Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

22.3.10

Sollte Ihr Rat mehr als 20 EUR kosten…

… bitte ich diese E-Mail nicht weiter zu beachten, lautet der Text einer Anfrage die unsere Kanzlei heute erreichte.

Das ist allerdings immer noch besser als die regelmäßigen Bitten um kostenlose Rechtsberatung. Ich habe mir vor diesem Hintergrund schon öfter überlegt, ob ich meinen Friseur auch mal fragen sollte, ob er mir die Haare gratis schneiden kann.

posted by Stadler at 17:48  

14 Comments »

  1. Auch als gelernter Jurist sollte man wissen, dass es unvermeidliche Ausgaben gibt (Bier, Korn, Zigaretten, Fußball…) und doofe Ausgaben (Frisör, Tankwart, Taxi…) ;-)

    Comment by Anonymous — 22.03, 2010 @ 18:46

  2. Bieten Sie Ihren Mandanten doch kostenlose Beratung an, wenn diese Ihnen während dessen die Haare machen.
    Womöglich kommen da recht interessante Ergebnisse bei heraus.

    Comment by Anonymous — 22.03, 2010 @ 19:48

  3. Ich persönlich denke es kommt auf den Umfang an.. gelegentlich biete ich meine Dienstleistung auch mal über den bezahlten Bereich hinaus an.. allerdings hat es Grenzen.. vorallen hängt es auch von der Person bzw. Instition ab… Weil ausnutzen lasse ich mich auch nicht…

    Comment by Anonymous — 22.03, 2010 @ 20:40

  4. Was der Friseur gar sagen würde, wenn man ihm ein Erfolgshonorar anböte? :-)

    Comment by Jürgen — 22.03, 2010 @ 21:28

  5. Wer das kostenlose Anbieten und Herunterladen von Werken anderer verteidigt wird doch noch Zeit für eine kostenlose Beratzung haben….

    Comment by Anonymous — 22.03, 2010 @ 22:03

  6. Rrrrichtig, Anonym 4.

    Man sollte sich umgehend am Beispiel gewisser Kanzleien orientieren die für keine Arbeit Millionen an Rechtsanwaltskosten geltend machen.

    diese beraten Ihre Mandanten ja auch für umsonst.

    Comment by Shual — 23.03, 2010 @ 07:10

  7. Das mit dem "Nicht kostenlos arbeiten" sollte ich mir merken. Ich und meine Kollegen arbeiten täglich 10-12 Stunden. Sowie bis zu 16 Stunden am Wochenende. Warum? Weil der Chef das so will.

    Meine Tante arbeitet als Bereichsleiterin bei Netto und dort das gleiche Spiel.

    Natürlich sind das alles unbezahlte Überstunden, ohne Möglichkeit diese abzubauen. Alles "freiwillig", damit es rechtlich keine Probleme gibt.

    Wirst du längere Zeit krank, wirst du gekündigt. Wirst du schwanger, wirst du gekündigt. Bestehst du auf deinem Arbeitsvertrag, wirst du gekündigt. Machst du keine "freiwilligen" Überstunden, wirst du gekündigt. Willst du in die Gewerkschaft oder forderst gar einen Betriebsrat, kannst du gehen.

    Von den IT-Leuten wird grundsätzlich erwartet, dass die Beratung kostenlos ist. Ferner wird erwartet, dass Korrekturen kostenlos sind. Auch die Auslieferung soll kostenlos sein und der Support, zumindest in der Einführungsphase, auch.

    Der Support sieht dann so aus, dass ein Kollege unbezahlt in seiner Freizeit nach Feierabend und am Wochenende mit einem Handy auf Abruf bereitstehen muss.

    Das ist die Realität.
    Warum sollte es also einem Rechtsanwalt besser gehen als dem Rest der Welt? Studiert haben wir schließlich auch und arbeiten trotzdem ohne Geld. Jeden Tag.
    Was dachtet ihr denn, wo das Wirtschaftswachstum herkommt bei einem eigentlich gesättigten Markt bei dem sich der Umsatz nicht ewig steigern lässt?

    Comment by Tom — 23.03, 2010 @ 11:30

  8. Für arme Menschen sollte man grundsätzlich kostenlos arbeiten.
    Wäre man selber arm, so würde man sich wünschen, dass jemand auf sein Lohn verzichte..

