Internet-Law

Onlinerecht und Bürgerrechte 2.0

26.1.10

Musterland Bayern: Startschuss für sauberes Internet

Bayern ist erneut ganz vorne und gibt deshalb den Startschuss für ein sauberes Internet an bayerischen Schulen. Innenminister Herrman spricht von einem großartigen Filterkonzept, das er sich freilich ein bisschen so vorstellt, wie Klein-Fritzchen das wohl auch tut. Muss man an Schulen tatsächlich soziale Netzwerke sperren oder ist der Umgang mit Facebook und schülerVZ nicht eher Bestandteil der Medienkompetenz die Schulen vermitteln sollten?

posted by Stadler at 22:44  

1 Kommentar »

  1. Musterland Bayern? Ooooh, irgendwo musser ja … *querles* …

    "…einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz …" blabla … uninteressant, ich suche was anderes … "Schulfilter" … "Vorbild" … na? Wo isser denn? "einen umfassenden Schutz vor gefährlichen Inhalten", nein, das isses auch nicht … AAAAAAH! Da!

    Innenminister Herrmann betonte die Chancen des Internets, warnte aber auch vor den Gefahren und Risiken. Der Innenminister betonte, dass jugendgefährdende Inhalte in Schulen nicht verbreitet werden und im Internet allgemein "keine rechtsfreien Räume entstehen dürfen".

    Und ich hatte schon Sorge, dass die CSU den täglichen rechtsfreien Raum vergessen hat. Puh. Gerade nochmal gutgegangen.

    Comment by Anonymous — 27.01, 2010 @ 02:58

  2. Welche Schule hat denn noch soziale Netzwerke offen? Bisher hat jede Schule von der ich gehört habe, diese Netzwerke gesperrt, damit überhaupt der Unterricht geregelt stattfinden kann. Da kommt der Innenminister reichlich spät.

    Comment by Smirne76 — 27.01, 2010 @ 06:57

  3. Die Lehrer sollten sich möglicherweise anpassen und statt klassischem Unterricht den Stoff einfach 'twittern'.

    Comment by Anonymous — 27.01, 2010 @ 10:42

  4. Wenn ich schon höre bzw. lese "Sauberes Internet", dann weiß ich schon alles.
    Habe die zugehörigen Beiträge angeschaut und gelesen und muss feststellen, dass die Politiker Dinge regeln wollen, die sie sich selbst aus den Fingern saugen und über die die Kids schmunzelnd hinweggehen, weil die Kids mittlerweile mehr über das Netz kommunizieren und sich informieren, als sich die Politiker vorstellen können.
    In der Schule wird dann jener der Platzhirsch sein, der nicht über das Schulnetz surft, sondern einen eigenen UMTS-Stick ohne Filter hat.

    Comment by Anonymous — 27.01, 2010 @ 12:39

  5. Anstatt Zeit mit den kids zu verbringen, um ihnen einen sinnvollen Umgang mit dem Internet beizubringen und sie auf dessen Tücken vorzubereiten, installiert man eine Filter-Software die "TIME for kids Jugendschutzpaket" heisst!

    Realsatire, wie sie besser nicht geht!

    Was kommt als nächstes?
    Ein Laufstall mit eingebautem Fernseher verkauft als "Liebevolle Erziehung"?

    Comment by Anonymous — 27.01, 2010 @ 12:41

  6. Anstatt auf die Überschrift "Musterland Bayern" mit reflexartiger Ablehnung zu reagieren, sollten wir schauen, worum es bei dieser Initiative geht. Wenn es wirklich nur um Verbote von bestimmten Inhalten geht, dann wäre das in der Tat für die Medienkompetenz der jetzigen Schülergeneration kontraproduktiv. Anderseits wäre ein Zulassen von Internetnutzung in kontrollierter Form eine Möglichkeit, eine gewisse selbstständige Medienkompetenz viel früher anzubieten. Ich lasse Grundschulkinder nicht ohne Aufsicht allein in der Innenstadt, aber wenn sie nie allein oder zu zweit erste Wege erkunden dürfen, lernen sie ihre Umwelt nie kennen.

    Die technischen Vorgaben des Projekts lassen alle Möglichkeiten offen.
    http://www.schulfilterplus.de/index.php?action=webfilter

    Für Grundschulkinder wäre es mit diesem Filter möglich, erste Gehversuche im Internet in einer schützenden Umgebung zuzulassen und bei direkter Aufsicht des Lehrpersonals die Kriterien zu lockern. In der Unterstufe sollten natürlich viel mehr Möglichkeiten offenstehen. Schon ab der Mittelstufe wäre es sicherlich besser, mit den Schülern und Schülerinnen die Filtereinstellungen zu diskutieren und abzustimmen. Dann in der Oberstufe wäre es wohl denkbar, dass ein Schülergruppe die Administration für die restliche Schule unter Lehreraufsicht übernimmt.

