Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

21.1.11

Musikindustrie hat Angst vor neuer Top-Level-Domain

Die Musikindustrie kämpft weiterhin gegen das Internet, anstatt zu versuchen, die Chancen zu nutzen, die es bietet. Jüngstes Beispiel ist ein Streit von 15 Verbänden der Musikindustrie mit der ICANN.

Die Lobbyisten scheinen Angst vor der Einführung der geplanten Top-Level-Domain .music zu haben. Die Industrie befürchtet, dass die neue TLD die Gefahr von Urheberrechts- und Markenrechtsverletzungen erhöht und hat diese Bedenken in einem Brief an die ICANN zum Ausdruck gebracht. Eine Annahme, die ich in etwa so abwegig halte, wie die jahrelang von der Musikindustrie geäußerte These, dass man über das Netz keine Musik verkaufen kann.

Das Beispiel zeigt deutlich, dass die Musikindustrie nach wie vor nichts gelernt und wenig verstanden hat.

posted by Stadler at 11:18  

5 Kommentare »

  1. Passend dazu:
    2,6 Millionen durch die MI in Deutschland abgefragte IP-Adressen in 2010 :-/

    Comment by Stefan — 21.01, 2011 @ 11:24

  2. Tja, “aber” dafür hat man ja wenigstens in D die Abmahnanwälte. Die holen da einiges schon wieder raus. *kopfschüttel*
    Wenn man so manche Anzeige auf Internetseiten oder Zeitschriften liest, könnte man meinen, diese rüsten auf. Würde dann mit einigen Schätzungen übereinstimmen, wonach ein Zuwachs von 30% für 2011 erwartet wird. Den Link auf die Statistik 2010 hatten Sie ja schon mitgeteilt.

    Comment by anwalt-in-mol.de — 21.01, 2011 @ 13:07

  3. Ich frag mich was die habe, die _verkaufen_ doch mittlerweile fast 1/3 ihrer Titel im Internet. Trotzdem wird dem Kunden immer noch unterstellt, default unterstellt, er währe ein Straftäter.
    Die Musikindustrie scheint sich seit Jahrzehnten eine Blase aufgepustet zu haben, die endlich mal zum platzen gebracht werden muss.
    Künstler und Musiker sollten die Chance des WWW wahrnehmen und sich selbst vermarkten. Nine Inch Nails machen es vor.

    Comment by Simon — 21.01, 2011 @ 21:07

  4. Ich denke, dass es hier um mehr geht. Die Musikindustrie muss sich in einem Internet positionieren, welches es den Künstlern auch erlaubt selbst zu verkaufen, direkt an ihre Fans. Damit wäre die Einkommensgrundlage der MI praktisch über Nacht vernichtet.

    Genau deshalb muss die MI einen Mehrwehrt bieten gegenüber dem Direktvertrieb. Also bietet sie Lobbyarbeit und profiliert sich als unermüdliche Bekämpfer von illegalen Downloads.

    Es ist wie immer: die Welt verändert sich und ein altes (ehemals sehr erfolgreiches) Vertriebsmodell muss sich anpassen oder untergehen. Die Verkaufsschlager ist eben nicht mehr “wir vertreiben deine Musik und sammeln das Geld für dich ein” sondern “wir schützen unsere (ähem, wir meinen natürlich deine) Rechte an unserer (ähem, wir meinen natürlich deiner) Musik”.

    Wir werden abwarten müssen ob die MI so überlebt oder nicht.

    Comment by Theoretiker — 22.01, 2011 @ 00:25

  5. Die Musikindustrie wird darum nicht überleben, weil sie sich auf eine schmale Geschmacks-Spur begrenzt hat. Andere Richtungen werden ausgeblendet. Und selbst diese Titel können nur noch in wenigen verbliebenen Läden angeboten werden. Also wird die Bezugsquelle der Händler im Netz sein und da brauche man keine großen Label mehr. Dadurch ergibt sich aber auch eine Unverkäuflichkeit unbekannter Titel / Namen. Der Kunde von morgen sucht nach seinem Liebling der ihm noch geläufig ist und darüberhinaus ist alles ein Zufall und alles selten ein Geschäft. music-Domain hin oder her.

    Comment by Jo — 23.01, 2011 @ 19:20

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