Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

12.2.13

Brüderle geht gegen Seitensprungportal vor

Das Seitensprungportal „Ashley Madison“ hat in Berlin mit einem großflächigen Plakat geworben, auf dem Rainer Brüderle abgebildet war. Das Plakat trug die Überschrift „Diskreter und anonymer als jede Hotelbar„. Hierüber haben verschiedenste Medien vor einigen Tagen berichtet.

Brüderle ist mittlerweile juristisch dagegen vorgegangen, wie die B.Z. berichtet. Das Plakat wurde vorzeitig abgehängt und die Agentur hat zudem offenbar eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Es gibt zwar Entscheidungen des BGH, nach denen Prominente (Ernst August, Oskar Lafontaine, Dieter Bohlen) es dulden müssen, dass man ihr Bild zu Werbezwecken benutzt, wenn dadurch Fragen von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse aufgegriffen werden. Ob dies allerdings auch dann gilt, wenn die Privatsphäre betroffen ist und zudem eine Assoziation zu einem Seitensprung geweckt wird, um den es in der Sexismus-Debatte nicht geht, erscheint mir dann doch fraglich. Das wird man letztlich auch bei Ashley Madison so gesehen haben.

posted by Stadler at 09:45  

4 Comments »

  1. Wieso? Ziel erreicht.
    Sogar hier wird das Portal zweimal wörtlich genannt. Werbeeffekt erreicht.

    Comment by L3v3l — 12.02, 2013 @ 09:48

  2. Ja, so wies aussieht, Frechheit Siegt.

    Ich finde das Plakat lustig, weil es Satiere ist (würde in die Titanic passen), als Werbung ist es so aber ein no go.
    Im übrigen finde ich das Werbung mittlerweile schon viel zu weit geht. Wie stark darf man denn den Kunden belügen?
    Bsp. Handynacktscanner (der ja technisch gar nicht funktionieren kann), Nahrung…mit dem besten aus Milch usw.

    Comment by Troll — 12.02, 2013 @ 10:17

  3. Naja der Brüderle wird gegen sowas wohl kaum vorgehen, weil er der Meinung ist alles sei erlaubt? Aber vielleicht glaubt er wirklich sexuelle Belästigung wäre voll cool, aber sein Foto benutzen voll der Missbrauch? ;-)

    Comment by TP — 13.02, 2013 @ 11:59

  4. Zumindestens kann sich unser kleiner Liebling erstklassige Anwälte leisten.

    Davon können andere nur träumen.

    Hicks. Huch, Verzeihung.

    Comment by Rudolf — 13.02, 2013 @ 20:11

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