Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

27.7.12

Die Social Media Guidelines des IOC

Weil es gerade so gut passt, habe ich mir anstelle der olympischen Eröffnungsfeier einen Blick auf die eher merkwürdigen Social Media Blogging And Internet Guidelines des IOC gegönnt.

Das IOC betont zwar, dass es Athleten und andere für die Olympischen Spiele akkreditierten Personen ermutigen möchte zu bloggen, twittern und online zu kommentieren, aber bitte nicht über die Spiele. Denn derartige Postings und Tweets sind nach den Vorgaben des IOC in der ersten Person zu formulieren, dürfen nicht journalistisch gehalten sein und vor allen Dingen darf nicht über die Wettkämpfe berichtet oder die Aktivitäten anderer Olympioniken kommentiert werden. Man fragt sich unweigerlich, worüber so ein Olympiateilnehmer denn dann eigentlich bloggen oder twittern soll?

Diese Social Media Guidelines sind nicht nur peinlich, sondern schränken auch die Meinungskundgabe der Athleten in unzumutbarer Weise ein. Die großen Sportverbände wie IOC und FIFA zeichnen sich eben nicht gerade durch demokratische Traditionen aus.

posted by Stadler at 22:40  

9 Kommentare »

  1. Das dient sicher nur dem Kasse machen, weil die Rechte an den Berichten über die Spiele teuer verkauft werden.

    Sportler die kostenlos berichten, spucken den Bonzen quasi in die Suppe.

    Comment by Frank — 27.07, 2012 @ 22:56

  2. Aber wehe, einer der Sportler verlinkt dabei übelmeinend auf die Seite der Spiele, gell? Da war doch auch was…

    Comment by Johannes — 28.07, 2012 @ 00:17

  3. Sehe nur ich das offensichtliche Scheunentor in den Richtlinien? Jeder Teilnehmer oder sonstige Akkreditierte darf frei per Telefon mit einem Dritten sprechen, der das dann twittert, bloggt oder vielleicht sogar kommerzialisiert. Oder soll sowas unter privat und vertraulich fallen?

    Comment by Ein Mensch — 28.07, 2012 @ 00:38

  4. Ist doch klar, worüber… Über so spannende Dinge wie “ich war gerade auf’m Klo.” oder ” ich habe gerade Pizza gegessen.” ;-)

    Comment by Anonymus — 28.07, 2012 @ 02:00

  5. Pizza geht garnicht. Wegen McDonalds. Burger und Pommes, bitte.

    Comment by keine — 28.07, 2012 @ 08:22

  6. Zitat: Man fragt sich unweigerlich, worüber so ein Olympiateilnehmer denn dann eigentlich bloggen oder twittern soll?

    Beispielsweise über die fantastischen Eigenschaften seiner neuen Nike-Schuhe.

    Comment by SC — 28.07, 2012 @ 10:49

  7. Ich schaue und werde kein Olympia anschauen. Auch die Ergebnisse sind mir egal.
    Das ist nur noch Kommerz.

    Comment by Troll — 28.07, 2012 @ 11:10

  8. Ich will das IOC nicht in Schutz nehmen, aber es geht nicht nur ums Geld, Frank. Die Aufregung gerade in der Internetgemeinde wäre sehr groß, wenn ein Sportler sich auch nur milde abfällig über einen Konkurrenten äußerte. Oder Dinge eher privater Natur über Mitsportler ausplauderte. Oder gar rassistisch würde.

    Comment by Dierk — 28.07, 2012 @ 12:39

  9. @8. Dierk
    So wie Herr Stadler es geschrieben hat, geht es in erster Linie um journalistische Berichterstattung, also das was man in Zeitungen lesen kann, im Fernsehen sieht oder im Radio hört.
    Häme, Abfälligkeiten, Spott und Rassismus fallen nicht darunter.Die dürfen die Sportler also als freie Meinungsäusserung auf einer Verantwortung tun.
    Es geht also doch nur ums Geld.

    Comment by Frank — 30.07, 2012 @ 23:07

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