Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

28.4.10

Instrumentalisiert die Musikindustrie Kinderpornografie?

Die Rechteindustrie unterstützt die europaweiten Vorhaben, Kinderpornografie im Internet durch providerseitige Access-Blockaden zu bekämpfen gerade deshalb, weil sie sich davon die Etablierung einer Sperrinfrakstruktur erhofft, die anschließend auch für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen genutzt werden kann. Dieser Zusammenhang ist nicht neu und wird von Sperrgegnern immer wieder ins Feld geführt.

Neu ist allenfalls die Information, dass ein Vertreter der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) diese Zusammenhänge und die Intension der Musikindustrie vor einigen Jahren ganz freimütig auf einem Kongress dargestellt hat, wovon der schwedische EU-Abgeordnete Engström in seinem Blog berichtet. Eine interessante Lektüre, der die Absurdität des politischen Lobbyismus verdeutlicht.

posted by Stadler at 10:40  

4 Kommentare »

  1. Der Zusammenhang lag von Anfang an auf der Hand. Aber dass das vorher auch noch offen angekündigt wurde… unfassbar.

    Es scheint wirklich einfach zu sein, Politiker zu übertölpeln.

    “Ich werde Sie gleich erschlagen. Bitte nehmen Sie Ihren Helm ab.”

    Hoffentlich greifen die Massenmedien auf, dass Herr Johann Schlüter Kinderpornografie großartig findet. Dem Stil der bisherigen Argumentation bspw. der CDU/CSU (Tenor “Sperrgegner sind KiPo-Fans”) wäre eine derartige Darstellung angemessen.

    Comment by Zweifler — 28.04, 2010 @ 16:38

  2. Es sind sicher noch mehrere Gruppen die daran interesse haben… youporn ist doch den deutschen Pornoproduzenten ein Dorn im Auge.. da kommt doch denen die schwammige Definition von Kinderpornos durch die EU nur recht…

    Comment by Christian — 28.04, 2010 @ 21:06

  3. Bereits im Jahre 2006 machte sich die IFPI Gedanken über die Themen:
    – “content filtering”
    – “protocol blocking”
    – “blocking access”

    Zum nachlesen, geleakt bei eff.org (*.pdf): http://www.eff.org/files/filenode/effeurope/ifpi_filtering_memo.pdf

    ——————————————-

    Daß beispielsweise der Bruder von der Zensursula Präsident des Medienkonzerns Modern Times Group ist, ist weder ein Geheimnis noch eine “Verschwörungstheorie” (so werden in letzter Zeit leider auffallend vorschnell Fakten bezeichnet), sondern Fakt. Übrigens ist dieser Medienkonzern an der Börse in Schweden notiert.

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    Als Kölner kann ich ja noch ganz gut mit Klüngel umgehen. Das schlimmste ist fü mich allerdings, daß es scheinbar (!) und meiner ganz persönlichen Meinung nach (!) genügend willige Richter gibt die diesen Demokratieabbau auch noch unterstützen und somit im Grunde ihr Gewissen verkaufen!
    Es gibt einfach zu viele Pro-Medienbranchen-Urteile, die weder mit dem gesunden Menschenverstand noch mit der Faktenlage nachzuvollziehen sind. Siehe beispielsweise die Entscheidungen bzgl. §101 UrhG. In meinen Augen nicht nur eine Farce, sondern auch ein Justizskandal der seinesgleichen sucht!

    Comment by Baxter — 29.04, 2010 @ 19:52

  4. cecilia malmstr

    Comment by paul — 29.04, 2010 @ 23:41

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