einfach übergangen wird. Meiner meinung nach ist das nämlich ein sehr wichtiges und weitreichendes Recht, was nicht mal eben so lapidar als veraltet hingestellt werden darf. Da bedarfs deutlich mehr RESPEKT

    Comment by Anonymous — 17.05, 2012 @ 14:15

  259. @255
    Belege für Deine Behauptung, dass die Sauger von Musik für diese kein Geld ausgeben? Ich sehe mal wieder nur Deine Behauptung, die sich eben nicht mit meinen Beobachtungen und entsprechenden Studien deckt.
    http://www.ic.gc.ca/eic/site/ippd-dppi.nsf/vwapj/IndustryCanadaPaperMay4_2007_en.pdf/$FILE/IndustryCanadaPaperMay4_2007_en.pdf

    Abgesehen davon ist gerade Dein Beispiel der Kinder vom Schulhof entlarvend. Den gerade deren Downloads als Umsatzverluste aufgrund derer der Urheber des Hungers darbt ist verfehlt. Wo soll denn deren Einkommen herkommen alles was gesaugt wird auch zu kaufen? Trotzdem erwerben gerade diese, wie gepostete Studie zeigt, überdurchschnittliche viele Inhalte legal.

    Das ist auch nicht wirklich verwunderlich. Wer viel an Inhalten interessiert ist, der kauft eben auch mehr. Das bewirkt allein die menschliche Natur, das jagen, sammeln und besitzen wollen. Dazu auch mal wieder ein Filmzitat: “Wie lernen wir zu begehren? Wir begehren was wir sehen.” (frei ergänzt um hören etc. pp.) Dabei ergeben sich aus dem illegalen Download eben auch Synergieeffekte selbst wenn keine Datenträger gekauft werden würden, denn dadurch steigt die Lust auf ein Konzert … die ohne den Download eben nicht entstanden wäre.
    Siehe hierzu auch meinen geposteten Link auf die schweizerische Argumeantation, dass die Ausgaben im Unterhaltungssektor trotz der Downloads eben nicht sinken.
    http://www.initiative-abmahnwahn.de/2011/12/03/die-schweizer-machen-es-vor-legalisierung-von-filesharing-moglich/

    Und selbstverständlich haben Rechteinschränkungen mit dem Urheberrecht zu tun, denn Sie werden durch den Lobbyismus der Verwertungsindustrie (deren Interessen sich eben nur mit jenen der bereits erfolgreichen Urheber decken – siehe zB 5% Regelung der Gema) bewirkt um deren veraltete Modelle zu bewahren. Das ist nichts Neues. Auch die Droschkenfahrer haben sich damals verzweifelt gegen die Einführung des Autos gewehrt. Die Vorratsdatenspeicherung ist dabei ein ganz besonders gutes Beispiel, denn deren Eingang in die europäische Politik geht auf eine Europaabgeordnete zurück, die Ehefrau eines wichtigen Kopfes bei Vivendi-Universal war bzw wohl auch noch ist und damit die Interessen der Verwertungsindustrie massiv vertrat. Interessant übrigens auch die Rolle des Fischereiausschusses der EU, der sicher aufgrund seiner Kompetenz in Fragen des Internets regelmässig dazu verwendet wurde solche Gesetze durchzuwinken.

    Abgesehen davon geht es nicht um das verharmlosen der Kopiererei, es geht um die Entdämonisierung. Wie der “schweizerische” Link zeigt, sind es 80%-90% der Bevölkerung, die kopieren. Eine Kriminalisierung und Verfolgung ist da schlicht ein Unding, schon allein weil die Resourcen dazu nicht vorhanden sind. Seit den anstiftenden und begünstigenden Tanja-Briefen eines verschiedenen Rechtsanwalts in den 80ern ist das Kopieren eben heutzutage nicht mehr eine gesellschaftliche Randerscheinung, sondern weit über die Mitte der Gesellschaft hinausgehende, den Zahlen nach zu urteilen alltägliche Tätigkeit geworden. Das Rad der Zeit lässt sich, allein auch aufgrund der Funktionsweise von Internet, aber auch Computern ganz allgemein, nicht mehr zurückdrehen.

    Werden die Urheber darum verhungern? Nein, das war nicht der Fall bei Einführung des Kassettenrecorder, des Videorekorders, des Radios usw usf. Die Klagen waren schon damals die Selben. Statt dessen ist der Markt beständig gewachsen. Das ist selbst heute noch der Fall, wo über sinkende Umsätze geklagt wird. Der Markt wächst dennoch.

    Comment by U.L. — 17.05, 2012 @ 19:58

  260. @258 – Anonymous, (259, 255)
    Upps 259 ging nicht an 255 sondern an 258

    Comment by U.L. — 17.05, 2012 @ 20:03

  261. Lieber Joachim, zu 244:
    Um meine Lage noch mal deutlicher zu erklären: ich bin Literaturübersetzer. Ein schöner, wenn auch schlecht bezahlter und wenig anerkannter Beruf. Ohne meine und meiner ca. 2000 Kolleginnen Arbeit gäbe es ca. 80% des hiesigen Buchangebots nicht.
    Aber: wir KÖNNEN nicht ohne den “Apparat”. Ich kann nur arbeiten, wenn ich beauftragt werde, wenn ein Verlag das unternehmerische Risiko trägt – anders ist das schlicht nicht vorstellbar (logistisch, organisatorisch, rechtlich, finanziell …).

    “1. Der Buchmarkt wird an der Digitalisierung und Ramsch zugrunde gehen. Du befürchtest eine Entwertung von Büchern? Meinst Du mit Buchmarkt insbesondere Buchhandlungen und Verlage? Und ohne Absatzkette sei Schreiben wirtschaftlich sinnlos?”

    Ich meine natürlich vor allem gute Buchhandlungen und Verlage, ja; das Thalia den Bach runtergeht, kann ich nur begrüßen, denn das sind keine Buchhandlungen, sondern Lidl für Gedrucktes. Keine Ahnung, kein Engagement, nur Erpressung der Verlage durch große Masse.
    Und – s.o. – ohne gute, qualitative Verlage ist zumindest meine Berufsgruppe aufgeschmissen. In den USA ist es schon weit gekommen: immer weniger Bücher werden lektoriert, was ich als Übersetzer dann auszubaden habe (ich muss häufig vieles umschreiben, damit es überhaupt Sinn bekommt).

    “2. Ramsch resultiert aus dem Kostendruck und Verlust durch “Raubkopien”, “Kostenlos” und der Inflation schlechter Werke.”