    Comment by Anonymous — 23.03, 2010 @ 11:43

  9. Der Frisör muss immerhin zur Schere greifen, schneiden, Haare wegfegen und auch noch mit Ihnen reden.

    u.U. müssen Sie gar nicht wirklich arbeiten (jaja das Studium) und einfach ein Teil des Ihres Wissens ausplaudern.
    Für arme Menschen sollte das schon drin sein.

    Comment by Anonymous — 23.03, 2010 @ 11:53

  10. Wer definiert arm, d.h. wann ist jemand arm? Ist Armut an einer Mail erkennbar? Sollte Herr Stadler also alleine aufgrund einer solchen Behauptung in einer e-Mail Rechtsberatung leisten? Nein!

    Wer für seine Dienstleistungen kein Geld nimmt, überlebt als Einzelanwalt nicht lange. Und dass in größeren Kanzleien ohnehin nicht für lau geschuftet wird, ist eine Selbstverständlichkeit.

    Für günstige Rechtsberatung gibt es auch noch die Verbraucherzentralen.

    Ansonsten gilt: In Deutschland wird für Dienstleistungen Geld bezahlt und dabei sollte es auch bleiben.

    Comment by Duke — 23.03, 2010 @ 13:46

  11. Für "Arme" kostenlos arbeiten? Nein. Ob man als RA bereit ist für die lächerlichen paar EUR Beratungshilfe zu arbeiten ist eine Sache aber kostenlos ist eine andere Sache.

    Wer sich noch nicht einmal die Arbeit macht, sich einen Beratungshilfeschein zu besorgen, ist entweder nicht arm oder hat es jedenfalls nicht anders verdient.

    Wer von mir eine ernsthafte Leistung will, sollte auch ernsthaft bezahlen oder sich wenigstens die Mühe machen und einen Beratungshilfeschein einholen.

    Comment by RA Neldner — 23.03, 2010 @ 14:06

  12. Man sollte hier schon etwas differenzieren und wegen einiger mails nicht die Existenz des Berufstandes bedroht sehen. Ich sehe auch nirgendwo im Ausgangspost einen Bezug auf "Arme". Ich gehe aus eigener Erfahrung davon aus, dass Arme eher fragen was eine anwaltliche Rechtsdienstleistung kostet und die Masse an solchen mails von normal bis gut betuchten Zeitgenossen stammt.

    Einem Rechtsanwalt, der eine solche Frage unbeantwortet läßt ist überhaupt nichts vorzuwerfen.

    Andererseits ist zu berücksichtigen, dass am Beispiel RA Stadler – Kornmeier-Affaire durchaus zurecht der Rechtsanwalt von heute die Netzstrukturen gerne nutzt. Man (erfahrene Menschen) attestiert ihm hier aber keine Absicht der Erschließung neuer Märkte, sondern ein ehrliches Interesse am Thema, obschon die Gleichung "Mehr Bekanntheit = Mehr Mandate" ein von Allen erwünschtes Nebenprodukt ist. die restlichen Nebenprodukte… Abmahnungen und EV-Anträge durch Kollegen, gesteigerte anzahl an "Kostenlos"-Anfragen, seltsame Blogeinträge, öffentliche Vorwürfe einer falschen Rechtsberatung, …

    darauf muß man sich nun mal als Rechtsanwalt einstellen, wenn man solche Wege einschlägt.

    Comment by Shual — 23.03, 2010 @ 14:54

  13. @ Anonym @ 23. März 2010 11:53

    Dass man bei einer Rechtsberatung grundsätzlich "nicht wirklich arbeitet" stimmt so nicht…
    Ok, eine kleine Frage die man in 3 Minuten beantworten kann , ist vielleicht noch keine "große Arbeit"… Aber wenn man erstmal den ganzen Sachverhalt sich anhören muss und dann eine Entscheidung treffen muss ist es Arbeit.. und nicht nur einfach "Wissen" ausplaudern…

    Comment by Anonymous — 23.03, 2010 @ 16:02

  14. Die klassische "Beratung" wäre doch eine Antwort auf die Frage: "Lohnt es sich die Sache zu verfolgen?".

    Ich denke dies gehört ganz normal zum Anbahnen eines Geschäftsverhältnisses. Das muss einfach drin sein – natürlich kostenlos. Ich möchte denjenigen sehen der es akzeptierte, wenn jemand sagt: "Bevor ich ihnen sage ob sie einen Kostenvoranschlag bekommen, hätte ich gern erst mal 50 Euro dafür, dass ich darüber nachdenke". Klingt albern? Ist es auch.

    Comment by Tom — 23.03, 2010 @ 21:42

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