    Die damit zusammenhängenden Lehrerfortbildungen sind nur positiv zu betrachten. Wie wäre es mit ein paar Richterfortbildungen? ;-)

    Comment by Dreizack — 27.01, 2010 @ 13:43

  7. Dieser Unfug ist IMO weniger besorgniserregend, als er sich liest.
    Ich gehe davon aus, dass im Gehirn eines mittelmäßig begabten 13-Jährigen mehr Internetkompetenz und Computerwissen vorhanden ist, als im gesamten Maximilianeum und der dazugehörigen Gremien

    Comment by Axel John — 27.01, 2010 @ 14:31

  8. Es ist ja so, dass die Schüler wenn eine solche zugänglich ist, auf diese gehen anstatt das zu recherchieren was gewünscht ist, ist bei uns nicht anders!
    Das lustige ist nur, diese Filter bringen gar nichts, es gibt unzählige CGI Proxys die man verwenden kann und zur Not hoste ich meinen eigenen! Alleine schon um auf die, in meiner Schule ernsthaft gesperrte Seite google.com zugreifen zu können (google.de geht übrigens, aber da komme ich nicht an meine Mails o.ä.)!

    Comment by GH1234 — 27.01, 2010 @ 15:44

  9. @gh1234
    CGI Proxies sind aber bei weitem nicht so gut wie eigene vollwertige Proxies.
    An der Schule an der ich bin wo auch time for kids benutzt wird, benutzt die halbe Klasse CGI Proxies, ein paar per ssh tunnel und eigenen V-Server und vnc raus und ich gehe über einen ssh tunnel und eigenen Proxy ins Netz.
    Wobei ich den Proxy auch benutze damit ich meine Bookmarks nicht ändern muss…, kommt eben davon wenn man schon IPv6 benutzt.
    Nur als zusätzliche Anmerkung, ich sitze in einer IT Klasse und selbst da gibt es noch welche die zu blöd sind CGI Proxies zu benutzen.
    Ich gehe sowieso davon aus das die meisten Schüler heutzutage selbst mit Hilfe nicht das know how haben um die Filter zu umgehen.

    Comment by Karsten — 27.01, 2010 @ 18:29

  10. Die Klein-Kevins werden es danken … – doof wie sie sind

    Comment by Klein-Kevin — 27.01, 2010 @ 20:22

  11. @klein-Kevin: Bei uns werden auch einige CGI Proxies gesperrt und das wird bei vielen wohl auch so sein, wenn sich das herum spricht.
    Der Hinweis mit dem ssh-Tunnel ist sowieso nutzlos, einfach ssh-Tunnel aufbauen funktioniert nämlich nicht.
    Ich kenne auch noch wesentlich rafiniertere Techniken, die aber schon wieder hundert mal anspruchsvoller sind als ssh.

    Comment by Karsten — 27.01, 2010 @ 22:07

  12. Ich glaube nicht, dass es um einen Kampf zwischen Lehrern und ein paar Computer-Freaks geht, sondern um den sinnvollen Einsatz vom Internet mit allen Altersgruppen. In Klassen mit schlauen Jugendlichen kann es nur darum gehen deren Interessen zu fördern und ein wenig zu lenken.

    Comment by Dreizack — 27.01, 2010 @ 22:47

  13. Die wenigsten Schulen setzen vernünftige Filter ein. Manche machen z. B. einfach eine Wortsperrung. Dann ist bei "SEX" auch staatSEXamen gesperrt.

    Im Beitrag wird doch gerade gezeigt, dass dieser Filter solche Probleme nicht hat. Die Medienkompetenz der Lehrer wird doch somit eher gestärkt, da diese den Filter selber einstellen können und nicht zentral gefiltert werden. So wie ich das verstehe, können die somit auch alle Seiten öffnen, wenn sie es wollen bzw. verantworten können.

    Comment by Anonymous — 3.02, 2010 @ 17:04

  14. Besser noch sind die Filter auf "anal", die man ach sehr gerne in Firmenproxys findet, und die es unmöglich machen, "Analysen" zu lesen…

    Comment by Anonymous — 25.02, 2010 @ 17:01

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