    Vor allem aus Kostendruck durch den Buchhandel (Thalia etc. und Amazon!) Aus Raubkopien hierzulande wohl noch nicht, denn das e-Book ist bisher doch noch ziemlich marginal; aber das wird es nicht bleiben, wenn sich erstmal ein Gerätestandard durchsetzt und amazon den Markt immer eindeutiger beherrscht. Dann aber, in 10 Jahren vielleicht, wenn mehr e-Books als Papierbücher verkauft werden, dann werden unbezahlte Kopien den Verlagen (die ohnehin schon mit hohem Idealismus und niedrigen Renditen arbeiten) langsam die Luft abdrücken, und es werden drei, vier große Häuser übrig bleiben, die nur noch “Da Vinci Code” und Vampire und Jussi Adler Olsen raushauen, oder was dann grade so Kohle macht.

    3. Ramsch resultiert daraus, das jeder über das Internet seine “Werke” ohne Lektoriat vertreiben kann.

    Na ja, die schöne Vorstellung, dass die Literatur auch ohne zwischengeschaltete “Experten” p2p funktioniert, halte ich für eine Illusion. Oder jedenfalls ist das bestimmt nicht die Literatur, die ich mir wünsche.

    4. Direkter Kontakt zwischen Kreativen und Nutzern sei nicht sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass Du damit den Vertriebskontakt meinst und bemängelst, ohne Verlag fehle Qualitätskontrolle (ist also Punkt 3).

    Einerseits ja; andererseits ist mir einfach nicht klar, wie zum Beispiel Übersetzungen (und die machen, wie gesagt, den größten Teil des Buchmarltes aus) ohne Verlage funktionieren sollen. Wer sollte mich dann bezahlen? Der Original-Autor? Und wie soll der mich finden?

    4b) meine Interpretation: Zudem könnte man meinen, Schreiben sei der Auftrag der Kreativen und nicht das Geschäft.

    Verstehe ich nicht. Auftrag? Im Sinne von “Im Auftrag des Herrn”? Berufung? Ich verhungere gern, solange ich nur mein Buch fertig kriege? Ich bin kreativer Dienstleister, kein beseelter Hungerkünstler.

    5. Du meinst, eine Art “Erziehungsarbeit” würde illegale Kopien verhindern und damit die Situation für Urheber retten.

    Oh nein, so naiv bin ich nicht. Und ich finde auch gar nicht, dass jede Kopie illegal sein soll/muss. Ich finde auch, wir brauchen mehr “fair use” und dergleichen; und wenn ich könnte und wüsste wie, hätte ich auch nichts dagegen, einen Teil des Verwertungsapparates zu “entsorgen”. Aber ich wünsche mir, dass sich mehr Respekt vor kreativen Leistungen und kreativer ARBEIT entwickelt, damit die Leute ganz von allein drauf kommen, dass es nichts weiter als anständig ist, denjenigen zu bezahlen, von dem man sich unterhalten/bilden/erleuchten/informieren lässt.

    Einverstanden?

    Comment by Ingo Herzke — 17.05, 2012 @ 20:59

  262. U.L.
    Es macht keinen Sinn sich mit MickeyMouse/Anonymous auseinanderzusetzen. Deine Argumente/Studien laufen wortwörtlich ins Leere.
    Weder das er diese liest noch ernst nimmt.

    Er hat seine Sicht auf die Dinge und Du wirst ihn (leider) mit Logik nicht überzeugen können. Macht aber nix, diese Leute werden mit Ihren Geschäftsmethoden untergehen.

    So long und schönen Vatertag noch :)

    Comment by Michael — 17.05, 2012 @ 21:03

  263. @261 – Ingo Herzke
    Ich glaube Du bist (durchaus verständlich) schlicht besorgt und ängstlich ob der Möglichkeit, dass Deine Arbeit kostenlos aus dem Netz gesaugt werden könnte. Wenn Dich mein Link zum Urheberrecht in GB und D vor dessen Einführung in D nicht überzeugt hat, obwohl der urheberrechtsfreie Markt in D gegenüber dem urheberrechtlich geregeltem Markt in GB deutlich lebendiger war und den Autoren höhere Durchschnittseinkommen gewährte, dann vielleicht das Folgende.

    Eine digitale Kopie macht sich schlecht im Bücherregal. Das haptische Gefühl fehlt. Lesen ohne Abhängigkeit von elektronischen Geräten ist bequemer und angenehmer weil weniger anstrengend. Selbstverständlich weiss man als Konsument, dass der Autor nur Nachschub liefert, wenn er bezahlt wird. Deswegen werden treue Leser auch zahlen. Neue Konzepte wie Crowdfunding mindern das unternehmerische Risiko, indem sie die Finanzierung vorwegnehmen. (Wenngleich damit das Risiko des Konsumenten minderwertige Ergüsse zu kaufen wiederum steigt. Allerdings reduziert sich dann der Anteil derer, die bereit sind den selben Autor erneut zu bezahlen. Gerade für Übersetzer, wo der “Wert” des unübersetzen fest steht, wäre Crowdfunding eine gute Sache, die somit sicher sogar ohne Verwerter funktionieren könnte).

    Comment by U.L. — 18.05, 2012 @ 00:06

  264. @255
    Belege? Soll ich dir Namen nennen? Nicht deine Ernst, oder? Informiere dich selbst. Sprich mit Jugendlichen und frage, wie es in den Schulen so aussieht.

    Deine Argumentation ist nicht einfach zu verstehen. Einerseits können Schüler aufgrund fehlenden Einkommens nicht für Einkommensausfällen verantwortlich sein, andererseits kaufen die aber besonders viel?!

    Dir ist schon klar, dass diese Schüler eine klar definierte Zielgruppe darstellen? Sxchonmal gesehen, wie Teenies bei ihren Lieblingsstars so abgehen?

    Schonmal mitbekommen, wieviel Schüler mit Mp3player,ipods,und sonstigen content-Maschinen unterwegs sind? Es gibt Taschengeld, Extrageld von der Oma, Geburtstagsgeld, Gutscheine für legale Ladestationen usw…Schüler müssen nicht arbeiten , um sich gar nicht mal selten Musik kaufen zu können – wenn sie es denn heutzutage noch tun. Ich WEISS darüber Bescheid, weil ich mich schon länger mit der Problematik beschäftige.

    Wie gesagt: Meine Schilderung ist ja für jeden leicht nachprüfbar.

    Zur Studie: Soll ich jetzt Studien verlinken, die ganz klar das Gegenteil aussagen? kann ich mir wohl sparen. Die Anzahl derer ist erheblich größer. Interessanterweise wird diesen Studien natürlich immer vorgeworfen, im Sinne der Lobbyisten gearbeitet zu haben…Wer an gegenteiligen Aussagen Interesse haben könnte wird natürlich nicht bedacht.

    Letztlich hilft aber auch hier einfach die persönliche Lebenserfahrung. Glaubt tatsächlich jemand, dass die stets anwachsende Zahl von kostenlosen downloads keinen negative Auswirkung auf den regulären Markt hat? Sorry, aber das ist nicht wirklich realitätsnah. Sicher mag es Leute geben, die einen Song saugen, die Band gut finden und dann entscheiden”ok, die haben es verdient, dass ich ihnen etwas Geld zukommen lasse.” Allerdings finde ich dieses Prinzip grundsätzlich nicht in Ordnung, weil es so einen Almosen-Anstrich dadurch bekommt. Und wieviele Leute denken eben überhaupt nicht darüber nach sondern freuen sich einfach darüber, für geile Mucke nix bezahlen zu müssen.

