Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

19.10.15

„Ach, Du bist der Anzugtyp“

Was passieren kann, wenn man als Anwalt mal den Anzug gegen Jeans und Hoodie austauscht – schließlich läuft doch niemand 24 Stunden lang im Blaumann rum – habe ich kürzlich im Anschluss an eine Veranstaltung erlebt, auf der ich einen Vortrag gehalten habe.

Fragt mich doch eine Teilnehmerin beim Abendessen, ob ich tagsüber denn auch dagewesen sei. Meine Antwort:

Na klar, ich war der Typ der diesen juristischen Vortrag gehalten hat.

Ihre Reaktion:

Ach, Du bist der Anzugtyp.

Tja, Kleider machen Leute. Immer noch.

posted by Stadler at 09:14  

7 Comments »

  1. Es ist eher fraglich ob „Anzugtyp“ ein Lob ist. Zumindest in meinem Bekanntenkreis (Uni, Informatik) ist das eher eine Beleidigung. Anzugbesuch bedeutet normalerweise, da kommen ein paar Typen in Anzügen, die sich für furchtbar wichtig halten aber keine Ahnung haben.

    Comment by A. Nonymous — 19.10, 2015 @ 10:12

  2. @ A.: Haha, ich glaube auch nicht, dass es als Schmeichelei rüberkam
    @Thomas: Auf jeden Fall hast du jetzt eine gute Anekdote für alle Vorträge vor „Nicht-Anzug-Typen“ :)

    Comment by Nils — 19.10, 2015 @ 11:29

  3. …und wenn man dann nicht glänzt bei seinem Vortrag, dann sagen die Leute, „der Typ konnte sich ja nicht mal einen Anzug leisten/anziehen, wer heutzutage alles so eingeladen wird…

    Menschen sind immer auf Äußerlichkeiten fixiert, weil sie auch nur Tiere sind.

    Comment by Efren — 21.10, 2015 @ 18:53

  4. Ps. Hunde schauen nicht auf Äußerlichkeiten, weder bei Mensch noch Hunden. Sie sind daher als klüger und fortschrittlicher zu erachten, als die vermeintliche Krone der Schöpfung.

    Comment by Efren — 21.10, 2015 @ 20:03

  5. Ja Vorurteile (egal ob in positive oder negative Richtung) gibt es immer wieder. Mir helfen sie, diejenigen Leute die sie äußern, schneller zu kategorisieren, nämliche Marke „oberflächlich und nicht in der Lage zu differenzieren“…

    Comment by Rudolf Mentär — 26.10, 2015 @ 14:15

  6. Sowohl die „Anzugs-“ als auch die „Nicht-Anzugs-„typen achten stark auf Äußerlichkeiten. Letztlich werden sowohl Hoodie & co wie auch Anzug & co. als Uniformierungen, als Abgrenzung verstanden.

    Und in derselben Oberflächlichkeit, in der Anzugstypen den Hoodietypen nicht ernst nimmt, nimmt der Hoodietyp auch den Anzugstypen nicht für voll.

    Auf gewisse Weise schön, dass beide Seiten gleich bekloppt sind, erwiesen spätestens dadurch, dass diese seltsamen Wer-Hoodietypen existieren, die bei Vollmond den Anzug ablegen und zu Hoodietypen werden.

    Comment by Leser — 28.10, 2015 @ 13:06

  7. Ab einem gewissen Alter wird man ganz entspannt. Es interessiert einen nicht mehr, was andere Menschen meinen oder denken. Was mich betrifft, so habe ich immer Jeans getragen, trage sie und werde sie tragen, bis ich tot bin. Sie sind einfach bequem. Er läuft sich gut, es sieht gut aus und stirbt sich gut in Jeans. 1000 Mal gewaschen, sitzt immer noch. Billig. Mehr als 30 Euro gebe ich nicht aus pro Hose. Passt und hat Luft. Markenjeans? Nein, danke. Meine Marke ist mein Hintern.

    Comment by Efren — 28.10, 2015 @ 14:17

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