Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

4.9.12

Die GEMA will die Diskussion versachlichen

Die GEMA hat sich gestern per E-Mail an ihre Mitglieder gewandt und darauf hingewiesen wird, dass für den 06.09.12 in verschiedenen Städten GEMA-kritische Demonstrationen angekündigt sind. Dagegen würde die GEMA am liebsten juristisch vorgehen, hat aber erkannt, dass das schwierig werden könnte und formuliert deshalb:

Ein rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen
und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten
Versammlungsrechts nicht möglich.

Dennoch fordert man die Mitglieder auf, aktiv zu werden, um “die Diskussion zu versachlichen”. Wie man sich die Versachlichung der Diskussion vorstellt, wird in einem der E-Mail beigefügten, von der GEMA erstellten Dokument erläutert, in dem “die Tarifreform stichpunktartig plakativ zusammengefasst” worden ist.

Gegen eine derart plakative Versachlichung der Diskussion regt sich erwartungsgemäß Widerstand. Dass es möglicherweise die Darstellung der GEMA ist, die sachlich nicht so ganz richtig ist, wird in der DE:BUG erläutert. Mit Hannes Teichmann hat sich außerdem ein bekannter DJ zu Wort gemeldet, der als angeschriebenes GEMA-Mitglied in Form eines offenen Briefes antwortet.

Warum die von der GEMA nunmehr selbst als plakativ bezeichnete öffentliche Darstellung der Tarifreform eher verfälschend ist, habe ich vor einiger Zeit in einem längeren Blogbeitrag dargestellt. Die geplante Tarifreform wird die meisten Veranstalter, Clubbetreiber und Gastwirte mit deutlich höheren GEMA-Gebühren belasten. Wer die Diskussion versachlichen will, sollte zunächst auf diesen zentralen Aspekt öffentlich hinweisen.

posted by Stadler at 17:29  

4 Kommentare »

  1. Zum Thema empfiehlt sich auch der einschlägige Artikel auf neusprech.org:

    http://neusprech.org/versachlichung/

    Comment by Volker Birk — 5.09, 2012 @ 01:43

  2. So so DJ Hannes Teichmann, der Brief wäre ganz nett wenn er nicht gleich mit der Märchen anfangen würde das Diskoteklen, wegen dem künstlerischen Anspruch nur 7% MWST zahlen sollten.
    Das ichg nicht lache
    Diskotheken sollen noch eine extra Alkohol(Drogen)Steuer zahlen

    Comment by Troll — 5.09, 2012 @ 10:06

  3. Ich versachliche mal:

    SCHAFFT DIESE SCHEISS GEMA AB!

    Comment by Rangar — 5.09, 2012 @ 13:32

  4. allein schon die Tatsache, dass die GEMA bedauert, nicht juristisch gegen die Demos vorgehen zu können, zeigt wes Geistes Brüder diese Leute doch sind – im dritten Reich (die Gema wurde einst von Joseph Goebbels ins Leben gerufen)geboren, und nix dazugelernt!

    Comment by Lars van Core — 5.09, 2012 @ 17:10

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