    Die Ehrlichkeit der Menschen ist nunmal keine berechenbare und verlässliche Größe. Schonmal ein Portemonnaie verloren? Ich hab eins in der Telefonzelle liegen lassen. 15 Minuten später wars unwiederbringlich weg (inkl.allerv Papiere). Ich habe schon 3 Stück gefunden und abgegeben (sogar TROTZDEM). Das sind eben die Unterschiede…

    Und das jetzt sogar Bestrebungen da sind, diese ganze Geschichte auch noch vollkommen zu legalisieren wird selbstverständlich noch VIEL MEHR Einbußen in dem Bereich nach sich ziehen.

    Als Konsument wirst du es nicht wissen. Frage Berufsmusiker, wie sich diese ganze Geschichte schon seit Jahren bereits negativ auswirkt.
    Es ist jetzt schon so, dass so manche interessante Musik gar nicht mehr auf CD produziert wird…EXTREMST SCHADE!

    UNd ja, selbstverständlich ist es nervend, wenn Laien den Leuten vom Fach erklären wollen, wie der Markt im Detail so funktioniert…Jeder, der von einer Sache Ahnung hat, kann das doch eigentlich nachempfinden. Nur den komplett Ahnungslosen fehlt es hier an Empathie.

    Comment by Anonymous — 18.05, 2012 @ 02:58

  265. @264
    Das ist nicht schwierig und kein Widerspruch.

    Die Jugendlichen können nicht für die angenommenen Ausfälle verantwortlich sein, weil Ihr verfügbares Einkommen geringer ist. Geld das nicht vorhanden ist, kann nicht ausgegeben werden. Damit kann nicht jede Kopie einem Umsatzverlust entsprechen.

    Trotzdem kaufen diese Jugendlichen überdurchschnittlich viel. Weil Sie eben trotz Ihres geringem verfügbaren Einkommens mehr für Inhalte ausgeben als der durchschnittliche Bürger, der eben Mangels Interesse, welches sich auch darin manifestiert, dass er eben weniger Inhalte aus dem Netz bezieht, schlicht weniger kauft.

    Was soll das nennen von Namen belegen? Um Dinge zu belegen reicht es nicht Namen und Aussagen anzugeben sondern es müssen Vergleiche angegeben werden, welche die verschiedenen Positionen mit empirisch ermittelten Daten belegen. Da reicht es nicht auf sinkenden Umsätze zu verweisen und andere Einflussgrössen zu vernachlässigen – wie zB breiteres Angebot, sinkende Reallöhne usw usf.

    Was das informieren betrifft, glänze ich hier mit mehr Belegen als Du bisher.

    Tatsächlich sind die gegenteiligen Studien von Verwertern beauftragt, wodurch das Ergebnis eben beeinflusst wird. Reine Forschuingsprojekte gibt es wenige und diese kommen eben eher zum Ergebnis der von mir geposteten Studie.

    Was nun realitätsnah ist oder nicht, ist nicht unbedingt eindeutig einsichtig. Dass das fehlende Urheberrecht, zum 18. Jahrhundert hin, den deutschen Büchermarkt im Gegensatz zum urheberrechtlich geregelten britischen Büchermarkt belebt hat und den Autoren höhere Durchschnittseinkommen bescherte, ist nach heutiger Auffassung auch realitätsfern aber deswegen dennoch empirisch bewiesen.

    Was das Laientum angeht … ich bin Kaufmann, von Laientum betreffend der Funktionsweise von Märkten kann da kaum die Rede sein.

    Comment by Anonymous — 18.05, 2012 @ 12:07

  266. @266
    Fremder Rechner. Ich wars ;-)

    Comment by U.L. — 18.05, 2012 @ 12:09

  267. @265
    NOCHMAL: Wessen Geld Jugendlich ausgeben, ist im Sinne der durch ihre Käufe generierten Einnahmen wohl unerheblich. Wann hast du denn begonnen, Geld für Musik auszugeben? Erst nach der Schulzeit? Ich war jedenfalls schon während der Schulzeit stolzer Besitzer so mancher Schallplatte (damals noch Vinyl, Normalpreis umd die 20,-DM, es gab natürlich auch günstigere Sonderangebote)Und ich war sicher kein Einzelfall.
    Aber das wird ja jeder aus eigener Erinnerung beurteilen können. Das hier der Markt übrigens vom Angebot her enorm angewachsen ist, zeigen Sendungen wie DSDS…

    Es handelt sich hier um eine rentable Zielgruppe, siehe Justin Bieber, Tokio Hotel,Take That, Kelly Family ETC…

    Da du zwar Kaufmann bist, zeigt in deiner Bewertung diesen Markt betreffend aber, dass “MArkt” eben doch jeweils spezifisch zu analysieren ist. Als Kaufmann wirst du aber zumindest wissen, dass das Prinzip “Preis-Leistung” GENERELL eine ganz wesentliche Rolle spielt. Und wenn es möglich ist , eine Leistung zu mindestens 85 % (Musikdateien ohne entsprechendes booklet) in zufriedenstellendster Qualität UMSONST zu erhalten, wieviel Einbuße das wohl bedeuten muss. Das kann doch nicht ernsthaft bestritten werden?! . NOCHMAL : Es gibt natürlich Leute, die es dazu drängt, Dinge im Originalzustand zu sammeln und zu besitzen. Aber es gibt leider zu viele, die aufgrund der Ersparnis darauf verzichten. Willst du das ernsthaft bestreiten? Als Kaufmann????

    Wenn du diesen Büchermarkt in Deutschland seinerzeit ansprichst : Du weisst schon, dass seinerzeit Kopien/Fälschungen von Werken erstellt wurden und sehr guten Absatz fanbden, weil seinerzeit ein Buch noch “richtig Geld” kostete. Da ging es teilweise um den Lohn mehrerer Tage, wenn nicht ein gesamter Wochenlohn.
    In dieser zeit konnte man tatsächlich noch von einem nicht- freien Zugung zu Kunst und Kultur sprechen. Die entsprechenden Verlage reagierten dann übrigens darauf, indem sie ebenfalls billigere Ausgaben der Werke anboten und so erledigte sich das Problem.

    Über die Preise heutzutage muss man aber nicht wirklich diskutieren, oder? Allerdings ist es eben nicht möglich, gegen “umsonst” anzutreten.

    Irgendwie gehts bei dieser Sache auch einfach mal um Fairness und Vernunft.

