Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

21.6.11

Gekaufte Links als Mittel zur Suchmaschinenoptimierung?

Lese gerade in dem Blog „Gründerszene“ einen Artikel über „Linkkauf“. Bezahlte Links werden dort als effektives Mittel der Suchmaschinenoptimierung dargestellt, was mit dem Hinweis verbunden ist, dass es in hoch kompetitiven Bereichen fast nicht mehr möglich sei, gute Suchmaschinen-Platzierung zu erreichen, ohne Links zu kaufen. Ein Auseinandersetzung mit den rechtlichen Risiken fehlt leider.

Anfang des Jahres hatte ich über bezahlte Links gebloggt. Auch wenn wir es hier nicht mit dem Fall zu tun haben, dass man sich für einen eigenen Link bezahlen lässt, sondern mit dem umgekehrten Fall, in dem man einen anderen für Links auf das eigene Angebot bezahlt, ändert das an der grundlegenden rechtlichen Bewertung nichts. Solche Links sind grundsätzlich wettbewerbswidrig, wenn sie nicht deutlich als Werbung gekennzeichnet werden. Der Rechtsverstoß wird von beiden Partnern dieses Linking-Vertrags begangen. Wenn der Link aus einem redaktionell gestalteten Beitrag heraus gesetzt wird, liegt ein Verstoß gegen das Trennungsgebot des Rundfunkstaatsvertrags vor. Bezahlte Links sind also zumindest in verdeckter Form rechtlich nicht zulässig.

posted by Stadler at 22:04  

6 Comments »

  1. Dass auch manche der „kleine Blogger“ sich manchmal solcher Techniken bedienen, sprich bereit sind, für Geld solche Links zu setzen, hat „Bloggergate“ vor ein paar Monaten bewiesen. Siehe dazu den oben verlinkten Artikel oder hier:

    http://netz10.de/2011/01/31/bloggergate/

    Aber die Zeiten, in denen Schleichwerbung als „Schleichwerbung“ be-tituliert wurde, sind offenbar vorbei. Willkommen im Zeitalter des „Product Placement“

    Comment by linuxnetzer — 21.06, 2011 @ 23:11

  2. Also abgesehen davon, daß ich die fragwürdigen Machenschaften von Lokalpolitikern, die in Rundfunkstaatsverträgen münden, eh in Frage stelle und die Anwendbarkeit aufs Internet ebenso (Gott behüte, daß sich die Seuche Rundfunkstaatsvertrag ins Internet verirrt, abgesehen davon will ich sehen, wie man damit jemanden belangen will, der eine Nicht-DE-Domain besitzt) – sehe ich für private Blogs auch keinen unmittelbaren Zwang zur strikten Trennung zwischen „journalistischem“ Inhalt und Werbung in welcher Form auch immer (bei Nicht-privat-geführten Blogs ist das natürlich etwas anderes) aber – was ich eigentlich sagen will – Linkfarms stinken, Linktausch stinkt und bezahlte Linkfarmen stinken auch. Aber Google arbeitet ja an dem Problem und die, welche meinen, man könne nur mit Linkfarmen ein gutes Ranking erreichen, waren auch vor 10 Jahren schon der Zeit hinterher und haben damals ähnlich abstruse Geschäftsmodelle betrieben.

    Willst du in Google vorne stehen und auch bleiben UND deinen Besuchern im Gedächtnis bleiben, liefere Content.

    Und notfalls gibts ja noch „$search -ebay -deppenportal -nutzloselinkfarm -blödermist“ etc. :)

    gruß

    Comment by Frank Schenk — 22.06, 2011 @ 11:32

  3. Ich vergaß zu erwähnen, daß Werbung generell stinkt. Leider gibts noch kein Adblock fürs TV. :)

    Comment by Frank Schenk — 22.06, 2011 @ 11:34

  4. Ich denke wer guten Content bietet wird so oder so verlinkt. Jetzt mal Rechtsfrage hin oder her, wenn der Link nicht zum Thema passt, klickt sowieso keiner drauf. Und das Ranking verbessert sich schneller,wenn der Link zum eigenen Thema passt. Ich gehe mal davon aus, dass jeder der auch in Zukunft noch gute Platzierungen haben will, die Links lieber auf normale Weise aufbaut.

    Comment by Sven Schindler — 22.06, 2011 @ 16:45

  5. @Sven Schindler

    Das entspricht aber leider nicht der Realität, besonders in Deutschland nicht. Hier wird so gut wie gar nicht freiwillig gelinkt.

    Comment by Karl — 23.06, 2011 @ 10:47

  6. @Sven Schindler
    Das wär toll wenn es so wäre das guter Content dazu führt im Ranking zu steigen. So würde man nicht immer auf Seiten gelenkt werden die nicht wirklich viel mit der eigendlichen Suche zu tun haben.

    Comment by Marcel S. — 27.06, 2011 @ 14:38

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