    Comment by Anonymous — 18.05, 2012 @ 12:55

  268. @267 – Anonymous
    Du gehst von völlig falschen Grundannahmen aus.
    Das Prinzip Preis – Leistung ist bei Gütern die für Umme zu haben sind schlicht nicht vorhanden. Digitale Güter sind eben nicht knapp. Alles wird gesaugt (besorgt), weil es eben nichts kostet. Weit mehr als überhaupt konsumiert werden kann! Nur deswegen gibt es die enormen Mengen heruntergeladenen Materials. Wer kann überhaupt die Zeit aufbringen Terabytevolle Platten zu verkonsumieren? Ein grosser Teil der heruntergeladenen Daten ist dazu verdammt “zu verstauben”. Bekommt das Gut mit fehlendem Preis plötzlich einen solchen zugeordnet, wird eben nicht mehr alles gekauft (besorgt). In dem Moment muss zwischen den verschiedenene Bedürfnissen selektiert werden und nur wenige (im vergleich zum vorherigen unbegrenzten Pool) werden aufgrund des verfügbaren Einkommens zu Bedarf, der dann als Nachfrage auf den Markt trifft.

    Jedoch gilt, dass allein durch die Kenntnis der verschiedenen Inhalte ein höheres Bedürfnis bei den Saugern existiert als bei denen, die sich nicht entsprechend exzessiv bedienten. Daraus resultiert dann auch ein höherer Bedarf.

    Die unsichtbare Hand aus dem Wohlstand der Nationen von Adam Smith wird eben spätestens seit Edward Bernay bzw Ivy Lee eben von unsichtbaren Marionettenfäden gesteuert. Soll heissen, wir wissen mittlerweile, das Menschen Nachfrage an Gütern entwickeln können, für die ursprünglich nicht der Hauch eines Bedürfnisses vorlag. Während dies im Allgemeinen durch kostenaufwendige Werbemassnahmen erreicht wird, die entsprechende Bedürfnisse wecken, hat sich dieser Prozess bei digitalen Gütern im Internet verselbständigt. Prägnanter als Thomas Harris Hannibal Lecter die Entstehung von Begehren im Schweigen der Lämmer formulieren lässt, kann man es imho nicht ausdrücken.

    Natürlich gibt es Menschen, die mit dem digitalen Gut zufrieden sind. Das sind aber eben tendenziell weniger die, die massenhaft downloaden (sofern sie auch über entsprechendes Einkommen verfügen). Der Mensch ist eben nicht nur Jäger und Sammler sondern auch ein soziales Wesen und natürlich weiss er, dass er nur Nachschub erhält, wenn der Erzeuger bezahlt wird. Auch deswegen werden Interessenten (an mehr) immer bereit sein zu zahlen. Man sieht dies an Geschäftsmodellen, wo der Käufer den Preis frei wählen kann (z.B. beim Humble Bundle) oder dem Crowdfunding. (Letzteres ist meiner Meinung nach eine echte Alternative zur einigen Feldern der heutigen Verwertungsindustrie.)

    Was Deine Erwiederung zum damaligen Büchermarkt betrifft: Das ein Buch richtig Geld kostete gilt gerade eben für D weit weniger als für GB und erst recht nicht für die Nachdrucke in D. Die Aussage belegt, dass Du meinen Link dazu nicht gelesen hast.

    Comment by U.L. — 18.05, 2012 @ 21:29

  269. @263: Lieber U.L., vielen Dank für Dein Verständnis, aber ich bin ganz und gar nicht Deiner Meinung – die Überlegungen zum deutschen und britischen Buchmarkt vor 150 bis 200 Jahren haben m.E. mit der heutigen Lage (politisch, gesellschaftlich, ökonomisch, ja sogar anthropologisch) wenig bis gar nichts zu tun.

    Und vor allem zu dieser sicher aufmunternd und optimistisch gemeinten Einschätzung – “Gerade für Übersetzer, wo der “Wert” des unübersetzen fest steht, wäre Crowdfunding eine gute Sache, die somit sicher sogar ohne Verwerter funktionieren könnte)” – kann ich nur ein Wort sagen: Nein. Könnte und kann und wird nicht funktionieren. Mal abgesehen davon, dass Crowdfunding bisher ohnehin nur sehr eingeschränkt bis gar nicht funktioniert, soviel ich weiß – wie soll das praktisch bei einer Übersetzung laufen? Ich (und womöglich auch noch zwei, drei Kollegen in Konkurrenz zu mir) wenden sich an die Netz-User mit der Ankündigung: “Ich möchte gern den neuen Roman von XY übersetzen; wer zahlt mir was dafür?” Das ist leider so absurd, dass ich gar nicht weiter drüber nachdenken mag. Und überhaupt: wie und wo sollte ich die ganzen Literaturperlen finden, die ich dann crowdgefundet übersetzen wollte? Damit sind Tausende von Scouts und Spähern, Lektoren und Agenten Tag für Tag, Jahr für Jahr beschäftigt – ach, ich höre lieber auf, noch weitere Unmöglichkeiten aufzuzählen. Fazit: Wir Literaturübersetzer können NUR in einem funktionierenden arbeitsteiligen Literatur(verwertungs)betrieb unseren Job machen.

    Und so sehr die Verlage auch oft meine Feinde sind, weil sie mich und andere Urheber beschissen behandeln und nur auf Klagedrohungen reagieren, so wenig kann ich mir wünschen, dass sie zugrunde gehen. Allerdings will ich mich auch nicht von ihnen vor den Karren spannen lassen, um das bestehende Urheberrecht zu zementieren und sich vor allen Veränderungen blind und dumm zu stellen.

    Meine Ängste sind nicht akut und unmittelbar – ich glaube auch, dass 1.) das gedruckte Buch noch eine Weile am Leben bleiben und 2.) auch bei eBooks-Käufern das (Un)Rechtsbewusstsein etwas ausgeprägter sein mag – aber tendenziell scheint es mir doch so, dass die späten Neunziger und vor allem die Nullerjahre in punkto “Gratisansprüche” im Netz so viel Bewusstsein verändert haben, dass sich das vielleicht nicht mehr “reparieren” lässt. Was ja auch nicht immer schlecht ist, wenn es ums freiwillige (!) Teilen und gemeinsame idealistische Vorankommen geht. Aber es geht eben auch ums Überleben.

    Comment by Ingo Herzke — 18.05, 2012 @ 22:22

  270. @268
    So, ich gehe also von falschen Grundannahmen aus? Es wird dich nicht verwundern, dass ich exakt diese Problematik dir zuschreibe.

    Nochmal kurz zur Chronologie: Es hat sich absolut zufällig ergeben, dass man im Internet digitalisierbare Produkte herunterladen kann. Zufällig ist man seitens der Musikindustrie von Vinyl auf Cd – von analog auf digital gewechselt und hat diese Entwicklung natürlich nicht voraussehen können. KEINER hat das voraussehen können.
    Aber anstelle einer Vernunft die da sagt “Ups, das kann ja nun so auch nicht in Ordnung sein.”, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein immer selbstverständlicher werdendes Anspruchsdenken, dass aktuell in diesen Konfrontationen und einr Partei gipfelt, die sich diese Thematik zu Nutze macht und so eine erhebliche Masse an Wählern gewinnt. Die gesamte Argumentation hat sich erst im Anschluss an diese zufällige Begebenheit entwickelt und ist alleine aus dem Grund in großen Teilen schon äusserst fragwürdig.

    Natürlich hat das alles ganz primär mit “Preis/Leistung ” zu tun. Das ist wohl das oberste Prinzip einer Konsumgesellschaft ( ich überspitze bewusst, aber es ist für viele Menschen sicherlich eins der wichtigsten)
    Wenn eine qualitativ befriedigende Leistung für umsonst zu haben ist, wird es kein noch so knapp kalkuliertes Produkt schaffen , dagegen zu bestehen. AKTUELL ist die Saugerei zum großen Teil noch illegal und wird häufig deftigst bestraft. Das ist 1. ein wirkungsvolles Hemmnis und untertsützt auch noch in gewisser Weise ein Bewusstsein von Wertigkeit. Sollte sich diese nun ändern und grundsätzlich für den privaten Gebrauch legalisiert werden, wird es auf Dauer keine Chance mehr fpür den Verkauf von Tonträgern geben. In einer Konsumgesellschaft gibt es so viele Angebote, dass man natürlich froh ist, wenn man einige Sachen umsonst bekommen kann, so dass man sich zusätzlich noch andere dDinge leisten kann. DAS ist unser System! Da auf den Altruismus von Konsumenten zu setzen, die ja weiterhin von den Künstlern beliefert werden wollen ist einfach total weltfremd. Klar gibt es Geschichten wie “fair trade”…aber wer zahlt denn freiwillig mehr? Die Masse macht es nicht PUNKT!!

    Hier wären wir dann bei Bernays : Goebbels machte sich Bernays Erkenntnisse übrigens ebenfalls zu Nutze…

    Es ist eben wichtig, selbst zu hinterfragen. Schwarmintelligenz birgt die Gefahr, im Interesse von Leuten zu agieren, deren Absichten man nicht durchschaut. Leute wie google/youtube,facebook und co sind an diesen Diskussionen jedenfalls SEHR interessiert.Und das hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun.
    Deshalb ist es auch wichtig, einfach und nachvollziehbar zu argumentieren

    PS: Ich denke, was ich zu der “Buch-Geschichte” geschrieben habe, diente der Entkräftung deiner Argumentation und zog sogar eine parallele bezüglich die Verkaufszahlen mindernden Kopien. Preislich war seinerzeit Literatur für Priviligierte – deshalb ist der Vergleich mit der heutigen Situation sowieso obsolet.

    Comment by Anonymous — 19.05, 2012 @ 02:49

  271. @269 – Ingo Herzke
    Ich sehe das weniger pessimistisch als Du. Als privater Nutzer habe ich mir schon oft eine Übersetzung von einem bestimmten Buch gewünscht … oder eine spezielle “Anfertigung”. Mangels Angebot natürlich nie erhalten. Ich könnte mir durchaus Portale vorstellen, die eine Verbindung zwischen MyHammer und dem Crowdfunding darstellen. Dass das Crowdfunding noch nicht so effektiv ist wie es sein könnte hat meiner Meinung nach mehrere Ursachen … der geringe Bekanntheitsgrad ist einer davon. Allerdings zeigt das ein oder andere dort realisierte Projekt meiner Meinung nach durchaus erhebliches Potential. Ich sehe jedenfalls keinen qualitativen Unterschied ob ein Übersetzer seine Dienste im Auftrag eines Verwerters oder im Auftrag einer Verbrauchergruppe anbietet. Neben dem Weg das ein Übersetzer ein Werk vorschlägt, könnte er auch auf Vorschlag der Crowd hin tätig werden. Durch den Fortfall des Verwerters sehe ich eher Vorteile hinsichtlich der Produzenten- und Konsumentenrendite, sofern diese den Wegfall des Zwischenhändlers unter sich verteilen. (Der Wegfall des Verwerters würde schliesslich auch nicht die Aufgabe des Urheberrechtes bedeuten.)

    Mein Beispiel hinsichtlich des Buchmarktes sollte auch keine 1:1 Übertragbarkeit implizieren. Es sollte nur aufzeigen, dass das Urheberrecht oder konkreter seine Ausgestaltung durch Verwerter Einkommensverluste für die Autoren bedeutet. Das ist auch heutzutage prinzipiell noch gültig, wo es besonders deutlich am Beispiel von Musikern bei der Gema und der 5% Regelung hervortritt. Die Aufwandsminimierung eines Publishers auf einige wenige erfolgreiche Kreative reduziert deren Kosten zu Lasten der unbekannteren Kreativen bzw zu Lasten jener, die diese Publisher als potentiell weniger erfolgsversprechend beurteilen (Fehlbewertungen inklusive). Genau das entspricht nicht einem freien Markt und stellt für diese Teilnehmer eine erhebliche Marktbarriere dar. Dazu kommt die ungerechte Verteilung des Einkommens aufgrund der Konstruktion des exemplarisch gewählten 5% Verteilungsschlüssels der Gema, der als Schutzwall der ohnehin erfolgreichen Kreativen gegen die Konkurrenz dient und damit die Strukturen des Verwerters und der Marktverteilung festigt.

    Das Internet mit direktem Zugang der Verbraucher stellt da ein optimaleres Modell des Marktes zur Verfügung als die “oligarchische” Struktur einiger weniger Verwerter, die, im durch Eigeninteresse gesteuertem Filtern von Autoren und Kundenwünschen, den Markt an seiner freien Entfaltung behindern.

    Offline-Produkte lassen sich im Übrigen durch Mehrwertaktionen im Vergleich zu digitalen Waren attraktiver machen. Neben zusätzlichen Inhalten (die sich allerdings auch wieder kopieren lassen) sind da optisch besonders schön designte Ausgaben, Sammelfiguren, Poster, Eintrittskarten(vergünstigungen) usw usf denkbar.

    Abschreckend finde ich heutzutage eher die Strategie (oder ist das gar Zufall), wenn ein Verlag bei einer Serie die Höhe eines Buches oder das Design innerhalb der Serie verändert (Ich lege bspw auf Optik im Bücherregal durchaus Wert.) Bei Videos finde ich es furchtbar, wenn nach einer Collector Edition weitere Teile entstehen, wenn nach der Erstausgabe um Wochen versetzt ein Extended Cut erscheint und später dann möglicherweise noch ein Directors Cut, sofern man als potentieller Käufer darüber im unklaren gelassen wird. Ähnliches gilt für Software.

    Dass das Ebook je vergleichbar erfolgreich wird wie mp3 oder mp4 und Co kann ich mir derzeit nicht vorstellen … aber selbstverständlich kann ich mich auch irren.

    Wie dem auch sei. Ich bin mir sicher es wird sich ein Weg finden der Kreative und Konsumenten zufrieden stellen wird. Letztlich denke ich, dass die Problematik auch viel heisser kocht als sie letztlich gegessen wird. Software wird bspw seit etwa 30 Jahren in nicht unerheblicher Weise kopiert. Ich sehe nicht, dass der Markt nicht mehr existent wäre oder Konsumenten insgesamt auf Lösungen verzichten müssten. Das Selbe gilt für den Musikmarkt, der zwar erhebliche Einrüche im CD Verkauf zu verzeichnen hatte (auch da scheint die Talsohle insgesamt durchschritten) dafür aber im Online- und Eventbereich gewachsen ist. (Ich hatte hinsichtlich der mindestens ausgleichenden und bestenfalls gar wachsenden Umsätze bereits einen “schweizerischen” Link gepostet.)

    Comment by U.L. — 19.05, 2012 @ 10:48

  272. @271
    Was bitte ist denn die “Gema 5 % Regelung”?

    Comment by Anonymous — 19.05, 2012 @ 11:26

  273. @270 – Anonymous
    Das oberste Prinzip unserer Konsumgesellschaft ist übrigens nicht das Preis Leistungsverhältnis. Ein Entrepeneur mit einem faktisch deutlich besseren Produkt hat heutzutage auf dem Markt kaum eine Chance, da die Aggregation der Marktmacht einzelner anbietender Marktteilnehmer hinsichtlich der aufgebauten Marktbarrieren durch Kontrolle von Medien, Distributionskanälen und Co seinen erfolgreichen Markteintritt leicht verhindern kann. (Beispiel Betamax oder Video2000 vs VHS) Das oberste Prinzip unserer Überfluss- und Konsumgesellschaft ist die künstliche Erschaffung von Bedürfnissen, die der “Bedürftige” selbst ursprünglich gar nicht empfindet.

    Zufällig hat sich darüberhinaus gar nichts ergeben. Die Verbreitung digitaler Waren wurde durch die Gerätehersteller forciert. Übrigens ohne zugleich ein adäquates Angebot zur Verfügung zu stellen. Im Falle nicht weniger Firmen sind dabei Inhalte- und Geräteanbieter gar auf höherer Konzernebene identisch (Paradebeispiel Sony)!

    Die Funktionsweise eines Computers selbst beruht seit Anbeginn übrigens auf dem Vorgang des Kopierens. (Kopieren von Werten in Register der CPU, Vernküpfung miteinander und zurückschreiben.) Gerade vor dem Hintergrund, das Geräte- und Inhalteanbieter oftmals übereinstimmen ist es völlig unglaubwürdig, dass da irgendjemand überrascht wurde … wie sollte so eine Überraschung aussehen? Huch, die Leute benutzen die Geräte, die wir verkaufen? Sie benutzen die Inhalte, die wir verkaufen? Das war doch alles für den Keller bzw Dachboden zum Einmotten gedacht! Bestenfalls als Türstopper.

    Die selbe Argumentation wie heute wurde bereits bei Einführung des Kasseten- und des Videorekorders angeführt. Wo soll da das Überraschungsmoment liegen?

    Was Bernays betrifft, unsere gesamte Konsumgesellschaft basiert hinsichtlich der Märkte, der Medien und der Politik mittlerweile auf ihm. Die ganze Welt sozusagen. Wie soll es da verwundern, dass auch Goebbels ihn verwendete. Das Böse ist eben auch Bestandteil dieser Welt. Oder war das jetzt der wenig suptile Versuch mit der Nazikeule, nachdem dieser bereits einige Postings zuvor bestritten wurde?

    Hinsichtlich der nach wie vor von Dir behaupteten Verluste kommen wir sicher nicht zueinander. Zumal Deine Argumentation belegt, dass Du meine Links schlicht nicht liest. Ich denke, da ist es an der Zeit auf Posting 262 von Michael zu reagieren und die Diskussion zu verlassen, da sie sich auf diese Weise ohnehin nur im Kreise dreht.

    Comment by U.L. — 19.05, 2012 @ 11:49

  274. @272 – Anonymous
    Letzte Antwort auf einen Anonymous Beitrag.
    Informieren wäre nicht schlecht bei der Teilnahme an einer Diskussion ;-)

    Wie dem auch sei:
    Die Gema bestimmt im Rahmen der Versammlung Ihrer ordentlichen Mitglieder über die Verteilung der Einnahmen und ihre übrigen Satzungsbestandteile. Stimmberechtigt sind jene 5% der Gema-Mitglieder die bestimmte Umsatzergebnisse mit einer bestimmten Kontinuität erwirtschaften. Daraus ergibt sich, dass die stimmberechtigten Gema-Mitglieder aus eigenem Interesse heraus den Verteilungsschlüssel und die Zugangsvoraussetzungen so wählen, dass sie selber diejenigen sind, die von diesem System am meisten profitieren. Die übrigen Gema-Mitglieder, welche die Gema vertritt nagen dafür dann am Hungertuch. Wer hat dem wird gegeben und der Rest muss halt draussen bleiben.

    Ahnlich, wenn auch bei weitem nicht so krass, funktionieren die Systeme der VG Wort und anderer.

    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36909/1.html

    Comment by U.L. — 19.05, 2012 @ 12:03

  275. Was ist mit der Kombination bedingungsloses Grundeinkommen BGE (Existenz gesichert) und Flattr als urdemokratische Internet-Bezahlmethode (Finanzierung).

    Ist doch für Künstler gar nicht schlecht oder?

    Comment by Hartmut B. — 19.05, 2012 @ 12:24

  276. @274

    Bezüglich des “vorab Informierens” : Deswegen empfehle ich ja dringlichst, nicht permanent ÜBER Künstler zu sprechen, sondern MIT Ihnen.

    Das es durchaus Kritikwürdiges bei der Gema gibt, ist doch gar nicht die Frage. Letztlich ist es aber eine freiwillige Entscheidung, dort Mitglied zu sein. Wollt ihr dieses Recht in Frage stellen? Nach deinen Angaben 95 % der Mitglieder entmündigen? Ich würde da mal darüber nachdenken, denn vielleicht entsprechen deine Vorstellungen dann im Detail doch nicht so ganz der Realität.

    Nochmal ganz allgemein zu diesen Überlegungen, alle Stationen zwischen Künstler und Konsument seien verzichtbar: Sind sie selbstverständlich nicht!
    Das zeigt eben, wie wenig Einblick der dies fordernde Konsument in “diese Welt” hat. Der Künstler ist recht regelmäßig eigentlich damit ausgelastet, sich um seine Kunst zu kümmern. Organisation,Finanzierungen,Webemaßnahmen,RECHTEWAHRUNG & KONTROLLE und einiges mehr muss alles erledigt werden. Wer soll das tun?

    Es ist einfach naiv zu glauben, da sitzt einer abends im Keller, macht ein Lied, nimmt das auf CD auf und am nächsten Tag ists auf dem Portal “die neusten Knaller” für alle zu haben. Und wenn es dann tatsächlich viele gut finden, mietet er fürs Wochenende ein Stadion und macht ein Konzert. Malt bis dahin ein paar Plakate und verteilt die, sorgt für Werbung in den Medien.Mietet Transportfahrzeuge,Hotels,Mitmusiker,Musikgerätschaft,Bühnenaufbau,Lichtanlagen,Tontechnik,kümmert sich um Sicherheitsrelevantes,sitzt am Eingang verkauft die selbstgemachten Tickets und macht abends dann nen Strich unter die Abrechnung und trinkt ein Königs-Pilsener.

    Natürlich gibt es im Detail fragwürdige Verteilungsschlüssel der generierten Umsätze. Aber aufgrund dessen das gesamte System auf diese Weise zu “reformieren” führt ins totale NICHTS.

    crowdfunding: Ebenfalls nicht wirklich praktikabel. Bevor man sich dazu entschließt, ein Projekt zu starten, hat man sich damit schon längere Zeit befasst. Wie soll das im Detail denn aussehen? Ein noch unbekannter Künstler stellt auf einer Plattform eine grobe Idee vor und wartet nun, ob sich potenzielle Kunden etwas darunter vorstellen können und beispielsweise diese CD mit Spenden ermöglichen wollen? Dazu muss der Künstler VORAB ja schon eine Menge Leistung erbracht haben, um dann im Nachhinein einfach nicht die Chance zu erhalten, sein Projekt umsetzen zu können? Vermarktungsstrategie und werbewirksames Auftreten würde noch wichtiger werden als bisher schon. “Neues” hat es ja prinzipiell erstmal nicht leicht und das dürfte dadurch zusätzlich erschwert werden. Auch hier bräuchte der ambitionierte Künstler natürlich kostenpflichtige Hilfestellung und Leute, die diese Kommunikation und Organisation übernehmen. Oder macht der das dann auch noch nebenher? Unter küpnstlerischer Freiheit stelle ich mir etwas anderes vor, das Risiko eines “Flops” gerne einkalkuliert.

    Prinzipiell finde ich es ja gut, dass solche Möglichkeiten heutzutage bestehen und es mag auch manchen dienlich sein. Aber daraus ein für alle geltendes System machen zu wollen halte ich für absolut utopisch und grundverkehrt. Man stelle sich mal die Masse der angebotenen Projekte vor. Wie soll denn so viel Geld vorab generiert werden? Wie zufrieden werden die Geldgeber jeweils mit den Ergebnissen sein? Was genau erhaltendie Geldgeber im Gegenzug? Nur die entstandene CD? Erwerben sie dadurch anteilig Rechte, am zusätzlich entstehenden Gewinnen?

    Nein, in meinen Augen sind das in diesen Größenordnungen letztlich einfach nur Hirngespinste.

    Comment by Anonymous — 19.05, 2012 @ 12:41

  277. @273
    Ich diskutiere nicht mit dir, um dich von meiner Meinung zu überzeugen. Es geht mir vielmehr darum, dieser Argumentation etwas entgegenzustellen. Wir befinden uns gerade auf einer wichtigen Schwelle und ich bin keinesfalls damit einverstanden, diese zu übertreten. DESHALB artikuliere ich meine Überzeugung. Aus Erfahrung weiss ich, das beispielsweise Jugendliche sehr leicht dazu zu bewegen sind, ihre bisherige Haltung und Sichtweise zu überdenken, wenn sie eben um Perspektiven bereichert werden. Man kann so eine Sensiblisierung schaffen,ob Dinge grundsätzlich in Ordnung sind oder nicht. teilweise werden eben überhaupt keine Zusammenhänge zwischen Urhebern, anderen Beteiligten und z.B Musik hergestellt. “Da ist eben ein cooles Lied. Die anderen saugen das doch auch. die Plattenfirmen und die Musiker sind sowieso alle superreich. Das merken die doch gar nicht”.

    Und ich sehe es überhaupt nicht ein, diese ganzen Pro-Sauger Argumente unwidersprochen stehen zu lassen. Dadurch wird nämlich ganz simpel massiv das Unrechtsbewusstsein untergraben und ausgehölt.

    Nochmal Preis/Leistung : Es ist DAS Prinzip.
    Vollkommen unabhängig einer “objektiven” Beurteilung der Qualität oder Notwendigkeit des Anteils einer jeweiligen, beliebigen “Leistung” in diesem alles dominierenden Prinzip, subsumiert sich unter diesem Begriff ganz einfach eben all das, was letztlich überhaupt als “Leistung” ANERKANNT wird. Dabei ist es unerheblich, ober der Kunde vorab damit rechnen kann, dass es seit heute Feuer, das Rad, die Glühbirne,Autos, oder Klingeltöne gibt. Der Kunde entscheidet, ob er eine Sache als Leistung anerkennt und dabei spielt der Preis eine ganz wesentliche Rolle. Da brauchts keine weitergehenden Theorien darüber. Worüber du sprichst nennt sich schlicht Vermarktung. Das ist dann Geschäftssinn, eine beliebige “Leistung”, sei sie “objektiv” auch noch so unnütz, mit möglichst hohem Gewinn zu verkaufen.

    Ich widerspreche übrigens nicht dahingehend, dass in der heutigen Zeit wohl mehr denn je “Zeugs” angeboten wird, was sich so vorab keiner wünschen würde. Das ist aber ganz speziell im Bereich Unterhaltungselektronik (inkl.Pc Technik ) der Fall.

    ist aber nach einer gewissen Eingewöhnungsphase auch nicht weiter verwunderlich. man kann davon ausgehen :Da kommt noch mehr!

    Zum Thema:”Die Industrie hat sich selbst ein Ei gelegt”
    Absolute Zustimmung, aber die Ableitung der Konsumentenargumentation ist dadurch nicht gerechtfertigt. Bestehende Möglichkeiten sind keine Zwangsvorgaben. Es lassen sich mit sämtlichen Produkten auch eine Menge legale Dinge anstellen. Man muss hier jetzt nicht das beispiel “Waffen” bringen, oder? Ich muss mich auch mit meinem Porsche an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten….usw

    Cassetten und VHS : Nicht vergleichbar. Es gab nicht die Möglichkeiten so zielgenau, zeitnah und qualitätserhaltend zu kopieren. Deshalb waren die Auswirkungen auch nicht vergleichbar.

    Meine Bemerkung zur Beziehung zwischen Bernays und Goebbels sollte lediglich den im Anschluss angeführten Appel untermauern, selbst nachzudenken. Manipulation der Massen gibt es schon viel länger. “Brot und Spiele”, Kreuzzüge, 30-jähriger Krieg etc. Manipzulation ist ein fester Bestandteil des Lebens.

    Meiner Meinung nach besteht diesbezüglich zur Zeit eine große Gefahr im Netz. Es wird Hysterie entfacht und Propaganda betrieben. Beispiel “acta”: sicher gibts berechtigte Kritik. Allerdings war die Argumentation der Gegner teilweise doch einfach nur recht dümmlich.
    Sehr ähnlich empfinde ich da auch teilweise die pro-Sauger-Fraktion. Was man da nicht schon alles an “Argumenten” hat zur Kenntnis nehmen müssen………

    Comment by Anonymous — 19.05, 2012 @ 13:49

  278. …und bevor jetzt wieder ein überzeugendes ” na, dann geh doch mit deinen gestrigen Ansichten unter. Das Internet lässt sich nicht abschaffen.”

    Abschaffen braucht man es nicht, aber Mißstände lassen sich eingrenzen und durch Haltung auch als solche Wahrnehmen. Aus diesem Grund wird auch an der Straßenverkehrsordnung und an den anderen dicken Gesetzbüchern festgehalten. DAS ist die REALE Welt. Internet ist nur ein Teil davon. Und jetzt mach ich aus und gehe mal an die frische Luft.

    Comment by Anonymous — 19.05, 2012 @ 14:21

  279. “Erschreckend ist für mich zunächst, dass sich intelligente Menschen wie Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Martin Walser oder Charlotte Roche”

    An dieser Stelle musste ich herzlich auflachen.

    Comment by Jan — 19.05, 2012 @ 19:33

  280. Mit dem bedingungsloses Grundeinkommen hätten wir ENDLICH das faire Wirtschaftsmodell das wir schon lange haben sollten, gemäß VWL/BWL Logik.

    Hier sauber nachgewiesen:

    http://www.global-change-2009.com/blog/arbeitsmarktgleichgewicht-in-abhangigkeit-vom-sozialsystem/2010/06/

    Comment by Thomas Sondowski — 22.05, 2012 @ 10:44

  281. Ich habe mal einen Haufen an Argumenten aus verschiedenen Blogs zusammen getragen, die ich für Nebelkerzen halte:

    http://henninghoellein.de/index.php?id=35

    Wer noch weitere findet, bitte melden! :-)

    Comment by Henning Höllein — 22.05, 2012 @ 19:04

  282. @Henning

    vielen Dank für Deine Arbeit. Ich finde Du hast viele Argumente sachlich hinterleuchtet. Dein Blog stellt für mich jedenfalls einen wichtigen Beitrag zum Theam bei.
    Vielen Dank
    Michael Kornrumpf

    Comment by Michael — 23.05, 2012 @ 21:05

  283. Offensichtlich geht es den Unterzeichnern nicht darum, sich gegen einen drohenden Einkommens- oder gar Existenzverlust zu wehren. Darum akzeptieren sie auch keine Kulturflatrate oder ähnliche Vergütungsmodelle.

    Sie stören sich an der Demokratisierung ihres Metiers. Dass jede und jeder Dahergelaufene, ohne Abitur oder sonstige Bildung, lesen kann, und, noch schlimmer, schreiben und verbreiten kann, was immer er mag.

    Der Elfenbeinturm der Literatur wird für sie entweiht, wenn es jedem auf Augenhöhe möglich ist, mitzulesen und mitzuschreiben, ohne durch finanzielle oder physische Beschränkungen auf seine Rolle als Fußvolk der Literatur festgelegt zu bleiben.

    Comment by rolfmueller — 31.05, 2012 @ 18:49

  284. Wo wären unsere lieben Urheber ohne eigene Verletzung des Urheberechtes?

    Musiker: Jeder der einmal ein Musikinstrument lernt, oder gelernt hat (mich eingeschlossen)spielt ersteinmal seine Lieblingsmusik (Filmhits, Rock/Popsongs…) auch vor Verwanten, Bekannten, in der Schule oder auf dem Firmenfest. Und schon bezahlt dafür?

    Komponisten: zu Beginn jeder Karriere verwurstet man Texte und Melodien aus bereits gehörtem. Bis sich irgendwann einmal ein eigener Stil und wirklich unabhängiges Schaffen einstellt vergehen Jahre! Ein guter Lovesong handelt vielleicht vom eigenen verlassen werden, bezahlt man den Expartner für die Idee die durch Ihn/Sie entsteht? Und Schon gezahlt dafür?

    Maler: Das kopieren von Techniken und Werken ist ein Muss um Zeichnen und Malen zu lernen. So sitzt man zu Beginn oft in einer Gallerie und skizziert fröhlich Meisterwerke, malt aus Büchern, Fotokalendern oder man skizziert Bauwerke, Denkmäler… Bezahlt man die Architekten dafür? Viele entwickeln nie einen wirklich eigenen Stil und verwenden ein Leben lang Techniken und Kniffe die nicht aus Ihrem Kopf stammen! Und Schon gezahlt dafür?

    Schriftsteller: Wer viel liest erkennt oft, dass sich Romane, Geschichten… usw gleichen. Wer selber schreibt orientiert sich häufig an selbst erlesenem bzw. erlebten entschädigt man beteiligte personen dafür? Am Ende wandelt man es bewusst oder unbewusst in Gedichte und Geschichten um. Und schon gezahlt dafür?

    So kann man immer weiter machen…
    Liebe Urheber (dazu zähle ich mich auch) wir und unsere Arbeit, unser Können sind das Produkt von Gehörtem, Gelesenem, Gesehenem unsere Kreativität entspringt unseren Erlebnissen und ist somit ein Produkt unserer Umwelt und den Menschen die uns umgeben. Nur mit Denen ist Kreativität möglich und für Diese ist unser Schaffen bestimmt. Ein Künstler MUSS auch von seiner Leistung leben können da gibt es keine Frage und eine umfassende Reform des Urheberrechtes ist dringend nötig. Aber keiner der Urheber darf sich dabei als allumfassend unbescholtenes Opfer hinstellen und mit dem Finger auf diejenigen zeigen für die und durch die ihr Werk überhaupt erst entsteht, in diesem Sinne sind wir alle Uhrheber. Nur eine Diskussion mit der Bereitschaft zu persönlichen Einschnitten und Zugeständnissen dem Anderen gegenüber als Basis kann eine Lösung herbeiführen. Spontanaktionen die am Geist, der Kreativität und der Flexibilität der geistigen Eigentümer zweifeln lassen wie “Wir sind die Urheber” sind ärmlich.

    Comment by hansen — 9.01, 2013 @ 13:14

  285. Gday admiոistratoг, I just wanted to givе уou a
    brief heads up that your Web address: http://www.internet-law.de/2012/05/wir-sind-die-burger.html is being
    flagged as a potentially hɑrmful web site in my internet browser firefox.
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    Comment by china cheap Ravens jerseys — 3.07, 2014 @ 10:09

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